Medientage
Video sehen und shoppen
23.02.2010 16:28 Tanja Gabler
"Geschäftsmodelle - wer soll das bezahlen" hieß das Thema der Diskussionsrunde auf den Medientagen "Bewegte Bilder - bewegte Zeiten" in München. In-Video-Shopping und Werbung waren die Antworten.
"Wir haben ein mit MSN Movies ein sehr erfolgreiches Angebot", sagt Christian Wenger, Executive Producer & Director bei MSN Deutschland. Filme würden in Kapitel eingeteilt, dazwischen werde Werbung eingespielt. "Das ist gelernt, das kennen Sie aus dem Fernsehen." Die User müssten sich nicht registrieren, dennoch sei Targeting aufgrund der IP-Adresse möglich. Auch den Werbetreibenden und Mediaagenturen sei das Modell vertraut. Restplätze würden über Tremor Media belegt. Heute habe MSN eine neue Video-Plattform in HD gestartet.
Cavi verkauft Produkte in Onlinevideos. "Wenn ich in einem James-Bond-Film einen BMW sehe, könnte ich nach einem entsprechenden Hinweis Leads für Probefahrten generieren", erklärt Gründer und CEO Dominik Reisig das Modell. Die Werbung sei ein Overlay, das die Nutzererfahrung nicht beeinträchtige. Für TV-Sender sei es dann interessant, wenn diese ihren Inhalt auch im Internet präsentierten. Besonders gut funktioniere das In-Video-Shopping in Nischenbereichen.
Ein ähnliches Konzept kann sich auch Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer Astra Deutschland, vorstellen. Technisch sei dies über sogenannte hybride Endgeräte möglich, bei denen der Zuschauer über Anwendungen aufs Web zugreifen könne.
Ist In-Video-Shopping auch für Automarken wie BMW eine Lösung? "Wir sind fest der Überzeugung, dass Premiummodelle auf diesem Weg nicht verkauft werden können", so Hans-Peter Ketterl, Werbeleiter bei BMW Deutschland. "Aber Accessoires wie Brillen lassen sich bestimmt gut so vertreiben."
Für den Münchner Autohersteller ist Web-TV die Zukunft. "Wenn Sie heute Web-TV machen, können Sie nicht nur die Werbevideos ins Netz stellen", so Ketterl. Deswegen mache BMW auch Specials wie das aktuelle zur Berlinale. Der Vorteil im Vergleich zu PR-Maßnahmen sei, dass man bei Web-TV den Effekt kontrollieren könne. Die Videoinhalte bindet BMW nicht nur auf der eigenen Webseite, sondern auch auf anderen Kanälen ein, um die User auf die Marke aufmerksam zu machen.