Spendino
Spenden sammeln auf elektronischen Wegen

Schubert, Müller, Nöll (v. li.):
Spender spontan erreichen und
Jüngere zum Geben motivieren
Haiti, Afghanistan, Afrika, Deutschland: Wo Menschen in Not kommen und Organisationen Spenden sammeln, ist Spendino mit von der Partie. Das Start-up entwickelt Techniken, damit via Internet oder per Handy schnell viel Geld zusammenkommt.
Überweisungsformulare sind altbacken und haben sich im Internet-Zeitalter überholt. Weshalb ein Großteil der drei Milliarden Euro, die die Deutschen im Jahr den Hilfsorganisationen spenden, heute von den Älteren stammen. Sie werden aktiv, wenn sie von Notfällen erfahren und in Printmedien oder Postwurfsendungen ein Überweisungsformular finden. Damit Spenden auch über innovative Wege fließen können, starteten Florian Nöll (26), Sascha Schubert (37) und Martin Müller (30) Spendino: „Handy und Internet sind bessere Werkzeuge zum Sammeln, sie aktivieren die Jüngeren, die an Online Banking und SMS gewöhnt sind“, meint Nöll.
„Die Leute sollen dort spenden können, wo sie mit Hilferufen konfrontiert werden.“ Online lassen sich diese sowieso effizienter absetzen und mithilfe von Communitys, Twitter oder Mails schnell in alle Richtungen verbreiten. Spendino entwickelt daher Web-Formulare und andere Funktionalitäten, mit denen Organisationen ihre Homepage vom reinen Informationsstand zum interaktiven Klingelbeutel ausbauen und diesen im Web verlinken. Weil Smartphones „naheliegendere Sammelinstrumente” sind, tüfteln die Gründer auch an Apps und SMS-Technik. Das Stichwort „Haiti“ etwa an die Nummer 81190 geschickt, bringt dem „Aktionsbündnis Deutschland hilft“ zurzeit sofort fünf Euro ein – abgerechnet wird über die Telefonrechnungen oder Prepaid-Guthaben der Mobil-Spender.
Eckdaten

Sascha Schubert, Martin Müller, Florian Nöll
- Gründung der GmbH Ende 2008, Marktstart
im Sommer 2009 - Geschäftsmodell: Software zum Spendensammeln
als Web-basierter Service gegen
Monatsgebühren und Honorar. - Nutzung: knapp 100 Organisationen
- Mitarbeiter: 11 feste und freie
- Finanzierung: Gründer, Business Angel,
etwa Martin Brehm (StudiVZ-Mitgründer),
Christian Vollmann (Myvideo-Gründer) - Sitz: Berlin
„Wir arbeiten als technischer Dienstleister und Berater für die Umsetzung von Spendenkampagnen“, erklärt Nöll. Dafür behält Spendino fünf bis sieben Prozent der Spenden als Honorar ein oder nimmt für die ständige Bereitstellung von Service-Tools Monatsgebühren, die zwischen neun und 149 Euro liegen. Seit dem Start im Sommer 2009 vertrauen knapp 100 Vereine und Organisationen auf Spendino. „Wir wirken im Hintergrund, aber das sehr gern“, meint Nöll.
Empfohlen von: Florian Schweitzer
Urteil von Juror Florian Schweitzer: „Non-Profit-Organisationen aller Größen setzen bereits auf die Social-Media-Anwendungen und SMS-Spendenwerkzeuge von Spendino. Das Team hat bewiesen, dass es umsichtig den Aufbau der Plattform vorantreibt.“
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