"Teetrinker sind nicht so interaktiv"
22.12.2009 14:15 Tanja Gabler
Blog, Videos und Community - der Bioteeversand Pure Tea hat das Web 2.0 für sich entdeckt. internetworld.de sprach mit Geschäftsführer Andreas Brehm.
Pure Tea ist sehr aktiv im Bereich Social Media.
Andreas Brehm: Das stimmt: Wir twittern, wir bloggen und wir gehen auf Barcamps.
Und ich dachte, auf Barcamps trinken alle Kaffee?
Brehm: Einige Teilnehmer sind froh, dass sie endlich mal Tee bekommen. Auf Barcamps gehe ich wegen der Leute, die ich dort treffe, und wegen der Ideen, die ich bekomme.
Finden Sie dort auch neue Kunden?
Brehm: Neukunden gewinnen wir vor allem über Mundpropaganda. Teetrinker in unserer Preisklasse sind gar nicht so interaktiv. Die meisten sind froh, wenn es Ihnen gelingt, den Tee online zu bestellen. Wir bekommen auch immer noch Anrufe, Faxe oder Postkarten. Mit unseren Social-Media-Aktivitäten wollen wir unsere Zielgruppe erweitern.
Sie binden Ihre Kunden auch als Tester ein und betreiben auf diesem Weg eine Community.
Brehm: Wir haben ein Netzwerk aus 400 aktiven Tea Tastern, die für uns neue Sorten bewerten, die wir in unser Sortiment aufnehmen möchten. Das wollen wir weiterführen: Die Tester sollen sich künftig auch direkt untereinander austauschen können - im Web wie im realen Leben. Wir planen fürs kommende Jahr auch Treffen in verschiedenen Städten, bei denen wir unseren Testern Schulungen anbieten möchten.
In Ihrem Blog gefallen mir besonders gut die Videos, die Ihren Partner Ralf Janecki beim Verkosten zeigen.
Brehm: Diesen Bereich werden wir ebenfalls ausbauen. Wir wollen Videos veröffentlichen, in denen die einzelnen Schritte der Teeproduktion erklärt werden.
Messen Sie, ob oder wie sich Ihr Engagement in Social Media auf den Umsatz auswirkt?
Brehm: Nicht direkt. Wir bekommen extrem viel positives Feedback von unseren Kunden und unser Umsatz hat sich von 2008 auf 2009 verdoppelt. Damit haben selbst wir nicht gerechnet, vor allem nicht mein Partner Ralf Janecki, der aus der klassischen Teevermarktung kommt, bei der man höchstens mal eine Anzeige schaltet. Werbung in diesem Sinn machen wir für Pure Tea ja gar nicht.
Was empfehlen Sie Firmen, die in Social Media noch nicht aktiv sind?
Brehm: Erstens: Mach dich nicht größer, als du bist. Zweitens: Sei authentisch und kommuniziere offen. Wenn uns Kunden schreiben, die gelesen haben, dass weißer Tee die Fettverbrennung fördert, antworten wir, dass das nicht stimmt. Und drittens: Versuch, als Firma unverwechselbar zu sein. Bei unserem letzten Test waren einige Kunden begeistert von dem grünen Chai, den wir nicht in unser Sortiment aufnehmen werden. Denen habe ich dann die Reste geschickt, die haben sich total gefreut und wir mussten nichts wegwerfen.