"Wer drei Worte in die Suche eingibt, will Kunde werden"
12.03.2009 11:05 Tanja Gabler
Martin Hubert, neuer Geschäftsführer von eprofessional
Martin Hubert ist seit Jahresbeginn Geschäftsführer der Performancemarketing-Agentur eprofessional. Mit internetworld.de sprachder Physiker darüber, wie man Suchmaschinenmarketing einsetzen kann, um neben dem Vetrieb auch die eigene Marke zu stärken.
Welche Rolle spielt Suchmaschinenmarketing im Kommunikationsmix?
Martin Hubert: Große Werbekampagnen prägen Begriffe und erschaffen Kunstwelten. Die Menschen reagieren darauf, indem sie die geweckten Wünsche in die Suche eingeben. Und wenn die Begriffe bei den Ergebnissen nicht auftauchen und zum Produkt führen, wird die Wirksamkeit von Kampagnen aufs Spiel gesetzt. Hier ist es die Aufgabe des Suchmaschinenmarketings, die Response der Kunden aufzunehmen.
Wer in Deutschland über Suchmaschinenmarketing spricht, meint Google-Adwords. Ist das Quasi-Monopol für Sie praktisch oder hinderlich?
Hubert: Dass SEM-Kampagnen in Deutschland auf Google ausgerichtet werden, ist bei diesem Marktanteil von 95 Prozent selbstverständlich. Für uns als Agentur ist das bequem und effizient zugleich, schränkt aber auch den Raum für kreative Konzepte ein. Wie förderlich Wettbewerb für unsere Branche sein kann, sehen wir in Russland, wo es drei große Suchmaschinen gibt. Dort können wir sehr schöne Projekte ausarbeiten, weil die Suchmaschinen motiviert sind, auf Kundenwünsche einzugehen, um ihre eigene Marke zu stärken.
Wie setzen Unternehmen SEM richtig ein?
Hubert: Keyword-Marketing ist eine wichtige Maßnahme, um den Vertrieb zu stärken. Das gilt besonders für Produkte und Services, die man online kaufen und buchen kann. Ein User, der eine Kombination aus drei Worten in eine Suchmaschine eingibt, will Kunde werden. In dem Prozess, aus Wünschen Transaktionen zu machen, ist SEM ungeschlagen: Textanzeigen nehmen die Leute an die Hand und führen sie zum Kauf.
Suchmaschinenmarketing wird zunehmend auch zur Markenbildung eingesetzt.
Hubert: Wenn erfolgreich Brand-Building über die Suche betreiben möchte, müssen die Textanzeigen Gefühle wecken. Im Mode-Bereich wird man dann von „Stil" und „Frühling" sprechen statt von Rabatten und Preisen. Für das Image fast ebenso wichtig wie die Markenbildung ist der Markenschutz. Die Suche gleicht oft noch dem Wilden Westen, in dem viele auf Brands bieten, an denen sie nicht die Rechte besitzen.
Lesen Sie in Teil zwei, wie Reputationsmanagement in Suchmaschinen funktioniert.