Verkaufserfolg hinter verschlossenen Türen
06.05.2009 11:02 Tanja Gabler
"Alles muss raus - Abverkaufstrategien für Marken" - unter diesem Motto diskutierten Frerk-Malte Feller, Deutschlandchef von eBay, und Christian Heitmeyer, Gründer und Geschäftsführer von brands4friends, auf der next09 Konferenz in Hamburg. eBay will Ende Mai Markenshops auf der Auktionsplattform anbieten, brands4friends den Umsatz in diesem Jahr mindestens verdoppeln.
Marken haben es nicht leicht. Um Restposten abzusetzen, müssen sie einerseits Rabatte bieten. Andererseits beschädigen zu viele Preisnachlässe den eigenen Wert. Eine Lösung sind Shoppingclubs wie brands4friends oder Live-Shopping-Aktionen, wie sie auch eBay mit Wow bietet, bei dem ein Produkt täglich besonders günstig verkauft wird. Feller kündigte zudem an, Ende Mai Markenshops auf der Verkaufsplattform zu starten, nannte aber keine Namen.
"Die Erfolge von uns und unseren Konkurrenten zeigen, dass Shoppingclubs die richtige Antwort auf die Probleme vieler Marken sind",sagt Heitmeyer. Entscheidend sei, dass der Verkauf hinter verschlossenen Türen stattfinde und damit der Markenschutz gewahrt bleibe. "Wenn Sie eine Schweinerei machen, muss es schnell gehen. Bis sich jemand beschwert, ist es schon vorbei."
Feller bestätigt das: "Als Marke wollen sie nur eine kurze Aktion machen, damit die Ware rausgeht und dabei möglicht viel absetzen." Der Onlinevertrieb von Überproduktionen habe für die Hersteller noch einen weiteren Vorteil: "Im Internet können wir Restposten zu höheren Preisen verkaufen als im stationären Handel."
Die Krise schadet weder brands4friends noch eBay. "Wir haben im vergangenen Jahr 22,4 Millionen Euro umgesetzt und wollen das dieses Jahr verdoppeln, am liebsten verdreifachen", sagt Heitmeyer. An Angeboten bestehe kein Mangel, sagt auch Feller: "In der Krise sind die Lager voll."
Die Marken profitieren vom Vertrieb über Shoppingclubs, da diese zusätzlichen Umsatz bringen: "Wir machen Ihnen ein Angebot, von dem Sie gestern noch gar nicht wussten, dass Sie es brauchen", so Heitmeyer. "Wir haben mit unserem Geschäftsmodell das am Bedarf vorbei Verkaufen perfektioniert. Deswegen sind die Verkäufe bei uns für die Marken echte Mehrverkäufe."