"Internetzensur ist ein großes Problem"
25.01.2010 17:01 tga
David Drummond von Google stand auf der DLD Conference dem Autor David Kirkpatrick Rede und Antwort. Die Themen waren der mögliche Rückzug des Internetkonzerns aus China und die Vorwürfe der deutschen Verleger.
"Wir haben uns nie wohl gefühlt, die in China geforderte Zensur umzusetzen", so Drummond. Der Internetkonzern habe gehofft, dass durch seine Präsenz das Web freier werde. Das sei nicht eingetreten. Jetzt seien die Regierungen gefragt, politisch Druck auf jene Staaten auszuüben, die gegen die freie Meinungsäußerung vorgingen. "Internetzensur ist ein großes Problem, und das nicht nur in China."
Die Hackerattacke habe einen internen Entscheidungsprozess ausgelöst: "Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass es sich nicht länger mit den Firmenwerten übereinbringen lässt, das Suchgeschäft in China wie bisher weiterzuführen", so der Chefjurist. Derzeit liefen Gespräche mit der chinesischen Regierung. Die weltweite Reaktion habe ihn gefreut. Drummonds: "Das Thema Zensur hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient."
Anschließend lenkte Kirkpatrick das Gespräch auf finanzielle Themen - mit Bezug auf die Beschwerden der Verleger, dass Google an ihren Inhalten verdiene, ohne sie fair daran zu beteiligen. Welche Möglichkeiten sieht Drummond für Verlage, ihre Inhalte online zu monetarisieren? Über Partnerschaften, lautet die Antwort. Google habe im vergangenen Jahr sechs Milliarden US-Dollar an Webseiten in aller Welt ausgeschüttet, die Google-Textanzeigen auf ihren Seiten anzeigten. Wer Google nicht möge, könne ja zur Konkurrenz wechseln. "bing ist nur einen Klick entfernt."