Unterstützer, Dialoge und Respekt
30.03.2009 11:27 tga
John Della Volpe, Director of Polling an der Universität Harvard, erklärt auf dem Web 2.0 Kongress in München, wie geschickt Obama das Internet für seine Wahl instrumentalisierte und was Unternehmen daraus lernen können.
Als Barack Obama 2006 entschied, dass er Präsident werden wollte, realisierten seine Berater, dass das nicht mit einer traditionellen Kampagne zu erreichen sei, berichtet Della Volpe. Früher sei Politik über Unterstützer, Geld und Anzeigen entschieden worden. In Obamas Wahlkampf kamen der Dialog, Effizienz und Respekt für die Wähler hinzu.
Das Team entschied, sich auf die jungen Wähler zu konzentrieren, die sich bislang weniger an Wahlen beteiligt haben. Diese Generation engagiert sich in ihren Gemeinden und in der Freiwilligenarbeit. Das Besondere an ihnen: Sie wollen etwas bewirken und darauf setzte Obama.
Als Präsidentschaftskandidat ist es ihm gelungen, dass seine Unterstützer sich über das Internet selbst mobilisieren. Zwei Millionen Obama-Fans legten Profile online an, schlossen sich in mehr als 35.000 Gruppen zusammen und organisierten 200.000 Veranstaltungen. Diese effektive Werbemaßnahme war für Obama kostenlos.
Zudem setzte Obama auf Personalisierung: 13 Millionen Mailadressen wurden von Obamas Team gesammelt, als Absender fungierten nicht administrative Absender wie "info@", sondern die Wahlkampfmails kamen von dem Kandidaten selbst, seinem Kampagnenmanager oder den Länderchefs seiner Kampagne. 500 Millionen Dollar an Spendengeldern wurde online generiert. Auch als Präsident, so Della Volpe, nutzt Obama das Web, um mit seinen Unterstützern in Kontakt zu bleiben.
Aus seiner Wahlkampfanalyse leitet Della Volpe drei Leitlinien ab, wie Politiker, aber auch Firmen, ihre Anhänger mobilisieren können:
- Finden Sie Ihre leidenschaftlichsten Fürsprecher.
- Geben Sie ihnen die Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.
- Bitten Sie um mehr Unterstützung.