"Die Goldgrube lauert in der Hosentasche"
28.01.2010 10:44 dah
Beim Auftakt der M-Days in der BMW Welt, München, ging es um den schon lang erwarteten Durchbruch von Mobile. In diesem Jahr solle das mobile Internet aber einen großen Schritt hin zum Massenmarkt machen, prophezeiten die Sprecher.
Der Umbruch im Bereich Mobile erfolgte in zwei Phasen: Zum ersten mit der Einführung des iPhone 2G und zum zweiten mit dem Marktstart des iPhone 3GS, das dem Markt neue Wachstumsimpulse verlieh.
"Im mobilen Bereich wird in erster Linie über Paid Content, zum Beispiel über kostenpflichtige Apps, Geld verdient", erklärt Patrick Sturm von Mücke, Sturm & Company. Werbung werde dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen, dennoch sei Mobile die in der Hosentasche lauernde Goldgrube. Im Jahr 2009 erreichten mobile Anwendungen ein Marktvolumen von 2,9 Milliarden Euro. In diesem Jahr könne sich das Volumen auf knapp fünf Milliarden Euro erhöhen. Bis 2013 sei sogar mit einem Marktvolumen von 20,3 Milliarden Euro zu erwarten.
Sascha Jansen von dem Mediaagentur-Network Omnicom Media Group glaubt dagegen nicht an die prophezeite Goldgräberstimmung: "Goldgruben wird es nur sehr wenige geben."
Arne Wolter von G+J EMS hofft, dass Mobile in diesem Jahr den Durchbruch schafft oder zumindest einen kräftigen Schub erhält. Dafür spreche, dass große Internetkonzerne wie Apple oder Google Milliarden in Mobile-Vermarkter investieren. Derzeit setze sich Mobile jedoch noch nicht als Massenmarkt durch, da es keine etablierte Reichweitenmessung gebe. Diese soll durch die Agof mobile fact in diesem Jahr aber kommen.
Joel Berger von MySpace/Fox interactive Media Germany sieht die Werbevermarktung von mobilen Anwendungen, insbesondere im Unterhaltungsbereich eher skeptisch. Möglicherweise könne sich dies aber durch die aufkommenden Location Based Services ändern. Seiner Meinung nach werden Location Based Services in absehbarer Zeit in alle Apps Einzug halten.