Affiliate-Marketing wächst in der Krise
25.02.2009 12:52 tga
Ohne Leistung keine Bezahlung (Foto: photocase.de/dangross)
"Die Nachvollziehbarkeit angesichts der Fokussierung auf das CPA-Modell macht Affiliate Marketing zum konjunktursichersten digitalen Marketingkanal", sagt Robert Glasgow, Geschäftsführer des Affiliate-Netzwerks Webgains UK. Hier seine Thesen.
1. Wachstum
Durch die Rezession werden Werbebudgets gekürzt und man konzentriert sich auf diejenigen Kanäle, die direkt Umsätze erbringen und ihre Resultate nur auf Leistungsbasis in Rechnung stellen. „CPA ist der Inbegriff des leistungsbasierten Marketings und aufgrund der Risikoarmut von Affiliate Marketing werden die Werbetreibenden ihre Budgets mit Sicherheit noch stärker in diese Richtung verlagern", so Glasgow. CPA ("Cost per Action") bedeutet, dass Händler und Affiliate selbst vereinbaren, welche Aktion des Kunden vergütet wird. Üblich sind Kauf oder Anmeldung.
2. Spezialisierung
Grob gesprochen gibt es zwei Affiliate-Typen: SEM-Affiliates, die mittels Suchmaschinenmarketing Traffic auf die Websites ihrer Kunden leiten, und Content-Affiliates, die Websites und Dienstleistungen entwickeln, um das gleiche Ziel zu erreichen. „Zwischen diesen beiden Typen gibt es Überschneidungen, doch die Notwendigkeit zu noch höherer Wertschöpfung wird künftig eine stärkere Fokussierung erfordern. Das bedeutet, dass sich die SEM-Spezialisten voraussichtlich noch stärker auf Paid-Search-Know-how konzentrieren werden, während sich die Content Affiliates darauf konzentrieren werden, noch bessere Medienauftritte aufzubauen", erklärt Glasgow.
3. Cashback und Gutscheine
Ein spürbarer Trend ist das Aufkommen von Cashback-Angeboten und Incentives, die den Konsumenten über spezielle Affiliate-Websites verfügbar gemacht werden. Da die Kunden verstärkt auf das Preis-Leistungsverhältnis achten, haben sich Rabatt-Websites mittlerweile zu einem akzeptierten Bestandteil von cleverem Onlineshopping entwickelt.
Alexander Schlosser am 12.03.2009
SEM Affiliate suboptimales Konzept
Auch ich denke, dass Herr Glasgow da nicht wirklich den optimalen Weg beschreibt und geht. Für Werbetreibende ist Affiliate Marketing bestimmt eine lukrative Maßnahme, jedoch gerade in Zeiten der Krise und auch generell sollten wir auch diese Maßnahmen aus der Sicht der Affiliates betrachten.
Welchen Vorteil hat ein Affiliate beim Abrechnungsmodell nach PPL (Pay per Lead). Viele Affiliate Agenturen kommen da mit interessanten Beispieleinkommen von ca. 1.000 bis 1.500,-- € im Monat. Der Lead wird mit ca. 10 € – 14 € vergütet, jedoch erst nach einer bestimmten Action und nicht beim View oder Click.
Genau da liegt das Problem. Als Affiliate binde ich Werbebanner ein und leite meinen Besucher weiter. Primär ist es doch mein Ziel, meine Besucher solange wie nur möglich auf meiner Website, Blog oder Portal zu begeistern.
Betreibe ich meine Website als reine Werbemaßnahme, so ist Affiliate und andere Maßnahmen dann sicherlich vorteilhaft, doch wenn unterm Strich nicht übrig bleibt, dann wird es eng in der Tasche.
Ich selbst habe für einen Zeitraum von 2 Monaten auf diversen Blogs und einem Portal mehrere Mega-Size-Banner eingebunden. Mein Alexa Traffic Rank liegt bei 230.000 bis 700.000 und mit der gesamten Maßnahme hatte ich für alle 3 Werbetreibenden ca. 9.800 Views, ca. 230 Clicks und eine Klickrate von unter 3%.
Was wirklich sehr interessant für mich war, ist die Tatsache, dass sich daraus für mich kein EINZIGER Lead ergeben hat, also 0,00 € Provision.
Danach wanderten alle Banner der Werbetreibenden im Papierkorb und ich habe wieder Google AdSense eingebunden, wo zumindest mehr als 0,00 € übrig bleiben, jedoch dies auch nicht wirklich der Brüller ist.
Dazu auch meine Aussage in der Aquisa April 2009, Printausgabe.
Mir persönlich fehlt ein Alternativ-Konzept von Werbetreibenden, wie ein monatlicher Pauschalpreis für ein Werbebanner mit einem evtl. PR Text und / oder Textlink mit einer evtl. Themenrelevanz.
Der Werbetreibende kann sich jeden Monat erneut dafür entscheiden, das Banner zu cancel oder laufen zu lassen. Verbindet man dies mit einer Art Wettbewerbs – Exklusivität, wäre der Preis für das Banner etwas teurer.
Alternatives Modell in Sachen Affiliate:
1. Nur Banner-Advertising zum Monatsfestpreis ohne Exklusivität
2. Nur Banner-Advertising zum Monatsfestpreis mit Exklusivität
3. PR-Text inkl. Textlink mit Themenrelevanz
4. Kombination aus Punkt 1-3
Affiliate muss für beide Parteien eine gewinnbringende Maßnahme darstellen. Leider werden von vielen Online Marketing Agenturen bestimmte Themen zu sehr aufgeblasen und als Mega-Hype gebranded, um selbstverständlich hier Umsatz zu generieren.
Ähnlich wie beim Linkkauf und Linktausch und dem Domainhandel. Wenn alles so genial ist, dann frage ich mich, warum die OMD Messe 2008 für immer ihre Türen geschlossen hat?!
Erst sauberes SEO und dann schauen wir mal weiter!
Mike am 10.03.2009
Re: Na wenn sich der Herr Glasgow da mal nicht irrt...
Es ist immer erstaunlich, wie intensiv sich die Medienwirkung auf manche Menschen darstellt. Sicherlich ist UK ein rezessiver Markt, wie derzeit auch viele andere, jedoch stecken in jeder Krise auch Chancen. Daher werden zwangsläufig solche Online Marketing Modelle fokussiert und zunehmend budgetiert, die in direkter und messbarer Relation zu dem Erfolg stehen.
Etwas weniger Pessimismus und mehr Branchengefühl wäre einmal eine Überlegung wert!
Jens am 25.02.2009
Na wenn sich der Herr Glasgow da mal nicht irrt...
Finde ich immer wieder lustig, wie hier HYPOTHESEN zu "Fakten" umgebaut werden. Welche harten Fakten sprechen denn derzeit für ein Wachstum? Und v.a. welche Faktoren in UK?
Es spricht wohl eher einiges dagegen. Die Briten wird die Wirtschaftkrise nämlich besonders heftig treffen:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,609019,00.html