Home / Wissen / E-Shop-Tipps /

Onlineshop mit Facebook verbinden

Bewertung:
  • Currently 3/5 Stars.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Onlineshop mit Facebook verbinden

Der "Gefällt mir"-Button und der Datenschutz

Ulrich Hafenbradl, Gründer von Trusted Shops und E-Commerce-Experte

Ulrich Hafenbradl, Gründer von Trusted Shops und E-Commerce-Experte

Zahlreiche Webseiten verwenden den sogenannten "Gefällt mir"-Button von Facebook. Gerade einmal seit April 2010 auf dem Markt hat er sich im Laufe des Jahres rasant im Web verbreitet. Das Marketingpotenzial dieses Plugins ist unbestritten. Welche rechtlichen Gefahren hier lauern, ist allerdings fast keinem Shopbetreiber bewusst.

Der "Gefällt mir"-Button ermöglicht es Facebook-Nutzern, bestimmte Inhalte einer Website – sei es nun ein redaktioneller Artikel oder ein angebotenes Produkt – in ihrem Facebook-Profil zu verlinken mit dem Hinweis, dass ihnen das Verlinkte gefällt.

Klickt der Nutzer auf den "Gefällt mir"-Button, erscheint sowohl in seinem persönlichen Newsfeed (also auf der "Pinnwand") als auch im Newsfeed seiner Facebook-Kontakte (unter "Neuigkeiten") der Hinweis, dass dem Nutzer der verlinkte Inhalt gefällt.

Das enorme Marketingpotential liegt auf der Hand: Da ebenfalls alle Kontakte eines Facebook-Nutzers sehen können, welches Produkt ihm gefällt, bietet dieses Plugin eine weitreichende kostenlose Werbefunktion, bei der sich die Werbung zudem fast nur an relevante Zielgruppen richtet. Außerdem bietet der Button auch eine einfache Tracking-Funktion, bei der die Anzahl der Klicks auf den Button in einer Statistik zusammen mit demographischen Daten dargestellt werden. Da jedoch nicht nur Daten an Facebook übermittelt werden, wenn der "Gefällt mir"-Button angeklickt wird, erweist sich der Button gleichzeitig als datenschutzrechtlich nicht unbedenklich.

Durch die Einbindung des Buttons als Plugin wird der Programm-Code direkt von den Facebook-Servern übermittelt und in die Seite eingebettet. So findet bereits beim Betreten einer Website, die das Plugin eingebunden hat, ein Datenaustausch mit Facebook statt. Ist der Seitenbesucher ein Facebook-Mitglied und gerade bei Facebook eingeloggt, kann Facebook den Nutzer anhand der übertragenen Informationen identifizieren und den Besuch der Website seinem Facebook-Profil bereits direkt zuordnen, auch wenn der Button nicht geklickt wird.

Auch wenn der Seitenbesucher gerade nicht bei Facebook eingeloggt ist oder gar kein Facebook-Profil besitzt, erhält Facebook die Information, dass ein bestimmter Browser die entsprechende Seite aufgerufen hat. Medienberichten zufolge wird dabei auch die IP-Adresse jedes Seitenbesuchers an Facebook übertragen und dort gespeichert. Ob dies tatsächlich der Fall ist und was Facebook mit diesen Daten macht, ist derzeit nicht bekannt.

Durch die Möglichkeit der Zuordnung des Seitenbesuchs eines eingeloggten Facebook-Nutzers zu dessen Facebook-Profil, muss zumindest für diesen Fall von einer direkten Personenbeziehbarkeit der an Facebook übertragenen Daten ausgegangen werden. Geht man darüber hinaus davon aus, dass die IP-Adresse immer personenbezogen ist, was aber nicht abschließend geklärt ist, und wird diese tatsächlich auch von nicht bei Facebook eingeloggten Seitenbesuchern übertragen und gespeichert, stellt auch dies eine Übermittlung personenbezogener Daten an Facebook dar.

Seite 1 2 »

Anzeige




Kommentare

Hendrik Maat am 24.12.2010

Gefällt mir

Guter Beitrag, wir teilen ihre Meinung, wir haben selbst innnerhalb von Facebook in unsere Facebookshops (www.shopshare.de) sehr große bedenken bei die Verwendung des gefällt mir Plugins und deswegen entsprechende Maßnahmen getroffen.

Die Problematik geht ja eigentlich noch viel weiter, nämlich Facebook wird nicht nur vermittelt das sich einen bestimmten Besucher in den Shop befindet, sondern Facebook bekommt die gesamt Statistik über was dieser user in dieser Shop macht!

So weiß Facebook welchen Seiten, welchen Produkten, wie lange in den Shop bei welchen Produkten verweilt wurde, usw. Ja ich getraue mir zu behaupten das Facebook sogar über eine bessere Statistik verfügt als der Shopbetreiber selbst!

Ich glaube nur sehr wenigen sind sich das bewußt. Und dann wundert man sich wenn beim Surfen in der nächste Seiten genau die Produkte die man angeschaut hat als Werbung angezeigt werden...

ShopShare bietet diesselben Statistiken, diese ist aber nur den Shopbetreiber vorbehalten und wird Facebook nicht vermittelt!

Es ist unglaublich interessant nicht nur Zahlen vermittelt zu bekommen über wie viele Besucher welche Produkte anschauen, sonder auch Daten wie Alter, Geschlächt, Interessen und sogar die Profiele von den Menschen die den FacebookShop besucht haben einsehen zu können (je nach freigaben des users). Es lassen sich ganz neue Marketing strategien planen und umsetzen an hand von diese Daten.

Also rechtlichkeit hin oder her, ich verstehe wieso Facebook das macht. Der Shopbetreiber hat nur das vermarkten vor Augen, das er damit aber Facebook dient den ahnungsloser Surfer aus zu spionieren ist ihm dabei nicht bewußt. Das mindeste was Facebook machen könnte ist wohl den Shopbetreiber die Statistiken der Gefällt-mir Buttons seiner Seite zur Verfügung zu stellen.

Frohe weihnachten wünscht
Hendrik Maat
ShopShare

TOP-THEMEN

Button-Lösung kommt: Das müssen Sie wissen

Am 1.8.2012 tritt die "Button-Lösung" in Kraft, die Shopbetreibern weitere Pflichten auferlegt. Wir haben für Sie alles Wichtige zusammengefasst. mehr

Pinterest für Einsteiger

Pinterest ist nicht zu stoppen: Seit Monaten gilt die Pinnwand als der neue Trend in Sachen Social Media. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit sechs Quick-Steps vom neuen Hype profitieren. mehr
Social-Media-Händler

Ranking: Die erfolgreichsten Social-Media-Händler

Wer die beliebtesten US-Händler in den sozialen Netzwerken sind, lässt sich in diesem Top-250-Ranking auf einen Blick feststellen. mehr

Newsletter

Zweimal täglich das Neueste aus Online-Marketing, E-Commerce, Online-Recht und Technik sowie topaktuelle Personalien. Jetzt kostenlos bestellen!



Umfrage

Immer mehr Smartphones gibt es in deutschen Haushalten, folglich steigt auch die Zahl der mobilen Internetnutzer unaufhaltsam an. Rund ein Drittel von ihnen nutzt das Telefon auch zum schnellen Einkauf, das zeigt eine Umfrage des bvh. Womit kaufen Sie lieber ein, mit dem Smartphone oder einem Tablet?

Mit welchem Gerät kaufen Sie mobil ein?

Top 10 Artikel

Ausgabe 26

Internet World Business

Ausgabe 06/2012

"Wir freuen uns auf die Messe"

Am 27. und 28. März öffnet die Internet World in München ihre Tore für Fachbesucher weiterlesen
Apps richtig analysieren (Foto: istockphoto.com/Creativeye

Apps richtig analysieren

Wie lässt sich die Webanalyse auf mobile Apps übertragen und was es dabei zu beachten gilt mehr
Conversion-Optimierung mit Webanalyse (Foto: istockphoto.vom/mbortolino)

Conversion-Optimierung mit Webanalyse

Um die Schwachstellen eines Shops zu finden, müssen dessen Inhalte regelmäßig kontrolliert werden. Wie Händler ihr Monitoring verbessern können mehr
Tipps für intensivere Kundenbeziehungen (Foto: istockphoto.com/boryak)

Tipps für intensivere Kundenbeziehungen

Der Markt für Computerspiele wächst. Um davon zu profitieren, sollten Anbieter auch auf Mailmarketing setzen. So binden Sie Ihre Spieler mehr