Wolfram Alpha wächst kontinuierlich
21.08.2009 10:33 dah
Der Wind um die geradezu euphorisch gefeierte neue "Computational Knowledge Engine" Wolfram Alpha hat sich recht schnell wieder gelegt, als allen klar wurde, dass dort kein direkter Google-Rivale erwächst. Dennoch entwickelt sich das Projekt von Mathematica-Erfinder Stephen Wolfram rasant weiter.
In einem Blogreport fasst der Gründer der semantischen Suche die Entwicklung des Projektes wortreich zusammen. Man habe Wolfram Alpha um mehr als zwei Millionen Zeilen Mathematica-Code erweitert, um neue und tiefer gehende Funktionen zu implementieren. Dadurch ist die Codebasis jetzt um 52 Prozent größer als zum Start Mitte Mai.
Mittlerweile wird der Code einmal pro Woche aktualisiert, um neue Features zu implementieren. Dabei werden allwöchentlich fast 600 Bugs und Nutzervorschläge abgearbeitet. Dennoch bleibt noch viel zu tun: Aus den über 54.000 Vorschlägen für neue Funktionen oder Verbesserungen landeten bislang rund 5.800 auf der Aufgabenliste.
Wie von Anfang an geplant, wurde auch die Datenbasis erweitert. Stephen Wolfram schätzte den Datenzuwachs auf 10 bis 15 Prozent innerhalb der letzten drei Monate. Zuwachs gab es auch beim Wolfram-Alpha-Entwicklerteam, für das viele neue Programmierer in aller Welt angeheuert wurden.
Ein wesentliches Problem von Wolfram Alpha ist bisher, dass die Suche zwar Fragen in natürlicher (englischer) Sprache verlangt, sie aber oftmals nicht versteht. Eine Analyse der Anfragen hat ergeben, dass die gestellten Fragen von der linguistischen Struktur her deutlich anders ausfielen, als man das erwartet hatte. Durch eine Reihe von Veränderungen daran, konnte die Fehlerrate um zehn Prozent gegenüber dem Start der Suche gesenkt werden. Damit bleibt die Spracherkennung aber immer noch eines der größten Sorgenkinder.
An der Performance und der Browserunterstützung soll künftig noch weiter gefeilt werden. Bislang werden vor allem die älteren Browsergenerationen wie der Internet Explorer 6 nicht voll unterstützt. In der Entwicklung befindet sich zudem eine neue Benutzeroberfläche, die die Ergebnisse besser und schneller ausgeben soll. Wann diese an den Start gehen wird, steht bisher allerdings noch nicht fest.