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Die Zukunft ist schon unter uns

Zukunftsvisionen waren das Thema einer Session auf dem Internet World Kongress im ICM München. Joachim Graf vom HighText Verlag, Klemens Skibicki von Brain Injection und Klaus Tochtermann, Leiter des Know-Centers in Graz sagten, wie sie sich das Internet der Zukunft vorstellen.

Graf nennt folgende Megatrends für 2025: Fragmentierung der Kommunikation, Bottom-up statt Top-down bei Kommunikation und Technik sowie das Ende der Seitenmetapher des Web. Die Internetuser verändern sich - im Jahr 2025 entscheiden Menschen, die ein Leben ohne das Internet nicht mehr kennen. "Die machen keinen Unterschied mehr zwischen realem und virtuellem Leben", so Graf. Bei der Mediennutzung gelte "Alles fließt" - scannen statt lesen, wachsender Konsum von Häppchenmedien. "Die steigende Beliebigkeit führt zu einem Sinken des medialen Qualitätsanspruchs."

Skibicki glaubt an Social Media: "Technologien verändern sich schnell, Menschen nicht." Und da Menschen soziale Wesen seien, werde auch der Trend hin zu den sozialen Netzwerken lange anhalten. Der Kunde sei heute König, denn das Web 2.0 gebe ihm die Macht dazu. Eine Marke werde darüber definiert, was die Menschen über sie im Netz sagen. "Social Networks werden Dreh- und Angelpunkt der Gesellschaft sein. Sie werden auch nicht mehr ins Netz gehen, denn Sie haben das Netz immer dabei."

Die virtuelle Welt ersetze dabei die Realität nicht, sondern erweitere sie, so Skibicki. "Ihr Leben wird komplett transparent sein - privat wie beruflich. Das ist unabwendbar, stellen Sie sich darauf ein."

Tochtermann sieht das Internet der Zukunft als Kombination von vier Bereichen: Derzeit gebe es das Internet der Inhalte (mit Plattformen wie Flickr) und das Internet der Personen (wie Twitter). Verbindet man diese beiden Bereiche, gelange man zum Crowd Sourcing, bei dem User an der Beantwortung von unternehmerischen Fragen beteiligt werden.

Relativ neu sei das Internet der Dienstleistungen. Die Zukunft sei jedoch das Internet der Dinge, bei dem Gegenstände automatisiert Statusmeldungen an Personen verschicken. So könnten zum Beispiel intelligente Regale melden, wenn sie voll sind. Tochtermann: "Diese vier Komponenten - Inhalte, Menschen, Dienstleistungen und Dinge - werden das Internet der Zukunft definieren."


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Kommentare

MZ_Mann am 01.07.2009

Ist das Horror oder erstrebenswert?

Wenn ich die beretis jetzt sinkenden Qualitätsansprüche an den verschiedenen Stellen sehe - bis hin zu Nachrichten auf nennenswerten Sendern! - stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob das der Anfang vom Ende ist.

Ist das Internet dann letztendlich ein Segen (Demokratisierung in vieler Hinsicht) oder doch eher ein Fluch (Volksverdummung in ebenso vieler Hinsicht)?

Im TV wird uns in den letzten Jahren eindrucksvoll demonstriert, was die ausschließliche Jagd nach Quoten so alles für Blüten treibt und wie stark das Niveau nach unten ausschlagen kann. Und PISA - egal, wie repräsentativ und umstritten - zeigt letztendlich auch die Schwachstellen in der Entwicklung unserer Zukunft auf. Und diese - die Jugendlichen - können durch coole SMS und Chats kaum noch geradeaus reden. Uns hganze Sätze mit mehr als 160 Zeichen werden zum Stolperstein. Da sag ich nur: DBDDHKPSAVBBW.

Ich möchte auf Dauer nicht von Obrflächlichkeit, Mittelmäßigkeit und abkürzungswütigen Idioten regiert werden! Um mit manchen Kontaktsuchenden zu reden: "Geist ist geil!" Und genau DAS muss wieder zum Wertmaßstab werden. Ob mit oder ohne Internet.

Finde ich zumidnest. :-)

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