Pearlfection
Schmuck selbst kreiert und individuell

Ernst, Theisen: Eine
Familientradition online
weitergeführt
Zuerst Modeschmuck, jetzt noch Edelmetalle und echte Steine: Bei Pearlfection kreieren Kundinnen ihren Schmuck selbst – und verdienen mit, wenn andere ihn ebenfalls anziehend finden.
Die Idee für das Geschäft im Internet lag nahe: Hendrik Ernst (32) ist ein Nachkomme der Gütermann-Familie, die bekannt wurde mit Reißverschlüssen, Garnen und den Zutaten für Modeschmuck. „Schmuck ist ein persönliches Thema. Je individueller er ist, umso emotionaler wird er aufgenommen“, meint Ernst. Mit seinem Freund Moritz Theisen (33), wie er Betriebswirt, baut er seit zwei Jahren Pearlfection, den Online Shop für individuellen Schmuck, auf. „Nach dem Modeschmuck weiten wir jetzt das Konzept auf Echtschmuck aus“, erzählt Ernst. Auf Pearlfection stellen Kundinnen über eine eigens entwickelte Software ihren Schmuck aus Einzelteilen zusammen.
Finden diese Stücke auf dem Marktplatz weitere Anhänger, werden die Designerinnen an den Erlösen beteiligt. Von 200.000 Entwürfen werden 23.000 auch auf dem Marktplatz angeboten. „Wer will, kann den Schmuck über seine Homepage oder bei eBay anbieten“, ergänzt Ernst. Kooperationen mit Portalen und Frauenmedien sorgen für wachsende Reichweite und Bekanntheit. Einige Vorprodukte von Ohrringen, Broschen und Ketten kommen aus Asien. Dazu realisiert in München ein sechsköpfiges Produktionsteam, darunter auch Goldschmiede, die Schmuckwünsche von Pearlfection: „Was wir selbst nicht machen können, Gravuren zum Beispiel, geben wir an lokale Juweliere weiter“, erläutert Ernst.
Eckdaten

Hendrik Ernst, Moritz Theisen
- Gründung der Pearlfection GmbH 2007,
im Februar 2008 Marktstart - Geschäfts-
modell: Maßkonfektionierung
und Verkauf von Schmuck und Modeschmuck.
Provisionsmodell für individuelles
Design. In einigen Bereichen arbeitet
Pearlfection bereits profitabel. - Nutzung: 200.000 Designs, 23.000 auf
dem Marktplatz, rund 100.000 Unique User
pro Monat - Mitarbeiter: 6 in der Verwaltung, 6 in der
Produktion - Investoren: Gründer, Business Angel,
Tiburon Partners, Berlin Ventures 3.0 - Sitz: München
„Wir haben bewusst Deutschland als Produktionsstandort gewählt, das verkürzt Lieferzeiten und erhöht die Qualität.“ Neben der Erweiterung des Marktes um Echtschmuck überlegen die Jungunternehmer, zumindest in Europa zu expandieren. Denn selbst in Deutschland wächst die Konkurrenz. In Hamburg startete Anfang 2009 Julie & Grace, selbst Glitzersteinhersteller Swarovski hat die Mass Customization via Internet für sich entdeckt. „Wir betonen den Designprozess und Community-Funktionen stärker“, beschreibt Ernst Unterschiede. „Und Feedback, Bewertungen, Community und Weiterverkauf, das gibt es bisher nur bei uns.“
Empfohlen von: Eugen Russ
Urteil von Juror Eugen Russ: „Pearlfection hat seit dem Start der Vermarktung eine beachtliche Entwicklung vollzogen. In den USA gibt es bereits große Portale im Schmuckbereich, Pearlfection hat also die Chance, die Position im wachsenden Segment des Schmucks in Deutschland zu besetzen.“
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