Froodies

Supermarkt im Internet bringt Frisches frei Haus

Gründer und Chef Preußners:
Praktisches Konzept für den
Online-Handel mit
Lebensmitteln

Am Online-Handel mit Lebensmitteln haben sich in den Boomjahren schon viele Händler die Zähne ausgebissen. Froodies hat jetzt ein Konzept entwickelt, das funktioniert: Es basiert auf Kooperationen mit regionalen Märkten, mit der Post und auf einem Lieferservice.

Lebensmittel im Internet? Das haben die großen Ketten nach schlechten Erfahrungen längst zu den Akten gelegt. Zu teuer, zu aufwendig, ein Misserfolg, zumal der deutsche Otto Normalverbraucher als Sparfuchs aufs Geld achtet. Doch Lutz Preußners (37) will es jetzt wissen: „Der Bedarf ist hoch“, sagt er, und: „In anderen Ländern liegt der Online-Anteil beim Lebensmittelhandel schon deutlich höher als bei uns.“ Dümpelt in Deutschland die Online-Quote bei nicht einmal einem Prozent, erreicht der Web-Lebensmittelhandel in der Schweiz drei und in Großbritannien gar rund sieben Prozent.

Kenner schätzen das Potenzial des Online-Verkaufs von Lebensmitteln hierzulande auf drei Milliarden Euro pro Jahr. Das macht Mut. Nach dreijähriger Vorbereitung startete Preußners mit fünf Freunden Froodies: „Wir verschicken und liefern das Sortiment eines Supermarkts“, erklärt Preußners. „In Dortmund, wo wir drei Mal am Tag ausliefern, haben sich 500 Kunden angemeldet und bedienen wir schon Stammkunden.“ Froodies bietet Waren zu marktüblichen Preisen und verlangt pro Lieferung knapp fünf, pro DHL-Paket sieben Euro. Dafür kommt auch Frisches frei Haus. Das Start-up lebt von den Margen bei der Ware und von Servicegebühren. 

Eckdaten

www.froodies.de

Lutz Preußners

  • Gründung: Nach drei Jahren Vorbereitung
    startete Froodies im März 2009 online. Im
    selben Monat entsteht die Firma.
  • Geschäftsmodell: Der Online-Supermarkt
    liefert bestellte Lebensmittel selbst aus
    oder verschickt sie per Post. Froodies lebt
    von der Marge und nimmt Servicegebühren.
    Weitere Erlösquelle: Lieferdienstleistungen
    für regionale Händler
  • Mitarbeiter: 5; in Kürze folgt ein zweiter
    Geschäftsführer aus dem Gründerteam.
  • Finanzierung: Gründer, auch durch Eigenarbeit.
    Erste Finanzierungsrunde läuft.
  • Sitz: Dortmund

Das Konzept des Teams – neben einem Webdesigner, Programmierer und Software-Entwickler ist ein Lebensmittelhändler dabei – basiert auf Kooperationen: Wie in Dortmund sucht Froodies für die Expansion in weitere Städte regionale Einzelhändler, aus deren Lagern sich die Macher zum Einkaufspreis bedienen und ausliefern können. Versand und Lieferung organisiert Preußners mit einem kleinenTeam. Noch tragen die Einnahmen nicht die Kosten, zumal Preußners in die Fläche wachsen will. So sucht der Gründer Investoren – oder Filialisten, die sich für das Konzept erwärmen können und dafür den versierten Dienstleister brauchen.

Empfohlen von: Dr. Stefan Glänzer

Urteil von Juror Dr. Stefan Glänzer: „Froodies hat ein starkes, effizientes Konzept entwickelt, das viele Chancen hat. In Großbritannien bietet Ocado mit großem Erfolg Ähnliches. Der deutsche Markt ist aber deutlich größer.“

 

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