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Shopbetreiber-Alltag - der ganz normale Wahnsinn

Johannes Altmann ist Gründer von Shoplupe.de

Johannes Altmann ist Gründer von Shoplupe.de

Der Vertriebskanal E-Commerce wächst und ist attraktiv - ein Onlineshop macht daher für nahezu jeden Unternehmer Sinn, der bereits auf anderen Vertriebswegen seine Produkte absetzt. Was aber auf den ersten Blick wie das Paradies aussieht, ist auf den zweiten Blick doch mehr Arbeit als man glaubt. Deshalb haben wir mit unseren Kunden gesprochen und recherchiert was sie den ganzen Tag so machen.

Der Onlineshop von Martin läuft gut und deshalb steht er bereits um 6.30 Uhr auf. Dann kann er die Bestellungen aufrufen, die im Laufe des vergangenen Abends noch eingetroffen sind. Immerhin 64 an diesem Morgen. Die Bestellungen werden aus dem Shop ausgelesen und in die Warenwirtschaft übertragen - so kann er Lieferscheine und Rechnungen erstellen.

43 Bestellungen kann er sofort aus den Regalen nehmen, in die Kartons verpacken, die Adressetiketten schreiben. Zweimal Zollpapiere ausfüllen, denn die Ware verlässt die EU. 7 Bestellungen sind wohl Spaßbestellungen. Er entscheidet spontan, dass „Angela Merkel aus Berlin" vermutlich nicht bei ihm bestellt hat. Bei 4 Bestellungen haben die User Ihre Bankdaten nicht vollständig eingegeben - die BLZ stimmt irgendwie nicht. Bei 3 weiteren muss er Leerzeichen in den Kontonummern korrigieren, weil sonst die Lastschriftabbuchungen nicht funktionieren.

Fast schon glücklich ist der Zustand, dass 12 Retouren eingetroffen sind. In einer der Retoure ist noch ein Produkt, das für den Versand einer aktuellen Bestellung fehlt. Hmm - leider ist das T-Shirt schmutzig und kann wohl nicht mehr verkauft werden. Später muss er dem Kunden eine E-Mail schreiben, denn eigentlich sollte hier Wertminderung geltend gemacht werden. Wieder waren 2 unfreie Retouren dabei. Dies ärgert Michael, weil die 24 Euro Strafporto von ihm bezahlt werden müssen. Rechtssprechung!

Das Telefon klingelt, ein Kunde will wissen wo seine Ware beleibt. Das Telefon klingelt an diesem Vormittag noch weitere 32 Mal. Ein Außendienstmitarbeiter des Großhändler kündigt sich an, ein Verpackungshersteller will mit ihm die neuen Staffelpreise besprechen, ein Kunde möchte einen Pullover umtauschen, ein weiterer Kunde die Rechnung stornieren, weil er die Ware jetzt anderswo billiger gefunden hat. Martin schreibt viele Telefonnotizen, die er später abarbeiten wird.

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Kommentare

Adam Rubenstein am 06.05.2009

Armer Martin

der Martin ist ein armer Kerl, nur geht es wohl vielen von uns so. Viel Arbeit, hohes Risiko und wenig Lohn. Im nächsten Leben lerne ich was ordentliches und schalte garantiert nie den Computer ein.

go2a am 05.05.2009

...komischer Shopbetreiber...

Ich frühstücke gemütlich bis um 9 der Rechner die Telefonanlage live schaltet. Ich wähle mich in mein Shop-Backend ein, welches mir neue und wichtige Vorgänge anzeigt. Neue Bestellungen finde ich bereits im Rechnungsmodul eingebucht. Einzig ist zu prüfen, ob die Versandkosten richtig berechnet wurden und die Auftragsbestätigungen gehen per Knopfdruck raus. Eine Verifizierung der Adressen ist ebenfalls weitgehend automatisch erledigt und die als doppelt vermuteten, werden nach Bestätigung zusammengefasst. Die dynamische Lagerhaltung stellt fest, welche Aufträge versandt werden können und die Jungs und Mädels im Lager fangen an zu wuseln. Paketlabels, Zollunterlagen und Rechnungen werden ebenfalls mit wenigen Klicks erstellt. Mit Erstellung der Rechnung erfolgt die automatische Einbuchung in die Buchhaltung, welche jederzeit die relevanten Zahlen für die Umsatzsteuer auswirft. Die Umsatzsteuervoranmeldung ist dann per Elster in wenigen Sekunden erledigt.... Mittags bleibt dann Zeit, die Einladung vom Lieferanten zum Essen anzunehmen...

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