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Musik-Downloads: "Kein Wasserzeichen geplant"

Musik-Downloads: "Kein Wasserzeichen geplant"

Ab dem Frühjahr wollen die beiden wichtigsten kommerziellen deutschen Musik-Onlineshops fast 100% ihrer Titel ohne Kopierschutz anbieten. INTERNET WORLD Business sprach mit Michael Krause, Vice President Licensing & Portfolio Management von Arvato Mobile, über DRM-freie Auslieferung, Raubkopien und Umsatzzuwächse.

Wer heute Musik legal im Internet herunterladen möchte, stößt oft auf lästige Schikanen: Zwar ist ein aktuelles Pop-Album im Download bei Apple iTunes oder Musicload oft nicht billiger als die CD aus dem laden, dafür sind die Titel mit einem Digital Rights Management (DRM) verschlüsselt: Sie laufen nicht auf allen Playern, lassen sich nicht kopieren und nur begrenzt auf CD brennen. Daneben gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Musik illegal herunterzuladen - und zwar kostenlos und ohne DRM. Arvato Mobbile ist ein Anbieter von digitalen Entertainment-Lösungen.

Für wie viele Partner realisiert Arvato Mobile das Musik-Download-Angebot (so wie z.B. bei Web.de)? Wie viele Musiktitel werden bislang auf diese Art und Weise abgesetzt?

Michael Krause: arvato Mobile realisiert das Contentportfolio für mehr als 75 Partner in den meisten Ländern Europas. Alleine in Deutschland betreiben wir 5 Fulltrack Music Plattformen. Die genau Anzahl der abgesetzten Tracks dürfen wir aufgrund unserer Vereinbarungen mit den Kunden leider nicht nennen.

Web.de sagt, dass Sie mit den Labels über eine DRM-freie Auslieferung verhandeln und erwartet einen Beginn des DRM-freien Angebotes innerhalb der nächsten Wochen. Stimmen Sie dem zu, und kann man davon ausgehen, dass dann auch alle anderen Partner Musik ohne DRM anbieten?

Krause: Wir sind bereits dabei unser Portfolio auf MP3s umzustellen, weil wir genau wie viele andere Firmen auf dem Markt den Kunden ein uneingeschränktes Musikerlebnis zur Verfügung stellen wollen und Interoperabilität für alle Geräte garantieren können wollen. Wann genau wir das Portfolio launchen werden und bei welchen Partnern steht noch nicht 100%ig fest.

Soll das bisherige WMA-DRM durch eine andere Technik ersetzt werden, die Rückschlüsse auf den Käufer zulässt (z.B. Digitales Wasserzeichen)?

Krause: Es ist nicht in unserem Interesse ein solches Wasserzeichen einzuführen. Nicht nur wegen des immensen technischen Aufwands, sondern auch aufgrund datenschutzrechtlicher Bedenken. Momentan sehen wir allerdings auch noch keinerlei Anzeichen dafür, dass einer oder mehrere Contentlieferanten darauf bestehen würden. Im Gespräch sind lediglich Wasserzeichen, die den Provider an sich kennzeichnen, damit die Musikindustrie verhindern kann, dass von einzelnen Providern Songs schon vor dem vorgeschriebenen Veröffentlichungsdatum der Musik im Netz auftauchen.

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