Sofatutor
Nachhilfe mit Videos und aus dem Internet

Bayer und Spading
(in Schwarz) mit den Kollegen
Steve Taube, Alex Weise
und Colin Schlüter
Schüler und Studenten holen mit dem Sofatutor verpassten Lernstoff nach. Wer schlau ist, verdient sich mit den Nachhilfevideos sein erstes Geld.
Eine klassische Übersprungshandlung: Statt sich auf die BWL-Prüfung vorzubereiten, spielte Stephan Bayer (27) mit der neuen Digicam herum, und weil ihm nichts Besseres einfiel, dozierte er vor laufender Kamera über das „Totale Differenzial“. Wenigstens dazu konnte er danach in der Prüfung die Aufgaben aus dem Effeff lösen. Außerdem entstand so die Idee für den Sofatutor, die Online-Nachhilfe mit Videos. Für die technische Umsetzung fand er im Freundeskreis den Informatiker Andreas Spading (30) und über die Uni ein Gründerstipendium: „Damit konnten wir in aller Ruhe an Idee und Businessplan arbeiten und Kontakte zu Business Angel knüpfen“, erzählt Bayer.
Seit knapp einem Jahr hilft nun der Sofatutor Schülern und Studenten beim Lernen: Für acht bis 14 Euro im Monat können die sich bei Sofatutor Videos zu den wichtigsten Unterrichts- und Klausurthemen anschauen. „Für das Problemfach Nummer eins, Mathematik, stehen bereits mehr als 2.000 Videos bereit, die den Lernstoff von Klasse 5 bis 13 abdecken“, erzählt Bayer. „Jetzt wollen wir so schnell wie möglich die anderen Kernfächer komplettieren.“ Deshalb investiert das Start-up in Berlin zurzeit in Mitarbeiter und Technik, um noch mehr Schüler, Studenten und Lehrer zum Filmen und Erklären zu animieren.
Eckdaten

Stephan Bayer, Andreas Spading
- Gründung der Sofatutor GmbH 2008,
Entwicklung der Plattform bis zum Online-
Start im April 2009 - Geschäftsmodell: Vermarktung von Lerninhalten
über Abogebühren, von denen
auch die Autoren profitieren. - Nutzung: 2.200 Videos, 350.000 Page
Impressions, 14.000 Unique User - Mitarbeiter: 10
- Finanzierung: Gründer, Entwicklung
durch ein Gründerstipendium der Beuth
Hochschule. Aktuell: Business Angel, JCMB
Beteiligungs GmbH, VC Fonds Kreativwirtschaft
Berlin - Sitz: Berlin
„Kein Film wird veröffentlicht, ohne dass wir ihn überprüfen“, stellt Bayer klar, „aber wir beteiligen die Urheber auch an den Einnahmen.“ Diejenigen mit vielen Abrufen verdienen mehr als die mit wenigen. Für Interaktivität sorgen Verständnistests, Foren und die Chance, beim Produzenten selbst nachfragen zu können. „Aktuell gibt es in Deutschland 9,2 Millionen Schüler und zwei Millionen Studenten“, umreißt Bayer die Zielgruppe. Und sollte die einmal ausgeschöpft sein, könnte sich der Sofatutor der Themen Beruf und Weiterbildung annehmen oder Hintergründe zu aktuellen gesellschaftlichen Themen liefern: „Wir sind zufrieden mit dem Markt, der sich da auftut.“
Empfohlen von: Florian Schweitzer
Urteil von Juror Florian Schweitzer: „Sofatutor baut eine E-Learning-Plattform mit Lernvideos auf, deren Inhalt von den Nutzern kommt. Diese partizipieren wiederum vom Verkauf ihres Inhalts. Mit der Abo-Bezahlung ein Erfolg versprechendes Modell.“
zurück zur Übersicht



















