Wooga
Spielen in Gesellschaft und mit Freunden

Begemann (li.), Moeser:
Gewinn mit dem Spieltrieb in
sozialen Netzwerken
Kein aufwendiger Vertrieb, aber eine hohe Reichweite und schnelle Gewinnchancen: Wooga entwickelt Spiele für Communitys.
„Also in den Unis ist Brain Buddies mittlerweile ein Begriff”, sagt Jens Begemann (33). In Umlauf gebracht über die Communitys Facebook und StudiVZ, in denen sich junge Menschen vernetzen, wurde der Wissenstest seit Juli 2009 überaus positiv beurteilt, oft weiterempfohlen und millionenfachgespielt: „Für die Spiele, die in Communitys verbreitet werden, sind Viralität, also das Weiterempfehlen, Engagement und die Nutzung die wichtigsten Parameter für Erfolg”, so Begemann. Brain Buddies ist das erste Produkt von Wooga und bescherte dem Berliner Start-up einen Achtungserfolg.
Geht es nach Begemann und Kompagnon Philipp Moeser (33), soll er sich bald wiederholen. Das Geschäftsmodell, das die beiden ehemaligen Jamba-Manager mit Wooga verfolgen, ist nicht mehr ganz neu, aber lukrativ: „Social Gaming ist die Zukunft der Online-Spiele-Industrie”, ist sich Begemann sicher. Spiele für Communitys entwickeln und an Mitgliedsgebühren oder am Verkauf von virtuellen Gütern verdienen, die Spielzüge verbessern, ist ein einträgliches Geschäft. Zwei Jahre nach der Gründung wurde USKonkurrent Playfish Ende 2009 für knapp 300 Millionen US-Dollar verkauft, der Wert von Mitbewerber Zynga wird ebenfalls auf Hunderte von Millionen geschätzt.
Eckdaten

Jens Begemann, Philipp Moeser
- Gründung: Nach zwei Monaten Vorbereitung
startet die Wooga (kurz für: World of
Gaming) GmbH im Januar 2009, das erste
Spiel erscheint im Juli 2009 auf Facebook - Geschäftsmodell: Vermarktung von Spielen
über Communitys, Verkauf von virtuellen
Gütern - Nutzung: Erstling Brain Buddies wurde
seit Juli 2009 etwa zehn Millionen Mal
gespielt - Mitarbeiter: 25
- Finanzierung: Gründer, Balderton Capital,
Holtzbrinck Ventures - Sitz: Berlin
Und dies, obwohl Reichweite und Gewinn am Geschmack der Masse hängen. Dafür allerdings entstehen kaum Kosten beim Vertrieb der Spiele. „Es gibt sicher keinen Mangel an Spielen für Communitys”, räumt Begemann ein. „Aber wir sehen keinen Sinn darin, schnell noch mehr zu generieren. Wooga soll sich einen Namen machen als Hersteller von guten Spielen, in die Hirnschmalz investiert wurde.” Im Frühjahr das zweite Spiel, ein Inselrennen, im Sommer die nächsten: Der Erfolgsdruck ist hoch, Wooga muss die Bekanntheit von Brain Buddies nutzen. Bei Brain Buddies war alles kostenlos, „um eine breite Nutzerbasis zu gewinnen”. In Zukunft geht es ums Ganze, um die Existenz, aber auch um den Beleg eigener Qualitätsansprüche.
Empfohlen von Andreas Thümmler
Urteil von Juror Andreas Thümmler: „Vorbilder wie Playfish und Zynga zeigen das Potenzial von Social Gaming. In Bezug auf die Anzahl der Spieler ist Wooga sensationell erfolgreich, Brain Buddies ist unter den Top 20 bei Facebook. Zwei weitere Spiele sind geplant.“
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