Webanalyse trifft Datenschutz
"Das Onlinemarketing der Zukunft ist integriert"
15.04.2010 10:26 David Henning
Arikan, Director of Product Strategy bei Unica
Die Speicherung von IP-Adressen in Webanalyse-Tools steht immer wieder in der Kritik, da diese als personenbezogene Daten Aufschluss über den User und dessen Nutzergewohnheiten und Vorlieben geben. internetworld.de sprach mit Akin Arikan, Director of Product Strategy für den Bereich Onlinemarketing bei Unica über Datenschutz, böse Cookies und die Zukunft von Webanalyse.
Datenschützer fordern, dass Internetuser eine Option erhalten sollen, sich dem IP-Tracking zu entziehen. Was halten Sie von dieser Forderung?
Akin Arikan: Für Web Analytics muss es auf jeden Fall ein Opt-out geben. Zudem muss natürlich auch festgelegt sein, wie Marketingverantwortliche die Nutzerdaten verwenden dürfen. Unsere Produkte unterstützen das. Mit unserer Web-Analytics-Lösung, NetInsight, werden beispielsweise keine Besuche von Personen mit einem Opt-out ins Data-Warehouse geladen und sind somit von der Datenanalyse ausgenommen.
Wie "böse" sind Cookies hinsichtlich des Datenschutzes und wie nötig sind sie für eine umfassende Webanalyse?
Arikan: Cookies resultieren zunächst nur in anonymen Kennziffern. Nur über einen Cookie lassen sich keine Rückschlüsse auf eine Person zu ziehen. Dies ist nur mit erheblichem weiteren Aufwand und zusätzlichen Opt-in-Daten von den Besuchern einer Website möglich. Web-Analytics-Cookies sind sehr hilfreich, da sie der Nutzungsoptimierung von Websites dienen. Ohne Cookies (oder auch Logins) ist es zwar auch möglich, Web-Analytics-Berichte zu erstellen und Websites zu testen. Cookies ermöglichen jedoch eine verlässlichere Messung und schnellere Optimierung. Aus diesem Grund ist eine Website, die keine Cookies als Grundlage für ihre Marketingoptimierung nutzt, im Nachteil gegenüber Konkurrenten, die diese Daten zur Verfügung haben.
Warum ist man erst recht spät auf die Idee gekommen, statistische Daten mit Webanalysedaten zu verbinden? Worin liegt das Problem?
Arikan: Bis vor einigen Jahren konzentrierten sich Onlinemarketingverantwortliche hauptsächlich auf die Optimierung der eigenen Website. Das Ziel war möglichst viel Traffic zu erzeugen. Die Idee, Anzeigen und Websites auf die verschiedenen Bedürfnisse einzelner Segmente oder demographischer Gruppen abzustimmen, geriet dadurch in den Hintergrund. Zudem war bis vor eineinhalb Jahren die Trennung zwischen Online- und Offlinemarketing noch sehr stark. Im traditionellen Marketing sind integrierte Analysen und Segmentierung schon seit längerer Zeit gang und gäbe. In den letzten ein bis zwei Jahren hat sich hier jedoch viel getan. Auch Onlinemarketingverantwortliche interessieren sich immer mehr für Segmentierung und Personalisierung. Diese Herangehensweise hat sich zwar noch nicht überall gleich stark durchgesetzt. Der Trend geht aber eindeutig in diese Richtung.
Ist das der Weg zu einem genaueren Tracking?
Arikan: Letztendlich geht es für Marketingverantwortliche nicht um genaueres Tracking, sondern um die dadurch ermöglichte Personalisierung von Onlinemarketingaktivitäten. Maßgeschneidertes Marketing lässt sich am Besten mit einem Besuch im Restaurant vergleichen. Auch hier möchte der Kunde gut bedient werden. Er erwartet, dass der Kellner merkt, wenn das Glas leer ist und nachschenkt. Auch wenn er gehen möchte, soll dies dem Kellner auffallen, damit er die Rechnung bringen kann. Natürlich soll die Bedienung deswegen nicht ständig wie ein Adler um den Tisch kreisen. Trotzdem muss sie den Gast aber genau beobachten, um ihm seine Wünsche von den Augen ablesen zu können. Die Kunst besteht also darin, dass die Dienstleistung beim Kunden nicht als aufdringlich, sondern als Service wahrgenommen wird. Genau das gleiche trifft auch beim Marketing zu. Hier geht es ebenfalls darum, dass eine Botschaft als echter Nutzen und letztendlich als Service empfunden wird. weiterlesen>>>
Web Analytics Europa am 16.04.2010
Hype Thema
Nur in Deutschland ist dieses Thema so "gehypt". Längst haben relevante Web Analytics Anbieter eine Antwort für IP Anonymiserung bzw. Nicht-Speicherung etc.
gutes interview am 15.04.2010
Susi
zu einem sehr aktuellen Thema!
Da geht es tatsächlich hin, zu "massgeschneiderter Werbung" und individueller Kommunikation, die einen Stil und Rythmus findet, der vom User akzeptiert wird.