Studie: Deutscher Onlinehandel verliert Millionen durch Kaufabbrecher
17.12.2008 11:08 dp
Verwaiste Einkaufswägen sorgen im E-Commerce für Millionenverluste
(Foto: gabisch@pixelio.de)
Alarmierende Zahlen für den deutschen Onlinehandel: Laut einer aktuellen Studie des Software- und Beratungshauses Epoq gehen den Webshops in Deutschland jährlich zwischen 500 Millionen und eine Milliarde Euro verloren. Schuld daran ist eine hohe Abbruchquote beim Onlinekauf.
Kaufabbrecher sorgen im Online-Handel für große Verluste. Das zeigt eine aktuelle Studie des Software- und Beratungshauses Epoq. 43 Prozent der für die Studie befragten 100 Marketing-Verantwortlichen gehen von einem jährlichen Schaden für die Branche von über 500 Millionen Euro aus. Weitere 39 Prozent beziffern die Summe sogar auf über eine Milliarde Euro allein in Deutschland.
Vor diesem Hintergrund werden Onlinemarketing-Maßnahmen laut Studie künftig an Bedeutung zunehmen. Vor allem intelligente Web-2.0-Technologien seien hier weiter auf dem Vormarsch. Knapp zwei Drittel der befragten Experten (65 Prozent) sehen diese als wichtigste Onlinemarketing-Maßnahme in der Zukunft an. "Softwarelösungen, die im Vorfeld erkennen, ob ein Webshop-Besucher den aktuellen Kaufvorgang abbrechen wird, können den Webshops helfen, die Abbruchquote zu verringern", betont Epoq-Geschäftsführer Thorsten Mühling. "Ist ein solcher Kaufabbruch potentiell zu erwarten, bedarf es eines intelligenten Empfehlungsservices, welcher automatisiert einen geeigneten Kaufanreiz vorschlägt."
Laut Studie gehen 77 Prozent der befragten Marketingexperten davon aus, dass schon in 2009 die Bedeutung von Web 2.0 für die Werbewirtschaft zunehmen wird. Bereits im Jahr 2011 werden bei über der Hälfte aller Onlinemarketing-Maßnahmen in Deutschland Web 2.0-Technologien eingesetzt, da ist sich eine Mehrheit von 56 Prozent der Befragten sicher. Weitere 31 Prozent gehen sogar von 2010 aus. Web 2.0 ist jedoch nicht die einzige Onlinemarketing-Maßnahme, die in den nächsten Jahren wichtiger werden wird. Nach Expertenmeinung trifft dies vor allem auch auf die Suchmaschinenoptimierung (56 Prozent), elektronische Newsletter (54 Prozent), integriertes E-Mail-Marketing (52 Prozent) und Online-Pressearbeit (44 Prozent) zu.
Sales Manager am 17.12.2008
Kaufabbrecher - da dürfen sich einige Manager nicht wundern
Da kann man auf die ach so wichtigen Entscheidungsträger in unseren großen E-Commerce Konzernen einreden wie auf tote Pferde. Die Arroganz überwiegt und keiner will sich helfen lassen sein Geschäft besser zu machen.und die Kundenbindung zu erhöhen. Man weiß ja wie es geht (oder auch nicht)
SuperZyniker am 17.12.2008
Kaufabbrecher
Offen lassen derartige Berichte über Kaufabbrecher aber immer, wie denn festgestellt worden ist bzw. werden kann, ob der Kunde tatsächlich kaufen, oder sich nur über das Angebot und die Kosten informieren wollte?
Nicht jeder, der sich durch einen Webshop klickt und etwas auswählt muß die Absicht haben, dies auch (sofort) zu bestellen.
Schließlich kauft man auch in ein "normales" Kaufhaus nicht unbedingt bei jedem Besuch etwas ein und geht durchaus auch mal zum Informieren (oder im Winter zum Aufwärmen) hin.
Außerdem kann es durchaus auch sein, daß der Bestellvorgang abgebrochen wird, weil der Kunde diesen vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt durchführt, nachdem er sich z.B. über Anforderungen, eventuell weitere gewünschte Artikel etc. informiert hat.
Natürlich kann es genausogut möglich sein, daß der Kunde dann in einem anderen Webshop bestellt - wenn ihm dieses Angebot besser zusagen sollte.
Fazit:
Kaufabbrüche kann man nicht so einfach und pauschal bewerten und als Kundenverlust sehen.
Das wäre genauso wie bei der Rechteverwertungsmafia, die auch unzulässigerweise davon ausgeht, daß jeder, der ein Musikstück illegal downgeloaded hat, dies auch gekauft hätte, wenn er es nicht kostenlos bekommen hätte.
web 4.0 am 17.12.2008
Kaufabbrecher und Kundenbindung
Das Kaufabbrecher ein großes Thema ist war doch zu erwarten. Wenn ich mir die meisten 2.klassigen Onlineshops anschaue. Deren Anmeldungs- und Bestellprozess ist einfach unseriös und unprofessionel. Kundenhotline fehlanzeige.
Auch über das Thema Kundenbindung haben die meisten Shops noch nichts gehört. Ich habe bereits bei diversen Shops bestellt, kaum ein Shop betreibt Kundenbindung bzw. Kundenreaktivierung. Mich wundert dieser Verlust in keinster Weise.