Vorgefertigte Texte und Funktionen in Shopsoftware
Der Fluch der Standardsoftware
06.04.2010 10:35 Johannes Altmann
Johannes Altmann ist Gründer von Shoplupe.de
Und täglich grüßt der XT-Commerce-Shop mit „Willkommen Gast“, präsentiert sich der Oxid-eSales-Shop als „OXID Geschenke Shop“, bietet Magento die Option „als Gast zu Kasse gehen“ und beten die Standardsoftwarelösungen die immer gleichen Argumente zur Eröffnung eine Kundenkontos vor. Standardisierung ist gut, denn sie dient als Anleitung und zeigt dem Nutzer, was alles Möglich ist. Aber der Standard kann auch leicht zum Fluch werden.
Die Suchkombination "OXID Geschenke Shop" liefert bei Google 1.700.000 Suchergebnisse. Die erstaunliche Zahl kommt nur zustande, weil Shopbetreiber den Mustertext des Herstellers übersehen und nicht verändern. Dabei ist dies kein spezifisches Problem des Shopherstellers sondern ein Problem der Shopbetreiber. Diese hinterfragen die Vorgaben des Standards häufig nicht und lassen einfach alles stehen, was als Standard vorgegeben ist. Dabei würden allein die Beantwortung von zehn Fragen zu einem individuellen Shop führen.
1. Werden die vorgegebenen Social Bookmarks von meiner Zielgruppe genutzt? Brauch ich wirklich alle vorgegebenen Icons oder kann ich diese reduzieren?
2. Sind Wunschzettel und Merkzettel Features, die mein Kunde will und braucht? Oder sind dies eher Funktionen, die für meinen Shop ungeeignet sind?
3. Habe ich Produkte im Sortiment, die der User vergleichen will? Stehen die Produktdaten überhaupt strukturiert zur Verfügung, um einen sinnvollen Produktvergleich zu ermöglichen oder ist es besser auf diese Funktion zu verzichten?
4. Versende ich wirklich in alle Länder, die im Shopsystem angegeben sind? Benötige ich wirklich die Angabe des Bundeslands oder ist das für mein Angebot und die Systemprozesse irrelevant?
5. Benötige ich alle Formularfelder im Bestellprozess oder sind Felder wie Fax-Nummer, Ust-ID und so weiter nicht nötig? Allgemein gilt: Je weniger Formularfelder desto besser!