Trends von der ad:tech in San Francisco
"Absolutes Google-Ranking nicht mehr so wichtig"
21.04.2010 11:59 tga
Live dabei: Oliver Weiß
Seit Montag treffen sich auf der adTech in San Francisco Onlinemarketing-Experten aus aller Welt, um neue Trends, Chancen durch das iPad, personalisierte Suchergebnisse und Werbung auf Twitter zu diskutieren. Oliver Weiß, Country Manager des Such- und In-Text-Netzwerks Mirago, ist vor Ort.
Wie ist die Stimmung auf der ad:tech?
Oliver Weiß: Der Optimismus ist zurückgekehrt. Für 2010 sagen die Experten für den US-Onlinewerbemarkt ein Umsatzwachstum von 14 Prozent, für 2011 weitere zehn Prozent voraus. Die größten Zuwächse erwartet man in den Bereichen Suchmaschinen- und Videowerbung.
Was sind die wichtigsten Themen?
Weiß: Viel wird über die zunehmende Fragmentierung und Komplexität der digitalen Welt diskutiert. Neue Endgeräte, mehr Publisher, mehr Agenturen, mehr Analysedaten, neue Werbemodelle, Real-Time-Content und erweiterte Targetingmethoden machen Kampagnenplanung und -umsetzung für Onlinemarketer immer komplizierter.
In seiner Keynote machte Jaime Cohen Szulc, Global CMO von Levi Strauss, deutlich, dass man einen gewissen Kontrollverlust in der Markenführung akzeptieren muss, sich dafür aber neue Chancen eröffnen. Es werde immer wichtiger, authentisch zu sein, etwas für seine Zielgruppe zu tun und die Unternehmenskultur im Gleichgewicht zwischen Beständigkeit und Anpassungsfähigkeit zu halten. Nur dann eröffne sich die Chance, dass Konsumenten eine Marke tragen und weiterentwickeln.
Wie wird das iPad als Marketinginstrument bewertet?
Weiß: In seiner Keynote gab Chris Anderson vom Wired Magazine zu, dass er dem iPad zunächst ziemlich skeptisch gegenüberstand, weil viele andere Tablet-PCs zuvor die hohen Erwartungen nicht erfüllt hätten.
Adobe und Wired arbeiten derzeit an einem komplett neuen Ansatz für die Produktion von Inhalten für die Tablet-PC-Ära. Dies wäre ein echter Schritt in Richtung einer Medienproduktion für das 21. Jahrhundert. “Das ist das erste Mal in meinem Berufsleben, dass ich einen Weg für das digitale Magazingeschäft im 21. Jahrhundert sehe“, sagte Anderson.