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"Den einsamen Cowboy gibt es nicht mehr"

Digitales Marketing wird die Werbewelt verändern, glaubt Alain Heureux von IAB Europe, der europäischen Händlerorganisation für digitales Marketing. Der neue Entwurf der EU-Richtlinie zu Privatsphäre und elektronischer Kommunikation schade dabei nur.

Die Konsumenten seien von passiven Verbrauchern zu aktiven Usern geworden. "Internet ist nicht nur ein neues Medium, sondern es ist der Ort geworden, an dem Konsumenten mit Marken interagieren", sagt Heureux auf der a4uexpo in Amsterdam. Dabei könne digitales Marketing von den traditionellen Medien lernen: "Dort zu werben ist einfach. Das ist im Internet noch nicht immer der Fall." Deshalb sei eine Standardisierung auf europäischer Ebene unverzichtbar. 

Bislang werden nur acht Prozent der Werbeausgaben in Europa ins Onlinemarketing investiert, sagt Heureux. Dieser Anteil müsse deutlich gesteigert werden. Deshalb sieht der IAB-Präsident den Entwurf zur EU-Richtlinie, bei dem ein User vor dem Abruf jeder Seite der von Cookies zustimmen muss, mit Besorgnis. "Erst einmal muss unsere Branche voll ausgereift sein, dann ist es Zeit, über Regulierungen nachzudenken."

Für 2008 rechnet der IAB mit Online-Werbeausgaben von 13 Milliarden Euro europaweit, die aktuellen Zahlen sollen im Juni bekannt gegeben werden. 45 Prozent des Werbeumsatzes entfielen 2007 aufs Suchmaschinenmarketing, 31 Prozent auf Displaywerbung, 23 Prozent auf Kleinanzeigen.

Neu sei auch, dass die einzelnen Medien nicht mehr getrennt voneinander genutzt werden. "Es gibt keinen einsamen Cowboy mehr - jeder ist immer mit Menschen und Medien verknüpft." Und aus diesem Grund werde die digitale Welt das Marketing nachhaltig verändert. Viele Marketers hätten jedoch bislang noch nicht genug Wissen über die Möglichkeiten des Onlinemarketings.

"Wir müssen alle Teilnehmer an einen Tisch bringen und neue Marketingmodelle entwickeln", fordert Heureux und zieht den Vergleich mit der Musikindustrie, die sich durch das Internet total verändert habe. "Wenn wir uns weiterentwickeln, werden einige Firmen verschwinden - aber noch mehr werden profitieren." 


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