"Agenturen nehmen ihre Kunden aus"
04.08.2009 09:35 tga
Georg Röben, Marketingleiter bei Jochen Schweizer, glaubt nicht an eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Werbetreibenden und Onlinemarketingagenturen. Im Interview mit internetworld.de nennt er seine Gründe.
Ihre These ist: Onlinemarketing-Agenturen funktionieren nicht. Warum nicht?
Georg Röben: Da gibt es einen nicht auflösbaren Zielkonflikt: Die Agentur will in erster Linie ihr Geld mehren und nicht das des Kunden. Wenn Sie die Agentur prozentual am SEM-Umsatz beteiligen, bucht sie Ihnen die teuren Begriffe mit viel Suchvolumen. Wenn Sie sie pro Bestellung bezahlen, sattelt sie auf den Long Tail um, da sie die weniger oft gesuchten Begriffe günstig einkaufen kann. Dazu kommt, dass Agenturen gerade im Onlinemarketing einfach zu viele Möglichkeiten haben, den Kunden auszunehmen wie ein Suppenhuhn.
Welche?
Röben: Das kann über Provisionen laufen, so genannte Kickbacks, aber auch über Einmalzahlungen, die nicht offiziell auftauchen. Um eine Agentur zu kontrollieren, brauche ich so viel Wissen - wenn ich das habe, kann ich es gleich günstiger selbst machen. Und das muss ich dann auch, denn wenn ich meine Agentur kontrolliere, verliert diese die Lust, für mich zu arbeiten. Agenturen lieben dumme Kunden.
Es geht also ums Geld?
Röben: Nicht nur. Das Hauptproblem, wenn ich Marketing an eine Agentur abgebe, ist das Know-how, das ich dabei verliere. Das Wissen, das ich aus den durch meine Kampagnen gewonnenen Daten generieren kann, entscheidet über den Erfolg meines Unternehmens.
Hoss am 19.08.2009
Agenturarbeit ist hart
Habe schon bei den grössten Firmen von Europa gearbeitet und bei den grössten Werbeagenturen (top 10 weltweit).
Persönlich habe ich Respekt bekommen von der Arbeit der Agenturen. Ziemlich harte Arbeit sich immer mit diesen Ach-so-jung-dynamischen rumzuschlagen, welche immer glauben, dass man Tag und Nacht arbeiten soll. Und dies selbstverständlich für ein Butterbrot.
mork vom ork am 18.08.2009
genauso platt,...
...wie diese statements daher kommen,meine ebenso platte antwort:
alle statements in diesem interview sind peinlich unqualifiziert und zeugen von unglaublicher ahnungslosigkeit was den gesamten marketingmix angeht...insbesondere in der eindimensionalen analyse welcher kommunikationskanal welchen wirkunsgbeitrag erzielt *autsch*
agenturen sind echt ein einziger dreckshaufen - übrigens genauso wie ahnungslose marketingleiter.
jens am 12.08.2009
schafe sind knuffige tiere
hier noch ein artikel, bei dem sich sicherlich die marktteilnehmer sicherlich noch mehr als hier in die wolle kriegen werden:
http://www.linkmafia.org/affiliate-betrug-auch-bei-agenturen.html
und das video, das beweist, dass grundsätzlich ALLE schafe gefährlich sind:
http://www.youtube.com/watch?v=0gEDUDmZkyc
aber nachdem man nicht pauschalilalusieren sollte, zum abschluss diesmal ein harmloses lied:
http://www.youtube.com/watch?v=9bC7HUK3HsQ
määäähhhh!!!
p.s.: fehlendes geld ist keine ausrede für ein ungepflegtes äußeres, denn merke -> auch ein schaf mit leeren händen schert edward mit den scherenhänden
Anna Klein am 12.08.2009
SEM und Agenturen
Tolle Leistung Herr Schweizer!
Wollen Sie wirklich Ihre Mitbewerber stoppen, professionelle Hilfe zu suchen?
Ach.... nein.... Sie wollen keine Konferenz.... überhaupt keine....
Oder verstehen Sie wirklich gar nix in diesem Bereich?
Es ist doch bekannt, dass Google eine Politik betreibt, die suggeriert, dass Adwords ganz einfach ist. In der Wirklichkeit ein nicht Profi – oder besser - die meiste „selbst treibende“– viel mehr für Ihre Klicks zahlen, als es kosten sollte
Damit treiben Sie die Gesamtpreise für die Anzeigen in die Höhe. Wen bei einem Profi ein Keywords 0,30 Cent kosten sollte, durch „Selbsttreibende“ erhäht sich Gebot um 15-20 Cents
Was Wunderbar in die Preispolitik von Google passt.
Ich habe schon viele „selbst gemachten“ Kampagnen gesehen, wo die Werbetreibenen die Hälfte vom Werbebudget einfach durch falsche Anzeigengestaltung vertraten haben. Und keine Sekretärin kann es einfach nebenbei lernen...
Allerdings die Einnahme, dass die Webetreibende Ihre Budget reduzieren wollten ist Falsch. Sogar wenn die Website in den Natürlichen Suchergerbnissen nach vorne kommt, habe ich nich nicht erlebt, dass die Werbetreibende Ihr Werbebudget reduzieren – im Gegenteil.
Und eine professionelle Adwords-Agentur wird jedem helfen die Klickpreise zu reduzieren, die Anzeigepositionen zu erhöhen und dadurch bei dem gleichen Werbebudget mehr relevanten Interesennten auf die Website zu bringen. Was natürlich auch die Rentabilität der Kampagnen erhöht.
jens am 12.08.2009
this is how we do it...
http://www.searchenginepeople.com/blog/how-to-guarantee-anything.html
lustiger artikel zum thema - mögen sich die schwarzen schafe angesprochen fühlen und die leute mit reinem gewissen freuen, dass sie für geld eben NICHT jeden preis bezahlen.
cu
jens
p.s.: besser als der montell-jordan-betreff-title -> http://www.youtube.com/watch?v=9nl1F1320lA
Rita Anton am 10.08.2009
Nur wer weiss, kann entscheiden
Ich kann die ganze Aufregung hier sehr gut verstehen, denn ich bin so eine Unternehmerin, die monatelang auf die Webagentur gehört hat und fast 5.000 EUR ausgegeben hat für eine Website, die dann erst danach für Suchmaschinen optimiert werden musste - wiederum mit weiteren Kosten - und dann stellte ich mich der Aufgabe: ich habe einen "neutralen Internet Marketing Experten", den ich über Google auch fand - und durch seine Expertise wurde ich aufgeklärt: meine Agentur hatte zwar Ahnung vom Webdesign, aber hatte mich an eine SEM-Agentur gegen regelmäßige Provisionen verkauft. Inzwischen lerne ich das ganze durch den Experten und bin in der Lage, zumindest auf Augenhöhe mit den Agenturen zu sprechen. Er hat mich auf sehr viele Dinge aufmerksam gemacht - nur wer weiss, kann entscheiden - wer sich auf die Meinung anderer verläßt, ist oft schnell verloren. Ich kann dem Beitrag nur zustimmen!
Andre am 10.08.2009
Alles gesagt.
Bei allem Respekt: so etwas Kurzgesprungenes habe ich schon lange nicht mehr lesen müssen. Am Ende wird jedes Unternehmen, welches über Jahre ohne Agentur arbeitet kreativ wie konzeptionell im eigenen Saft schmoren. Das war schon immer so. Auch die in Mode kommenden Inhouse-Agenturen können an diesem bekannten Effekt nichts ändern. Ich arbeite seit vielen Jahren mit einer solchen Inhouse-Agentur zusammen und habe über Jahre miterlebt, wie immer mehr Aufgaben an die Agentur zurückgeflossen sind. Die Agentur als Innovator, Informationsfilter, Consulting Sparingspartner, Lösungslieferant und verlängerte Werkbank. Alles gern genomme Dienstleistungen, auf die sich Unternehmen stets verlassen konnten. Ob die Honorierung hierfür angemessen ist, ist lediglich eine Frage der Transparenz und der offenen Zusammenarbeit. Aber das ist eine Kulturfrage, die ihren Ursprung schon in der Ausschreibung und Kommunikation nimmt.
jens am 07.08.2009
wozu die ganze aufregung?
sind doch eh bald keine websites mehr da und dann löst sich das problem von selber...:-)
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,640814,00.html
“Zwar wachsen die Werbeumsätze aus Onlineangeboten - aber eben nicht so schnell, wie die Umsätze der meisten Printobjekte (und vieler TV-Sender) schrumpfen. Nur wenige arbeiten zudem überhaupt kostendeckend oder machen Profite. Ihre Einsparpotentiale aber haben die Medienhäuser weitgehend ausgeschöpft: Wer noch mehr spart, knapst an der Qualität - und erledigt sich so mittelfristig selbst.”
vielleicht sollte man schon mal anfangen, selber ein paar projekte aufzubauen, die bisher affiliaes zum nulltarif gebaut haben...soll ja ne goldgrube sein...:-)
alternativ bleibt natürlich SEM und der glaube daran, dass ein quasi-monopol zu sinkenden preisen führt...wie es halt auch in den wirtschaftslehrbüchern oder geschichtsbüchern steht...gelle?
Michael am 06.08.2009
Ein wirklich pauschal dummes Gerede
Tja, Herr Röben,
die Kommentare sprechen für sich. Da haben Sie ein offenes Feedback bekommen. Und stehen wirklich schlecht da. Der weder besonders pointiert noch treffend formulierte Verbaldurchfall rauscht stinkend an den staunenden Menschen vorbei, die versuchen, Ihr Business noch vorn zu bringen. Gegen den Wind urinieren? Wir klatschen staunend Beifall!
Ralf Zmölnig am 05.08.2009
Platt aber etwas dran
Grundsätzlich finde ich die Aussage mehr als platt und reisserisch. Aber ebenso grundsätzlich kann ich es auch verstehen. Gerade im immer noch nicht überall etablierten Onlinemarketing gibt es Agenturen, die den Erfolg des Kunden weit hinten anstellen. Gerade im Affiliatemarketing gibt es Agenturen, die ein Programm bei den Netzwerken einstellen, und sie dort dann von alleine laufen lassen.
Aber wenn man von diesen wenigen absieht, dann ist das Know-How aufgrund der Erfahrungen und der mannigfaltigen Sichtweisen, Projekte und nicht zuletzt der nicht vorhandenen Scheuklappen eines externen unglaublich wertvoll. Und Agenturbeziehungen haben eben auch viel mit Vertrauen und Transparenz sowie Authentizität zu tun. Zudem ist eine vernünftige Definitin an Performanceorientierung ein einfacher Hebel, und das ist nicht die einzigste Stellschraube, die erfahrene Marketingleiter einzustezten wissen.
Und da der Wettbewerb JS ja ordentlich zusetzt, bleibt es spannend zu sehen, welche Wettbewerber in Zusammenarbeit mit guten Agenturen JS die Butter mehr und mehr vom Brot nehmen ;o)
jens am 05.08.2009
sachliche diskussion
@felix: eben! bei sachlichen diskussionen ist unsere branche ja sowieso ganz groß :-)
http://www.youtube.com/watch?v=0GtdVnW6-_Y
volkervolkervolker!!!
Online Marketing Expert am 05.08.2009
Immer schön klein bleiben...
Das sind die Herschaften, die immer schön klein bleiben wollen. Buchen wir halt in Zukunft Ballonfahrten, Fallschirmsprünge, Weinseminare oder was auch immer direkt beim Anbieter. Das Internet machts möglich. Warum Jochen Schweizer eine Provison bezahlen, wenn man es beim Anbieter direkt billiger bekommt. Naja, wie gesagt: Immer schön klein bleiben. International hat JS keinerlei Bedeutung. Liegt wohl an den falschen Marketingentscheidungen...
Felix Holzapfel am 05.08.2009
Sorry... Aber das ist einfach ...!
Denn a) Seit wann besteht Online-Marketing denn nur aus SEM, SEO, Affiliate & Co.?
b) Geht es beim Online Marketing verstärkt nicht mehr um die reine Buchung von Media oder ähnlichem, sondern um die Entwicklung von Ideen. Und hier ist externer Input oftmals einfach äußerst hilfreich und bringt mir der richitgen Agentur schnell frischen Wind in das Marketingsegel eines Unternehmens. Dieses Know-How kann man intern oftmals einfach nur sehr schwer aufbauen (z.B. Stichwort Betriebsblindheit).
Und c) kann man bekanntermaßen nie alle (Agenturen) über einen Kamm scheren. Mal ganz davon abgesehen, dass es auch hierzulande schon die ein oder andere Agentur gibt, die nicht auf kurzfristigen eigenen Umsatz, sondern einen langfristigen Erfolg des Kunden hinarbeitet. Dieser zahlt sich nämlich dann in der Regel eben nicht nur kurz- sondern auch langfristig für die Agentur aus.
Toller Beitrag, um ein bisschen PR zu generieren weil man sich natürlich schön drüber aufregen kann und es ordentlich polarisiert. Letztendlich aber kontraproduktiv bzw. schade... Denn im Kern spricht der Beitrag ja ein durchaus vorhandenes Problem an. Aber man muss das Kind halt auch beim richtigen Namen nennen und kein Pauschalurteil gegen eine gesamte Branche fällen.
unreflektierte einzelmeinung... am 05.08.2009
jens
"Traurig nur, wenn Internet World dieser Einzelmeinung unreflektiert eine Plattform bietet. Blogger tun das ja häufiger, Journalisten sollten das nicht tun."
ich weise diese pauschalisierung bzgl. der arbeit von bloggern ENTSCHIEDENST (!) zurück. wir recherchieren sehr gewissenhaft:
http://www.dummlaut.com/fight-club-20-oder-nichtdas-ist-hier-die-frage.html
Alexander Nemet am 04.08.2009
Oder ganz einfach Agentur professionell steuern
Die Lösung ist, die Agentur durch eigene Profis zu steuern. Somit wird die Buchungsstrategie ob und wie viel Longtail, Moneykeys etc. gebucht wird gemeinsam festgelegt, ein "ausnehmen wie eine Weihnachtsgans" unmöglich gemacht da der Gewinn der Agentur voll transparent, gleichzeitig profitiert man von den Einkaufskonditionen und den Erfahrungen, die die Agentur in Anderen Bereichen macht.
Online ist nun mal messbar, was klassischen Agenturen sauer aufstößt, da sie immer Schwerer ihre oft diffusen Konzepte los werden.
Leben und leben lassen währe mein Vorschlag. Nicht unqualifiziert draufschalgen.
Einen erfolgreichen Sommer noch!
jens am 04.08.2009
amüsant
herrlich - deswegen nennt man es PARTNERprogramme :-)
nachdem erst die affiliates und dann die netzwerke auf die fresse gekriegt haben, sind nun halt die agenturen dran und dann gehts wieder von vorne los oder kreuz und quer jeder mit jedem bzw. alle gegen alle - es ist noch immer genug für alle da :-)
und natürlich darf das obligatorische video nicht fehlen:
http://www.youtube.com/watch?v=6pmshOS6Mwo
druffdruffdruff druffdruff
cu
jens
p.s.: geht also auch ohne mich ganz gut, oder? ;-)
Ron Hillmann am 04.08.2009
Agenturen sind eine gute Alternative
KPI's mit den Agenturen zusammen erarbeiten & Erfolgskomponente.
Größere SEM-Agenturen werden von Google ständig geschult. Dieser Wissensvorsprung kann den Wettbewerb entscheiden. Mitarbeiter der Agenturen müssen Zertifizierungen erwerben. Und einfach sind die nicht. Bei der letzten Schulung fiel gerade wieder ein SEM-Manager aus München durch.
Was ist mit Brandprotection-Tools, Analysetools à la Sistrix oder den Bidmanagement-Tools in der Agentur? Da können Agenturen Größenvorteile ausnutzen für ihre Kunden. r.refinedads.com bei Schweizer als Tracking-Link deutet darauf hin, dass Bid-Tools im Einsatz sind.
Und wie steht es mit dem Ausfallrisiko bei Vorleistung? Das muss in den Provisionen enthalten sein. Wer wartet schon gern auf 500.000 Euro bei 2 % Agentur-Provision, wenn bei einer sicheren Anlage locker 5 % ohne Personalkosten zu erzielen sind.
Und viel Spass übrigens, wenn mal wieder der Inhouse-SEM-Manager die Firma wechselt. Dann sprechen wir hier noch von Opportunitätskosten.
Affiliates sind in der Mehrheit auch Agenturen. Wie werden die bei Schweizer behandelt. Auf dem Partner-Blog beginnen ja bereits die Entschuldigungen für diesen Artikel.
Dann mal Grüße in die Sommerpause
V.H. am 04.08.2009
Dienstelistung - Unterschied Teil 2
Natürlich gibt es Firmen die mit Online-Themen nicht beschäftigen wollen oder können. Für diese ist eine Agentur sicher sinnvoll, solang die Mechanismen transparent sind nach denen die Agentur arbeitet, solang die Agentur im Interesse des Kunden denkt und solang die Agentur versucht nicht für den eigenen, sondern für den Profit des Kunden zu agieren. Wir leben heute jedoch in einer gewinnorientierten Gesellschaft...diese Agentur muss ebenso die Gehälter ihrer Mitarbeiter finanzieren. Sie kann also nicht zu 100% an den Kunden denken. Und genau hier liegt der im artikel beschriebene Interessenkonflikt.
Sicherlich ist das Ganze ein wenig verschärft dargestellt, aber soll ein Artikel nicht auch zum Nachdenken und diskutieren anregen?
In diesem Sinne...viel Spaß dabei
V.H. am 04.08.2009
Dienstleistung - EiUnterschied zwischen Dienst und Leistung
So wie ich den obigen Artikel verstanden habe, wünscht dieser Kunde keine Leistung einer Agentur, sondern hat sich für eine Inhouselösung entschieden. In meinen Augen macht das Ganze auch Sinn. Ein Unternehmen oder eine Marke definiert sich ausschließlich über ein gutes und funktionierendes Marketing. Selbstverständlich könnte auch eine Agentur die Kommunikation nach Aussen übernehmen, allerdings wäre der Arbeitsaufwand was Briefung der Agentur, Kontrolle der Agentur und Wirksamkeitsmessungen neben denen der Agentur genau so hoch, als wenn hier eine komplette Inhouse-Lösung gewählt würde.
Frank (Unitleiter) am 04.08.2009
Oder nehmen doch eher die Kunden die Agenturen aus?
Hier spricht mal wieder einer der geliebten Kunden, die am liebsten alle Leistungen einer Agentur haben möchten, aber nichts zahlen möchten.
Diese besondere Sorte Kunde drückt die Preise wo es nur geht, gibt sich aber bitte nicht mit Beratern unter dem Level eines Etat Directors zufrieden. Und eines wird auch gerne vergessen: eine Agentur stellt nicht nur das Wissen zur Verfügung, sondern auch die Urlaubs- und Krankheitsvertretung der jeweiligen Mitarbeiter und in der Regel mehrere Spezialisten aus den unterschiedlichsten Bereichen.
Auf solche Kunden verzichte ich gerne!
Helge Cramer am 04.08.2009
Transparenz statt Zielkonflikt
Ein Artikel zum Nachdenken- aber sicher nur in Verbindung mit den zahlreichen Kommentaren dazu, die inhaltlich überlegter, reflektierter und umfassender sind als der Artikel bzw. das Kurzinterview.
Dass der Zielkonflikt, den Agenturen und Kunden oftmals haben, vor allem darin begründet ist, dass Vergütungsmodelle sie geradezu herausfordern, hat Torsten Piening in seinem Kommentar sehr schön dargestellt. Hier liegt auch meiner Meinung nach das größte Problem. Natürlich stimmt es, dass z:B. SEM keine "Rocket Science" ist, aber es gab und gibt in den einzelnen Online-Marketing-Disziplinen genug Herausforderungen, die Wissen und Zeit (!) erfordern.
Und hier hinkt auch der Vergleich mit dem Automechaniker, der hier einige Male bemüht wurde: Dieser wird nach Zeit bezahlt (Arbeitseinheiten, wie man auf den Rechnungen sehen kann) und nicht danach, wie gut/schnell das Auto danach fährt. Agenturverträge hingegen haben oft - gerade die Affiliate-Netzwerke machen es ja vor - eine performancebasierte Vergütung, die geradezu dazu auffordert, Ziele zu verfolgen, die nicht unbedingt die des Kunden sind.
Ketzerisches (?) Beispiel: Wenn ich als Agentur einen Prozentsatz des verbrauchten SEM-Budgets als Vergütung vereinbare, kann das Ziel des Kunden (in der Regel "Mehr Kunden/Umsatz bei gleichem oder niedrigeren CPO") durchaus mal mit einer BudgetABSENKUNG zu erreichen sein- die Agentur erhält also umso weniger Geld, desto besser sie das Ziel erreicht.
Torstens Ansatz, hier mehrere Key-Indikatoren zu definieren, ist eine Lösung. EIne viel einfachere stellt die Analogie zum Automechaniker wieder her: (gute) Online-Marketing-Agenturen sollten immer das Beste FÜR DEN KUNDEN erreichen wollen- dafür brauchen Sie vor allem Zeit (und nicht immer zwingend mehr Budget)- also warum nicht nach Zeit statt nach Budget abrechnen? Solche Modelle finden sich (eher) selten, da sie schwerer vertrieblich nutzbar sind (Stichwort "Sie zahlen nur bei Erfolg"), oft die Agentur finanziell schlechter stellen (wenn ein relativ gut laufendes Konto mit viel Budget nur wenig Aufwand erfordert) und auch (manchmal nicht so gern gesehene) Transparenz erfordern.
Es ist sicher richtig, dass man vieles ohne Agentur machen kann- und das kann auch mal die beste Empfehlung für den einen oder anderen Kunden sein. Wenn man aber nicht outsourct, sollte man bedenken die Alternative heißt die Arbeitszeit selbst aufzuwenden- diese Kosten werden oft von Kunden unterschätzt oder gleich unter den Tisch fallen gelassen. Ob das dann besser läuft? Ich glaube nein. Ob es dann günstiger ist? Ich glaube ja, wenn man keinen "vernünftigen" Vertrag hat.
Bei allem Widerwillen gegen das auch aus meiner Sicht unqualifizierte Pauschalurteil regt dieser Artikel vielleicht - ähnlich wie die damalige Schelte von Herrn Bescheid zum Thema Affiliate-Marketing :-) - eine rege Diskussion um Vergütung und "gerechte" Entlohnung für gute Arbeit an- die ich im Übrigen auch nicht bei den genannten 30-50 Euro sehe...
Raus aus der Schmuddelecke- da gehört gutes Online-Marketing nicht hin und wir (die Agenturen) haben es gemeinsam mit dem Kunden selbst in der Hand, was dagegen zu tun!
Der "Alleswisser" am 04.08.2009
Immer da beim Outsourcing - der Interessenkonflikt
Dass aus 100 Euro 90 Euro gemacht werden ? .... bei gefühlt unfairer Bezahlung. Das scheint mir der Regelfall, nur weiß es der Kunde nicht.
Wolfgang Thomas am 04.08.2009
Gute Agenturen schaffen Mehrwert für gute Kunden
Als Inhaber einer Online-Mediaagentur (www.netzwerkreklame.de) treffe ich bisweilen auch auf Kunden, die Agenturleistungen eigentlich lieber nicht bezahlten möchten, die es für völlig normal finden, wenn ihr Automechaniker 80-120€ pro Stunde bekommt, ihr Anwalt 200-300€ und der Online-Mediaplaner mit Studium um mehrjähriger Erfahrung für effektiv 30-50€ arbeiten soll, was natürlich nicht funktioniert. Diese Kunden teilen ihre Mini-Budgets auch gern zwischen 5-6 Agenturen auf und wundern sich dann, dass sie bei keinem dieser Dienstleister Ernst genommen werden. Oder sie versuchen durch Pitches kostenlos an das Agentur- Know how zu kommen. Zum Glück sind dies relative wenige, meist sehr kleine Unternehmen, die durch dieses Verhalten auch klein bleiben.
Glücklicherweise gibt es aber auch immer mehr Kunden, die den Mehrwert einer Agentur verstehen: günstigere Einkaufskonditionen, strategischer Überblick über die Möglichkeiten des Marktes, integrierte Planung aller Marketing-Instrumente aus einer Hand, breites Erfahrungsspektrum aus einer Vielzahl von Märkten und Zielsetzungen, unabhängige Beratung und fundiertes Media-Know how. Gute Kunden können gute Agenturen in der Regel auch gut steuern, sie bezahlen leistungsgerecht und überprüfen die Leistung der Agentur logischerweise auch. Schwarze Schafe gibt es letztlich überall, und zwar auf beiden Seiten. Aber man kann sich ja auch auf die Guten konzentrieren.
Mir sind übrigens die Online-Marketing-Aktivitäten von Jochen Schweizer bislang noch nicht wirklich im Netz aufgefallen, daher vermute ich, dass sie von begrenzter Komplexität und geringerem Volumen sind. Diese Aufgabe kann man dann wahrscheinlich gut auch inhouse lösen. Der mitschwingende Generalverdacht gegenüber allen Agenturen disqualifziert sich letztlich selbst. Traurig nur, wenn Internet World dieser Einzelmeinung unreflektiert eine Plattform bietet. Blogger tun das ja häufiger, Journalisten sollten das nicht tun.
DIGITALE GURU am 04.08.2009
Agenturen-Kunden: ein interessenkonflikt
ich sehe es eher als ein Interessenkonflikt.
Die Kunden wollen alles am besten möglichst günstig/billig und mehr ROI. Die Agenturen Verträge werden aber so verhandelt, dass die Agentur möglichst wenig an Fee verdient und keine "Motivation" dafür hat, warum die mehr ROI für den Kunden schaffen soll.
Wenn der Kunde wenig für die Leistung bezahlt und nicht versteht, wieviel Arbeitsaufwand es bedeutet, werden die Agenturen aus 100 Euro 90 Euro machen. Wenn der Kunde aber das Arbeitsaufwand erkennt, Agenturen motiviert und fair zahlt, werden die Agenturen aus 100 Euro 110 machen.
Thorsten Piening am 04.08.2009
Leider inhaltlich unzureichend und unzutreffend
Sicherlich gab und gibt es Agenturen, die hinsichtlich der Monetarisierung ihre eigenen Ziele im Vergleich zu den Kundenzielen priorisiert haben respektive priorisieren. Die eigentliche Ursache hierfür begründet sich aber vornehmlich durch entsprechend unzureichende Vertragswerke.
Wer heute einen SEA-Betreuung rein budgetabhängig vergütet, der handelt meines Erachtens nach grob fahrlässig. Dem Problem ist einfach vorzubeugen, wenn das Vertragswerk Key Performance Indicators wie beispielsweise die CVR oder den CPO enthält. Hier können Bandbreiten und entsprechende Regelungen bei Abweichungen getroffen werden.
Bisher habe ich noch nicht die Erfahrung gemacht, dass Agenturen einfach von den High Competitive Keywords auf die Low Competitive Keywords (Longtail) wechseln. Wenn das Vertragswerk keine KPIs beinhaltet, dann ist das ohne weiteres möglich, aber welche Agentur möchte keine dauerhafte Kundenbindung? Ein solches Vorgehen führt zwangsweise zur Trennung von Agentur und Werbetreibendem und wenn die Hohkeiten über Kundenkonten (AdWords, affilinet, zanox, etc.) vertraglich beim Kunden liegen, so herrscht für beide Seiten vollständige Transparenz. Auch ein vernünftiges Webcontrolling kann eine gemeinsame Gesprächsgrundlage zur gegenseitigen Kontrolle sein. Leider kommt Webcontrolling und -analyse heute noch viel zu wenig zum Einsatz. Auch Abstimmungen über unterschiedliche Marketingchannels, Dynamik im Produktportfolio, Strategien, etc. finden meines Erachtens nach zu wenig in der Praxis statt, da hier gemeinsam keine Prozesse definiert werden.
Anstelle einer Agentur-Beauftragung sich das Wissen selbst aneignen zu wollen halte ich für eine große Herausforderung. Gerade bei der vorherrschenden Dynamik im Onlinemarketing. Das Know-How nicht alleinig bei der Agentur zu positionieren ist sicherlich empfehlenswert. Hierfür reicht aber meines Erachtens nach eine Schnittstelle durch einen oder mehrere Verantwortliche aus, die die Prozesse steuern, koordinieren und kontrollieren. Gemeinsam zum Erfolg ist hier das Motto.
Das Know-How geht auch nicht verloren, wenn entsprechende Mechanismen vorhanden sind, wie unter anderem ein geeignetes Controlling, gute Vertragsstrukturen und faire Konditionen für beide Seiten. Einige Punkte habe ich oben stehend skizziert.
Die These, dass Agenturen und Werbetreibende "einen nicht auflösbaren Zielkonflikt" haben, stimmt so also nicht. Hier wurden offensichtlich in der Vergangenheit Vertragsfehler gemacht, die jetzt den Agenturen nachteilig ausgelegt werden. Diese hätten sicherlich vermieden werden können, wenn man sich bei der Vertragsgestaltung mehr und vor allen Dingen vernünftige Gedanken gemacht hätte.
Radicke am 04.08.2009
Gute Erfahrung - bei korrekter Vorgabe
Hm, das gleiche Gefühl (Ausnutzung), habe ich auch, wenn ich in der KFZ-Werkstatt für das Austauschen eines Aussenspiegels 400€ bezahlen muss... Klar, ich könnte auch selber ein Teil vom Schrottplatz holen, und dann selber anschrauben....
Ich habe hingegen sehr gute Erfahrungen mit verschiedenen SEM-Agenturen in Hamburg und Berlin gemacht.
Man muss natürlich klare Zielvorgaben machen....
Was allerdings stimmt: SEM ist nicht Rocket-Science. Natürlich kann man das auch selber machen - siehe KFZ-Werkstatt - wenn man Lust und Zeit dazu hat.
Wer glaubt (oder misst), dass eine Agentur eben doch Skalen- und Erfahrungswerte nutzen kann, sourced eben aus.
Hans am 04.08.2009
Gleiche Erfahrungen
Wir haben auf Publisherseite haargenau die gleichen Erfahrungen gemacht. Da bucht die Agentur bei uns explizit die teuersten und nicht die performancestärksten Umfelder um das Budget möglichst schnell voll zu bekommen. Als Publisher nehme ich das natürlich gern, aber für den Kunden kann ich durchaus nachvollziehen dass er sich von seiner Agentur verarscht fühlt.
Jörg am 04.08.2009
Dumme Kunden
Melanie, lass mich raten. Du arbeitest in einer SEM-Agentur?
Marius Schulze am 04.08.2009
Agenturen sind nur so korrupt wie es Ihre Kunden zulassen
Die Hauptaussage polarisiert und kann so nat. nicht unkommentiert bleiben. Ich würde generell sagen, dass es stimmt das Agenturen ihren Umsatz "optimieren" - und das auch müssen/sollen/dürfen - aber welcher gute Kaufmann/Agenturleiter denkt nur kurzfristig und versucht seinen Kunden in möglichst kurzer Zeit viel Geld für wenig Leistung aus der Tasche zu ziehen? So etwas zu einem Generalverdacht zu stigmatisieren zeugt erstens nicht von viel Branchenkenntnis und ist meiner Meinung nach auch ein Armutszeugnis für die eigene Führungskompetenz gegenüber Dienstleistern. Nicht vergessen: Es gehören meist zwei dazu, wenn es ums "Betrügen" geht. Nichtsdestotrotz denke ich, dass in der dt. Agenturlandschaft weitesgehend solide Arbeit geleistet wird. Was nicht heißt dass solide immer zufriendenstellend heißen muss.
Sicher war es in den Anfangsjahren so, dass sich Agenturen über Kickbacks finzanziert haben und nun mehr auf das Modell Umsatzbeteiligung am SEA-Budget bzw. deren "Optimierung" gesetzt haben. Dass CPO-Deals meist nicht ganz so lohnenswert sind wie Broadbuchung trafficstarker Begriffe liegt auf der Hand. Mittlerweile hat aber auch ein Know-How-Transfer in Richtung Kunde eingesetzt. Man hat Bezahlmodelle kennengelernt, Kennzahlen sind keine böhmischen Dörfer mehr und Qualityfactor keine unbekannte Variable. Online-Marketing-Agenturen sind heute weniger zum Wissenstransfer, sondern mehr zum gekonnten "Erreichen/Abarbeiten" von vorher gemeinsam vereinbarten Zielen des Produkt-Managers da. Und wenn einem Kunden das bewußt ist und er die Agentur dementsprecht auswählt und später auch "führt" (Mitwirkungspflicht -Outsourcing ist kein Selbstläufer) sind solche Aussagen wie oben getroffen sehr schnell ad absurbdum geführt.
Meine Beobachtung/Vorhersage: Große Agenturen werden mehr zu Affiliates Ihrer Kunden. Eine geringe Fixpauschale wird durch eine erfolgsabhängige Gebühr ergänzt. Wie kreativ und lohnenswert so etwas im Einzelfall gestaltet wird ist Sache der Beteiligten. Mehr Einsicht und Verständnis über die eigene Zahlenwelt hätte ich mir in meiner Agenturzeit gewünscht. Customer Lifetime Value ist für viele Marketingmenschen in Unternehmen ein Buch mit sieben Siegeln.
Melanie am 04.08.2009
"Agenturen nehmen ihre Kunden aus"
Sprüche, wie sie nur geprellte Freier von sich geben - hier wohl von den Affiliates ausgenommen. Warum nutzt diese Firma eigentlich Affiliate-Netzwerke. Da arbeiten auch genügend Agenturen nach diesem Prinzip unter den Affiliates. Vielleicht da mal ein professionelle Agentur beauftragen. SEM & Affiliate gehen schon lange Hand in Hand.
Würde dem Unternehmen vorschlagen, diesen Nicht.Unternehmer & Nicht-Denker in die Sommerpause zu verbannen.