Quelle-Pleite: Primondo-Teile werden einzeln verkauft
20.10.2009 11:04 dah
Nachdem gestern der Insolvenzverwalter der Arcandor AG Klaus Hubert Görg mitgeteilt hatte, dass kein Interessent die Quelle-Dachgesellschaft Primondo übernehmen wolle, wird nun das Unternehmen abgewickelt.
Görg versuchte einen Verkauf der Primondo-Gruppe zu erreichen, zu der neben dem hochdefizitären Versandhändler Quelle auch einige rentable Spezialversender wie Baby-Walz, Hess Natur und Peter Hahn sowie die Homeshoppingplattform HSE24 und der Onlinehändler myby gehören. Da dies nicht gelang, steht nun der Verkauf der Einzelteile an.
Einige Investoren meldeten bereits Interesse an den Primondo-Unternehmen an. So soll der Finanzinvestor Golden Gate ein Angebot für den Verkaufssender HSE24 vorgelegt haben. Auch der Quelle-Konkurrent Otto zeigte sich bereits vor Monaten interessiert an den Spezialversendern Baby-Walz, Elégance und Hess Natur sowie dem Quelle-Auslandsgeschäft. Bis zu einem Verkauf sollen die Spezialversender jedoch ihre Geschäfte alleine weiterführen.
Quelle und deren Unternehmenstöchter werden wohl nicht verkauft, da das Unternehmen hoch defizitär arbeitet. Ob die E-Commerce-Sparte quelle.de weitergeführt werden kann, steht bislang noch nicht fest. Das Hauptproblem dabei stellt die Finanzierung des Versandgeschäfts dar. Denn Quelle gab die Kundenforderungen gegen Provision an eine Bank weiter, die die offenen Beträge im Gegenzug vorfinanziert.
Arcandor hatte am 9. Juni für sich und die Tochterunternehmen zu denen auch Primondo gehört Insolvenz angemeldet. Durch den Massekredit in Höhe von 50 Millionen Euro, der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) finanziert wurde, konnte der Betrieb nur vorübergehend aufrecht erhalten werden.