Nicht Antworten finden, sondern Antworten generieren
28.04.2009 21:55 dah
Stephen Wolfram präsentiert seine "Computational Knowledge Engine" erstmals der Öffentlichkeit. Innerhalb der nächsten Wochen soll die Antwortmaschine WolframAlpha für die Benutzung freigegeben werden.
An der Havard University gibt Stephen Wolfram erstmals einen detaillierten Einblick in die Funktionsweise seiner als Revolution gefeierten semantischen Suche. Das Besondere daran: WolframAlpha durchsucht das Internet nicht nach bereits vorhandenen Informationen, sondern berechnet die Ergebnisse selbst.
Das System beruht auf vier Säulen: Die Basis stellen mehrere Trillionen von Datensätzen dar. Dazu gehören sowohl frei verfügbare als auch lizensierte Daten. Diese wurden bereinigt und soweit wie möglich überprüft, bevor sie in das System eingespeist wurden. Auf der Grundlage dieser Daten, die allen Bereichen des Lebens entstammen berechnet WolframAlpha eine Vielzahl von Antworten.
Die zweite Säule bilden die Algorithmen und Berechnungsformeln, mit denen sich die Antworten ermitteln lassen. Allein für diese Algorithmen wurden fünf bis sechs Millionen Zeilen Code geschrieben. Eine linguistische Kompente stellt die dritte Säule dar. Denn WolframAlpha erkennt und versteht die Eingaben des Nutzers. Es analysiert die in englischer Sprache eingegebene Anfrage linguistisch und gibt entsprechend relevante Antworten aus.
Die vierte Säule ist die automatisierte Datenpräsentation. Hierbei steuern Algorithmen nicht nur das Aussehen, der ausgegebenen Daten, also beispielsweise die Darstellung in Kurven, Tabellen oder Text, sondern entscheiden auch darüber, was gemessen an der Frage die relevanten Informationen sind.
Die von WolframAlpha ausgegebenen Daten sind aber nicht zwangsläufig Endergebnisse einer Suche, sondern sie lassen sich immer weiter vertiefen und aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Während konventionelle Suchmaschinen wie Google mit ihren Ergebnislisten nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur Antwort sind, liefert WolframAlpha selbst die Antworten. Deshalb steht die Computational Knowledge Engine auch nicht in direkter Konkurrenz mit Suchmaschinen. Kritiker sehen darin zugleich die größte Schwäche der neuartigen Wissensdatenbank.