Tape.tv
Musikfernsehen mit neuen Werbeformaten

Fritzsch (li.), Dittrich: Der
Zuschauer als Programm-
direktoren
24 Stunden Programm an 365 Tagen: Tape.tv transportiert das Musikfernsehen ins Internet und kreiert dafür neue Werbeformate.
„MTV und Viva funktionieren nicht mehr”, meint Conrad Fritzsch (40). „Die Sender haben Profil verloren, Sendungen stehen nur im starren Zeitschema zur Verfügung.” Jugendliche „wandern ins Internet ab. Fritzsch suchte das „intelligentere Musikfernsehen” und entwickelte nach dem Verkauf seiner Anteile an der Agentur Fritzsch & Mackat mit Kollegin Stephanie Renner (41) Tape.tv: den Musikkanal im Web. Vor Kurzem stieß als Investor und Manager Lars Dittrich (35), Ex-Manager von Debitel und Gründer von Dug Telecom, zum Team.
Wie beim Online-Radio Last.fm ist der Nutzer bei Tape.tv Programmdirektor. „Er wählt Genres und Interpreten und schneidet den Stream individuell zu”, erläutert Fritzsch. „Bei uns beurteilt aber auch eine Redaktion die Clips und bietet so mehr Orientierung.” Durch Verträge mit den wichtigsten Labels sammelt die Datenbank 20.000 Videos. Zurzeit rufen rund 700.000 Nutzer pro Monat das Angebot ab und bleiben im Schnitt eine halbe Stunde. „Wir finanzieren uns aus Werbung und entwickeln dafür innovative Formate”, sagt Fritzsch. Auf Banner reagieren Teens nicht mehr, also hat Tape.tv das 360 Grad Motion Ad kreiert, Clips für Reklame, in die Musik eingebunden wird. Weitere Erlösquellen bieten Partnerschaften mit „Brigitte“, „Bild“ oder Fritz-Radio, „denen wir Online-Inhalte anbieten”, so Fritzsch.
Eckdaten

Conrad Fritzsch, Lars Dittrich
- Gründung und Online-Start im Sommer 2008 durch
Conrad Fritzsch und Stephanie Renner. Seit 2009 gehört
Lars Dittrich zum Gründerteam. - Geschäftsmodell: Personalisiertes Musikfernsehen, das
durch Werbevermarktung finanziert wird; gegen Lizenzen
Content-Lieferungen an Mediendienste - Nutzung: 20.000 Originalvideos; im Schnitt 700.000
Unique User pro Monat - Mitarbeiter: 20 feste und 10 freie
- Finanzierung: Gründer und Business Angel
- Sitz: Berlin
Zum 10-jährigen Jubiläum des Mauerfalls lieferten die Tape.tv-Redakteure etwa Specials mit DDR- und BRD-Musik. Noch nicht ausgereift ist ein Abomodell, das „Werbung nicht ausschließen, dafür aber intelligente Services bieten” soll. Mit den Einnahmen will Tape.tv die Expansion finanzieren. Im deutschsprachigen Raum rentabel startet Tape.tv im Frühjahr 2010 in Großbritannien durch.
Empfohlen von: Lukasz Gadowski, Andreas Thümmler
Urteil von Juror Lukasz Gadowski: „Tape.tv macht etwas Einfaches sehr simpel und sehr, sehr gut. Das könnte daher ein großer Erfolg werden.”
Urteil von Juror Andreas Thümmler: „Musikvideos, eins nach dem anderen, weitgehend ohne störende Werbeunterbrechung. Das kommt gut an.
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