Onliner glauben an Finanzierung von Verlagsangeboten
03.09.2009 16:50 tga
Journalisten in den neuen Medien haben mehr Vertrauen in die Finanzierung von Internetangeboten von Verlagshäusern als ihre Kollegen aus anderen Medienbereichen - und weniger Angst um ihren Job.
Das ergab der Medien-Trendmonitor der dpa-Tochter news aktuell. Während 58 Prozent der Kollegen in Onlinemedien davon überzeugt sind, dass sich Webangebote von Verlagen in absehbarer Zeit sicher oder eventuell rechnen werden, glauben das nur 40,2 Prozent aller Journalisten und sogar nur 34,5 Prozent der bei Zeitschriften Beschäftigten.
Dass Investitionen in soziale Netzwerke ein guter Weg sind, um neue Geschäftsmodelle zu erschließen, glauben 36,9 Prozent der Befragten - unter den Onlinern sind es sogar 52,8 Prozent. Auch die Einschätzung von Microbloggingdiensten wie Twitter variiert stark nach Medienbereich: Als "spannende Spielwiese" bezeichneten Twitter 32,1 Prozent der Onlinejournalisten, aber nur 22,5 Prozent der Gesamtbefragten.
Große oder sogar sehr große Sorgen um ihren Job machen sich 30,2 Prozent der Befragten, unter den Onlinejournalisten sind es nur 24,9 Prozent, bei den Beschäftigten in Zeitschriften sogar 36,4 Prozent.
d. am 04.09.2009
Alles schön und gut, ...
... aber die Leute wollen nicht bezahlen, ... die großen Verlagshäuser sind meines Erachtens meilenweit davon entfernt, zeitgemäße und kreative Online-Angebote zu launchen für die eine Masse bereit wäre zu bezahlen. Ideen gab und gibt es sicherlich, aber jetzt ist es eigentlich schon für viele zu spät. Der Rückzug aus Online Anfang/Mitte des Jahrzehnts war ein riesen Fehler. ich bin gespannt, wie sich die versäumte Zeit nachholen lässt.
Eine ehemals frustrierte Verlagsmitarbeiter im Bereich Jugend, die ihren Job aus oben genannten Gründen verloren hat.
Boris am 04.09.2009
Mein Kampf gegen Windmühlen...
Der geringe Glaube von klassischen Zeitschriftenjournalisten zeigt nur, dass sie sich, im Gegenteil zu Ihren Onlinekollegen, noch nicht ausreichend mit dem Medium beschäftigt haben, es teilweise auch gar nicht wollen. Kaum vermittelbar ist schon der Unterschied zw. Online und Offline-Schreibe. Nahezu unmöglich erscheint Socialmedia oder Microblogging-Angebote und deren Sinnhaftigkeit für Verlage einem Printschreiberling begreiflich zu machen. Die Erkenntnis, dass die Leserschaft auch redaktionell dort abgeholt werden muss, wo sie sich eben tummelt ist neu. Um so schwerer ist diese Tatsache zu akzeptieren, wenn man jahrzehntelang gewohnt war, dass der Leser von selbst (oder durch die Marketingabt.) zu einem kommt und sich die Inhalte abholt.
Die meisten Journalisten sind sicher Fachleute in Ihrem Themenbereich. Darüber zu schreiben ist Ihr Geschäft. Das Geschriebene aber optimal zu vermarkten ist gottlob das Business anderer ...
Ein frustrierter Verlagsmitarbeiter