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Wie entwickelt sich der Suchmarkt?

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Wie entwickelt sich der Suchmarkt?

Web der Dinge statt Web der Seiten

Wie entwickelt sich der Suchmarkt?

Die Suche, wie wir sie heute nutzen, gehört der Vergangenheit an - darüber sind sich die Vertreter von bing und Yahoo auf der SMX in München einig. Nur auf die Frage, was danach kommt, gibt es keine überzeugende Antwort. bing kündigt eine Twittersuche auf der deutschen Seite an, Yahoo verteidigt den Deal mit Microsoft.

"Wie zufrieden können die Nutzer mit einem Produkt sein, dass in seiner Art zehn Jahre alt ist?" fragt Toni Pelg, in Deutschland für bing zuständig. Derzeitige Suchmaschinen seien bei weitem nicht perfekt. "42 Prozent der User verfeinern ihre Suche, wenn sie die ersten Ergebnisse sehen. Und das Spannende daran: Sie sehen den Fehler bei sich und glauben, sie haben was falsch gemacht."

bing wolle sich deshalb auf einzelne Themen konzentrieren und den User bei seinen Entscheidungen in diesem Bereich unterstützen - im Gegensatz zu Google, das seiner Mission zufolge das Wissen der Welt organisieren wolle. "Wir sind nicht zu stolz, Partnerschaften einzugehen."

Am Montag will Microsoft unter www.bing.de/twitter eine deutsche Twittersuche als Betaversion freischalten. Angezeigt werde eine Schlagwortwolke mit spannenden Themen, dazu kommen die am häufigsten weitergeleiteten Links zu einem Thema. So könne bing die Ergebnisse aus Twitter besser aufbereiten als die Suche des Microbloggingdienstes selbst.

"Die Suche ist für Yahoo weiter die Orientierungshilfe", betont Andreas Krawczyk, Chefredakteur von Yahoo Deutschland. Keineswegs wolle sich das Internetunternehmen aus diesem Bereich zurückziehen - trotz des Deals mit Microsoft, der gerade von der EU und den US-Behörden genehmigt wurde. bing übernimmt dabei die Technik, Yahoo den Verkauf der Suchmaschinenwerbung.

"Zehn blaue Links reichen nicht mehr aus", so Krawczyk. "Die Suche, wie wir sie heute nutzen, gehört der Vergangenheit an." Es sei Zeit, dem User mehr zu bieten. Dazu zählten Videos, Bilder und Sofortergebnisse. Auf das Web der Seiten folge das Web der Dinge - dabei sollten die Nutzer sofortige Ergebnisse statt Links angezeigt bekommen. Exakt das Gleiche hatte Jordi Ribas, Microsofts Technologiechef für Europa, zur Eröffnung der Konferenz gesagt. Keine Überraschung, wenn man bedenkt, dass die Suchergebnisse auf Yahoo künftig von Microsoft kommen.

Über Google spricht Niels Dörje von Tandler Doerje Partner, der vor seiner Unternehmensgründung im Februar bei Google war. Die universelle Suche von Google sei längst eine vertikale Suche, die das Unternehmen quasi zum Anbieter von Inhalten mache, obwohl es ja immer betone, nur die Plattform zu stellen.

Kritisch sei, wenn die Ergebnisse zu personalisiert angezeigt würden, so Dörje. "Ich will nicht, dass ein Algorithmus besser weiß als ich, was mich interessiert." Jedes angezeigte Ergebnis verdränge andere. "Wenn meine Frau den ganzen Tag shoppt, bekommt sie dann nur noch Schuhe angezeigt und der Rest des Internets wird vor ihr verborgen?"


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