Innovationsmanagement für Onlineshops
Neuerungen im Shop
19.10.2010 11:00 Johannes Altmann
Johannes Altmann ist Gründer von Shoplupe.de
Typischerweise blickt ein Shopbetreiber immer mal wieder zu den anderen, großen Onlineshops, um zu erfahren was "in" ist, welche neuen Partner und Dienstleister integriert wurden und welche Zertifikate im Moment relevant sind. So dreht sich eine komplette Branche ständig im Kreis und springt von Hype zu Hype. Das stresst alle und bringt keinen richtig weiter. Was fehlt: Ein Innovationsmanagement für den Shopbetreiber.
Dank Zalando wurde Magento zum Hype, dank Trusted Shops wurden viele Shopzertifikate zum Hype, dank der Penetranz von ekomi wurden viele Kundenbewertungen im Shop eingebaut und Amazon sorgte für einen Boom der Rezensionsfeatures im Shop. Die Hypes basieren häufig nur auf gegenseitigem Abkupfern und Nachmachen. So funktioniert die E-Welt; das macht sie aber nicht besser.
Immer schneller sind Shopbetreiber deshalb mit der Ist-Situation unzufrieden, werden von neuen "Trends" begeistert und sausen von Relaunch zu Relaunch. Andere Shopbetreiber folgen keinem Trend und sind enttäuscht, dass sie von ihrer Agentur nicht über neue Innovationen informiert wurden. Aber was ist eine Innovation, woher soll sie kommen und wer ist für Innovationen im Shop eigentlich verantwortlich?
Die Innovation ist eine Neuerung im Shop. Dabei muss eine Innovation keine weltbewegende Erfindung sein, sondern kann auch lediglich eine Optimierung des Vorhandenen sein. Um zu einer Innovation zu kommen, muss der Shopbetreiber Trends, Userverhalten, technische Entwicklungen, sein Umfeld und neuste, wissenschaftliche Erkenntnisse sowie das Produktsortiment auf dem Radar haben. Er muss Neuerungen als Potential für seinen Shop erkennen und sie als Innovation einführen.
Innovationen müssen organisiert und verwaltet werden. Vor allem in unserer Branche dreht sich das Rad so schnell, dass eine Innovationspanik entstehen kann. Ist mein Shop aktuell? Bin ich noch vorne dabei? Hab ich was verpasst? Dabei wird schnell verwechselt, dass das, was alle anderen machen mit dem, was meine User wirklich brauchen, nicht immer übereinstimmt. Es muss eine regelrechte Ablehnkultur entstehen, um sich nicht in technischen Innovationsprojekten zu verzetteln.
Innovationen verwalten klingt nicht besonders innovativ und schon gar nicht nach E-Commerce und Internet. Innovationen werden aber immer dann verwaltet, wenn es um Budget geht und dieses von anderen verwaltet wird. Dann wird Speed aus dem Unternehmen genommen, weil gute Ideen erst einmal diskutiert, bewertet und der mögliche Nutzen ausgelotet werden muss. Bei großen Unternehmen ist der Prozess so weit fortgeschritten, dass eine Innovation überhaupt nicht mehr möglich ist. Bei kleinen Unternehmen gibt es diesen Prozess überhaupt nicht, so dass jede Idee sofort realisiert wird. Beide Wege führen nicht zum Erfolg.