Onlineshop mit Facebook verbinden
Der "Gefällt mir"-Button und der Datenschutz
23.11.2010 11:05 Ulrich Hafenbradl
Ulrich Hafenbradl, Gründer von Trusted Shops und E-Commerce-Experte
Zahlreiche Webseiten verwenden den sogenannten "Gefällt mir"-Button von Facebook. Gerade einmal seit April 2010 auf dem Markt hat er sich im Laufe des Jahres rasant im Web verbreitet. Das Marketingpotenzial dieses Plugins ist unbestritten. Welche rechtlichen Gefahren hier lauern, ist allerdings fast keinem Shopbetreiber bewusst.
Der "Gefällt mir"-Button ermöglicht es Facebook-Nutzern, bestimmte Inhalte einer Website – sei es nun ein redaktioneller Artikel oder ein angebotenes Produkt – in ihrem Facebook-Profil zu verlinken mit dem Hinweis, dass ihnen das Verlinkte gefällt.
Klickt der Nutzer auf den "Gefällt mir"-Button, erscheint sowohl in seinem persönlichen Newsfeed (also auf der "Pinnwand") als auch im Newsfeed seiner Facebook-Kontakte (unter "Neuigkeiten") der Hinweis, dass dem Nutzer der verlinkte Inhalt gefällt.
Das enorme Marketingpotential liegt auf der Hand: Da ebenfalls alle Kontakte eines Facebook-Nutzers sehen können, welches Produkt ihm gefällt, bietet dieses Plugin eine weitreichende kostenlose Werbefunktion, bei der sich die Werbung zudem fast nur an relevante Zielgruppen richtet. Außerdem bietet der Button auch eine einfache Tracking-Funktion, bei der die Anzahl der Klicks auf den Button in einer Statistik zusammen mit demographischen Daten dargestellt werden. Da jedoch nicht nur Daten an Facebook übermittelt werden, wenn der "Gefällt mir"-Button angeklickt wird, erweist sich der Button gleichzeitig als datenschutzrechtlich nicht unbedenklich.
Durch die Einbindung des Buttons als Plugin wird der Programm-Code direkt von den Facebook-Servern übermittelt und in die Seite eingebettet. So findet bereits beim Betreten einer Website, die das Plugin eingebunden hat, ein Datenaustausch mit Facebook statt. Ist der Seitenbesucher ein Facebook-Mitglied und gerade bei Facebook eingeloggt, kann Facebook den Nutzer anhand der übertragenen Informationen identifizieren und den Besuch der Website seinem Facebook-Profil bereits direkt zuordnen, auch wenn der Button nicht geklickt wird.
Auch wenn der Seitenbesucher gerade nicht bei Facebook eingeloggt ist oder gar kein Facebook-Profil besitzt, erhält Facebook die Information, dass ein bestimmter Browser die entsprechende Seite aufgerufen hat. Medienberichten zufolge wird dabei auch die IP-Adresse jedes Seitenbesuchers an Facebook übertragen und dort gespeichert. Ob dies tatsächlich der Fall ist und was Facebook mit diesen Daten macht, ist derzeit nicht bekannt.
Durch die Möglichkeit der Zuordnung des Seitenbesuchs eines eingeloggten Facebook-Nutzers zu dessen Facebook-Profil, muss zumindest für diesen Fall von einer direkten Personenbeziehbarkeit der an Facebook übertragenen Daten ausgegangen werden. Geht man darüber hinaus davon aus, dass die IP-Adresse immer personenbezogen ist, was aber nicht abschließend geklärt ist, und wird diese tatsächlich auch von nicht bei Facebook eingeloggten Seitenbesuchern übertragen und gespeichert, stellt auch dies eine Übermittlung personenbezogener Daten an Facebook dar.
Hendrik Maat am 24.12.2010
Gefällt mir
Guter Beitrag, wir teilen ihre Meinung, wir haben selbst innnerhalb von Facebook in unsere Facebookshops (www.shopshare.de) sehr große bedenken bei die Verwendung des gefällt mir Plugins und deswegen entsprechende Maßnahmen getroffen.
Die Problematik geht ja eigentlich noch viel weiter, nämlich Facebook wird nicht nur vermittelt das sich einen bestimmten Besucher in den Shop befindet, sondern Facebook bekommt die gesamt Statistik über was dieser user in dieser Shop macht!
So weiß Facebook welchen Seiten, welchen Produkten, wie lange in den Shop bei welchen Produkten verweilt wurde, usw. Ja ich getraue mir zu behaupten das Facebook sogar über eine bessere Statistik verfügt als der Shopbetreiber selbst!
Ich glaube nur sehr wenigen sind sich das bewußt. Und dann wundert man sich wenn beim Surfen in der nächste Seiten genau die Produkte die man angeschaut hat als Werbung angezeigt werden...
ShopShare bietet diesselben Statistiken, diese ist aber nur den Shopbetreiber vorbehalten und wird Facebook nicht vermittelt!
Es ist unglaublich interessant nicht nur Zahlen vermittelt zu bekommen über wie viele Besucher welche Produkte anschauen, sonder auch Daten wie Alter, Geschlächt, Interessen und sogar die Profiele von den Menschen die den FacebookShop besucht haben einsehen zu können (je nach freigaben des users). Es lassen sich ganz neue Marketing strategien planen und umsetzen an hand von diese Daten.
Also rechtlichkeit hin oder her, ich verstehe wieso Facebook das macht. Der Shopbetreiber hat nur das vermarkten vor Augen, das er damit aber Facebook dient den ahnungsloser Surfer aus zu spionieren ist ihm dabei nicht bewußt. Das mindeste was Facebook machen könnte ist wohl den Shopbetreiber die Statistiken der Gefällt-mir Buttons seiner Seite zur Verfügung zu stellen.
Frohe weihnachten wünscht
Hendrik Maat
ShopShare