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"Portale sind kein Auslaufmodell"

"Portale sind kein Auslaufmodell"

Portale in der Krise? Alles bestens, versicherten sich die Vertreter von United Internet Media, Tomorrow Focus, t-online und Yahoo auf den Medientagen in München gegenseitig. Und die Zukunft?

"Aus Inhalten werden Gespräche - von der Medienzentrierung zur Ego-Zentrierung findet ein Paradigmenwechsel statt", sagt Michael Konitzer von Internetagentur Ray Sono. "Wenn eine Nachricht wirklich wichtig ist, findet sie den Weg zu mir, dieser Satz gilt heute - und zwar auch für Produkte."

Gratis, aktuell, anpassungsfähig, personalisiert, kundenzentriert, plattformübergreifend, mobil und mit intelligentem Marketing statt über Banner - das sind einige der Forderungen, die Konitzer an Portale stellt, wenn diese relevant bleiben wollen. "Im besten Fall werden Portale ein Userservice, mit großer Reichweite und eigenem Markenprofil, im schlimmsten Fall sinken sie zur Einstiegsseite jener Nutzer herab, die sich im Internet noch nicht auskennen."

"t-online, wie es heute ist, ist nicht das Modell der Zukunft", gibt Ralf Baumann von t-online zu. "Mit unserer Reichweite haben wir eine gute Basis, um unser Geschäftsmodell umzubauen." Für viele Neuerungen sei der Markt noch nicht reif. Im Werbemarkt wachse das Portal derzeit um 20 Prozent.

Auch Matthias Ehrlich von United Internet Media, sieht seine Mail-Portale Web.de und GMX nicht gefährdet. "E-Mail bleibt wichtig - nur weil es neue Formen von Kommunikation gibt, müssen die alten nicht aufgegeben werden."

"Portale sind kein Auslaufmodell, solange sie sich auf die Wünsche der Nutzer einstellen", erklärt Terry von Bibra, Yahoo Deutschland, "Wenn uns das gelingt, werden wir erfolgreich sind." Hier seien auch Inhalte sehr wichtig, schließlich kämen viele User zu Yahoo, um sich zu informieren.

"Qualitativer Content zählt, er muss jedoch nicht von Journalisten erzeugt werden", sagt Christoph Schuh von Tomorrow Focus. "Auch von Usern erstellte Inhalte können hochwertig sein."

Ein Thema waren auch die Beteiligung der professionellen Inhaltsproduzenten an den Einnahmen der Suchmaschinen, wie sie Verleger Hubert Burda gefordert hatte. Google könne von den deutschen Portalen nur lernen, so Ehrlich - im Bereich des fairen Teilens der Einnahmen ebenso wie im Datenschutz."


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