Mobilizy
Mit Wikitude die Welt und Chancen entdecken

Breuss-Schneeweis:
Erklärungen für die Wirklichkeit
Ortungssystem, Kompass, Kamera und Bewegungssensoren von Handys verknüpft der Handy-Browser Wikitude zum Informations- und Werbesystem.
Ein Traum wird Wirklichkeit: Vor sechs Jahren träumte Philipp Breuss-Schneeweis angesichts der Wiener Hofburg von einer Brille, „die mir Erklärungen zu Baustilen direkt einspielt.” Der Computerwissenschaftler forschte nach, stieß auf den Begriff „Augmented Reality” oder die durch Informationen angereicherte Wirklichkeit und erkannte, dass Googles Handy-System Android die technischen Voraussetzungen dafür schuf. Mit „Wikitude”, einem Browser für Google-Handys, der die Kamera- und Ortungsfunktionen der Geräte nutzt, um zu Ansichten der Wirklichkeit online gespeicherte Informationen zu liefern, bewarb er sich 2008 für Googles Developer Challenge.
Der Gründerwettbewerb bietet technische und wirtschaftliche Hilfe für die Umsetzung von Ideen. „Wikitude wertet Inhalte von Wikipedia nach Geodaten aus und verbindet computergenerierte Inhalte mit der Wirklichkeit”, beschreibt Breuss-Schneeweis das erste Produkt, mit dem er 2009 die Basis für sein Unternehmen Mobilizy legte. „Wikitude ist die erste Augmented-Reality-Anwendung, die auf den Markt kam.” Aus ihr sollen weitere Dienste entstehen, das Navigationssystem Wiki Drive steht bereits kurz vor dem Start. Inzwischen funktioniert Wikitude auch auf iPhones und Nokias Symbian. Der Browser stillt nicht nur den Bildungshunger von Smartphone-Besitzern, die das Programm kostenlos laden, sondern informiert sie noch über Veranstaltungen, Produkte, Anbieter: Eine Werbechance, die von Unternehmen sofort erkannt – und auch genutzt wurde.
Eckdaten

Philipp Breuss-Schneeweis
- Gründung: Wikitude entsteht 2008 als Wett- bewerbsbeitrag und ist das erste Produkt
der Mobilizy GmbH, die im Mai 2009
gegründet wird. - Geschäftsmodell: Software-Etwicklung
fürs mobile Internet, Werbevermarktung,
White-Label-Projekte, Lizenzgebühren.
Mobilizy arbeitet rentabel. - Nutzer: zurzeit etwa 340.000
- Mitarbeiter: 7
- Finanzierung: Gründer, zurzeit gefördert
vom Business Creation Center Salzburg
und von Austria Wirtschaftsservice (Gründerinitiativen) - Sitz: Salzburg
„Wir finanzieren uns gut über White-Label-Projekte und Werbekunden und haben gleich im ersten Jahr den Break-even erreicht”, sagt Breuss-Schneeweis. Red Bull etwa informiert via Wikitude über Sportveranstaltungen, der Lonely Planet Verlag verbreitet mit einer Wikitude-App Informationen aus seinen Reiseführern. Um die Vermarktung anzukurbeln und zum Ausbau seiner Augmented-Reality-Anwendung sucht Breuss-Schneeweis jetzt Investoren: „Es geht darum, dass wir die Inhalte von Wikitude erweitern und den Nutzen vergrößern.”
Empfohlen von: Michael Backes
Urteil von Juror Michael Backes: „Die Mischung aus Local Based Services und Informationen via Handy bietet interessante Möglichkeiten als Marketing-Plattform und zum Kontakte sammeln.”
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