Timing als Erfolgsfaktor
24.01.2010 14:48 tga
In der ersten Diskussionsrunde auf der DLD Conference ging es um "Störer", also um Menschen, die durch das Internet bestehende Industrien verändern. Auf dem Podium: Mitchell Baker (Mozilla), Jimmy Wales (Wikipedia) und Skype-Gründer Niklas Zennström.
Wikipedia hat die gedruckten Lexika verdrängt, Mozilla nimmt den Softwareunternehmen Marktanteile weg und Skype bedrängt die Telefonunternehmen.
Die Anfänge waren nicht immer vielversprechend. "Wir wurden lange ignoriert", so Baker. "So haben wir einfach weitergemacht." Mozilla habe niemanden zerstören wollen. "Nach der Ignoranz kommt die Ablehnung", beschreibt Zennström die nächste Phase. Es habe aber auch Firmen gegeben, die früh mit Skype zusammenarbeiten wollten.
"Anfangs war ich in Panik - es lag so sehr auf der Hand, eine Online-Enzyklpdädie zu machen", erzählte Wales. Dennoch sei Wikipedia über Jahre die einzige geblieben.
Wie fühlt man sich als Zerstörer? Fürchtet man, selbst bald Geschichte zu werden? "Manchmal wache ich nachts auf und denke daran, dass jemand Mozilla zerstören könne", so Baker. "Manchmal fürchte ich das, manchmal hoffe ich. Browser sind zehn Jahre alt, sie sind antiquiert."
In die Zukunft gedacht - welche Konzepte sind heute erfolgreich? "Bleibt der Software fern", sagt Baker. "Es sind die Online-Dienste, die gerade boomen." Wales gibt den Gründern von heute einen anderen Rat: "Macht etwas, was jeder gleich versteht." Und Zennström hat noch eine weitere Empfehlung: "Kopiere niemanden. Der wichtigste Erfolgsfaktor ist das Timing - und das hat man nicht in der Hand."
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