Atizo
Ein Marktplatz für Ideen und für Ideengeber

Hirsig, Aebersold, Ruch
(v. li.) bringen Unternehmen
mit Ideengebern zusammen
Viele Menschen haben Ideen: Dies weiß Atizo für sich zu nutzen. Firmen können hier einer Community Innovationsaufgaben stellen, erste Ideen für neue Produkte einsammeln und mit Kreativen netzwerken, um aus den Ideen neue Geschäfte zu entwickeln.
Der Medizintechniker Open Medtech fragt, wie der Ersatz für Kniegelenke aussehen könnte. Immoscout will wissen, wie Nutzer angezogen werden können, die nicht auf Wohnungssuche sind. Und die Bücherbrücke sucht nach Strategien zum Einsammeln von Spenden englischsprachiger Bücher: Organisationen, die Ideen suchen, sind bei Atizo richtig, denn hier machen sich Tüftler, Kreative, Berater und Verbraucher Gedanken über Neues und Verbesserungen. „Wir bieten eine offene Plattform für Innovationen und Konzepte und kanalisieren Erfindungen”, beschreibt Christian Hirsig (30) den Dienst, den er mit dem Software-Entwickler Reto Aebersold (29) und dem Unternehmer Mathias Ruch (34) ausgedacht hat.
Konzerne wie BMW oder Procter & Gamble hinterlassen auf Atizo inzwischen ebenso Fragen zu Projekten wie Start-ups und Verbände. 6.000 registrierte Mitglieder notieren ihre Ideen, bewerten Ideen oder bilden Teams, um in Gruppen aus der Ideensammlung realisierbare Geschäfte zu machen. Im eigenen Unternehmen haben Hirsig und sein Team den Innovationsprozess in Schritte eingeteilt: Vom Brainstorming über die Bewertung bis zur Ausarbeitung der Ideen in geschlossenen Gruppen zahlen die Auftraggeber Atizo jeweils 4.000 Euro. „Die meisten lassen brainstormen, andere gehen für die Weiterentwicklung mit Mitgliedern in Klausur”, beobachtet Hirsig. Günstiger als die Millionen, die für Entwicklungsaufträge ausgegeben werden, arbeiten die Atizo-Gruppen auf jeden Fall.
Eckdaten

Christian Hirsig, Reto Aebersold, Mathias Ruch
- Gründung: Die Gesellschaft entsteht im Mai 2007, eine Beta-Version startet Anfang 2008, Marktstart im September 2008
- Geschäftsmodell: Unternehmen schreiben
bei Atizo Innovationsaufgaben aus. Pro Entwicklungsphase bezahlen sie Atizo 4.000 Euro. - Nutzung: 6.000 registrierte Innovatoren, rund 60 Unternehmen
- Mitarbeiter: 10
- Finanzierung: Gründer, Stiftung für Innovation & Technik, Biel; erste Finanzierungsrunde mit Business Angel
- Sitz: Bern
„Wir waren bereits rentabel, wollen jetzt aber mehr Mitarbeiter einstellen und mehr Kunden anziehen”, plant Hirsig für 2010. Die meisten Aufgaben kommen aus dem deutschsprachigen Raum und auch das Team akquiriert dort. Doch in Sachen Internationalisierung ist Atizo ein Selbstläufer: Mitglieder aus 50 Ländern grübeln hier – und empfehlen die Plattform weiter. Auch ein kanadisches Unternehmen stellte schon Fragen ein: Ideen werden eben überall gebraucht.
Empfohlen von: Florian Schweitzer
Urteil von Juror Florian Schweitzer: „Folgeaufträge namhafter Unternehmen auf dieser Open Innovation Community zeigen, dass der Ansatz, die Weisheit von Gruppen zu nutzen, wertvollen Input bei der Produktentwicklung bietet.“
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