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"Das Internet lässt die Fundamente der Marken bröckeln"

"Das Internet lässt die Fundamente der Marken bröckeln"

Wie beeinflusst das Internet die Werbung? Haben die Nutzer die Macht? Und brauchen die Marken das Web überhaupt? Diese Fragen versuchte die Marketing-Diskussionsrunde auf der DLD Conference zu klären. Die Thesen: Marken zerfallen. Große Firmen sind zu behäbig für den Wandel. Die Verbraucher lügen.

"Wir haben einen Paradigmenwechsel erlebt", sagt Trevor Edwards von Nike. Heute sei der Kunde wirklich König. "Der Kunde erlaubt uns, ihn zu informieren." Zudem erleben die Marketer, wie die Konsumenten einander übers Internet beeinflussen.

Innovationen entwickelten sich rasant, so David Kenny von Vivaki. Firmen könnten sich nicht mehr darauf verlassen, das über Jahrzehnte aufgebaute Marken bestehen blieben. "Die Fundamente der Marken bröckeln schnell, wenn die Qualität nicht stimmt. Und die Qualität liegt im Auge des Betrachters." Deshalb sollten Marken Kunden an einem frühen Zeitpunkt der Entscheidungsfindung erreichen, fordert Samir Arora von Glam. Firmen müssen wissen, was ihre Kunden online machen.

Trotz aller Veränderungen seien die grundsätzlichen Fragen gleich geblieben, argumentiert Andrew Robertson von BBDO: "Wie verhalten sich die Kunden - und was sind die Gründe dafür." Technologie verändere sich, Menschen blieben sich gleich. Anders Sundt Jensen (Mercedes-Benz) stimmt ihm zu: "Entspannt Euch, die Themen bleiben gleich." Nach wie vor gehe es darum, Kunden für Produkte zu begeistern.

"Unsere Herausforderung ist es heute, Mut zu zeigen", sagt Nizan Mansur de Carvalho Guanaes Gomes von der ABC Group. Große Firmen seien dazu kaum noch in der Lage. "Sie haben zu viele Münder zu füttern."

Neue Chancen entstünden, wenn Firmen den Wandel umarmten, fordert Edwards (Nike). Sie müssten den Nutzern nur zuhören. "Die Konsumenten kennen sich aus", stimmt Kenny zu. "Vielleicht haben sie sogar einen besseren Geschmack." Das zu akzeptieren sei wichtiger als die Frage nach der Größe des Unternehmens. Dinge immer auf die gleiche Art zu machen, verhindere Innovationen, sagt Sundt Jensen von Mercedes. Firmen müssten offen bleiben.

Braucht die Zukunft Markenwerbung im Netz? Arora von Glam: "Das Internet ist immer noch ein neuer Markt. Zuerst ging es um Technologie. Diese Phase ist jetzt vorbei. Wenn das Internet zum Medium wird, kommen auch die Marken dorthin." Für die Markenwerbung sei es wichtig, hochwertige Umfelder zu schaffen, damit Luxuswerbung nicht neben Anzeigen für Discountprodukte stehe. Knapp ein Viertel der Werbebudgets würden künftig ins Web fließen, prognostiziert er, die Hälfte davon in Markenwerbung.

"Die digitale Welt ist entscheidend", glaubt de Carvalho Guanaes Gomes (ABC). Markenbildung sei online schwierig. Das Problem: "Das Brandmarketing glaubt nicht ans Internet - und das Internet glaubt nicht ans Marketing." Firmen dürften nicht den Fehler machen, den Verbrauchern zuzuhören. "Die Verbraucher sind wie wir - sie lügen."


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Kommentare

Michael am 26.01.2010

Deutschland ein Internetmärchen...

"Braucht die Zukunft Markenwerbung im Netz?" Das man sich in Deutschland noch mit einer solchen Frage beschäftigt und sie diskutiert zeigt eigentlich, wie weit zurück die BRD im Bereich des Internets ergo der neuen Medien eigentlich liegt! So auch der letztere Absatz, dass auch die Verbraucher lügen zeigt, dass einfach eine enorme Unkenntnis über Zielgruppen herrscht und man einfach hilflos auf weiter Flur steht. Anstatt sich den neuen Technologien/Medien zu stellen und als Bildungs- und Forschungsnation neue Ansätze zu entwickeln und den Markt somit zu pushen, sich dies eben zum Vorteil zu machen, verwehrt man sich und legt die Scheuklappen an! FATAL!!! Deutschland ein Internetmärchen – Leute, wacht auf! Es wird nichts bringen, irgendwelche Forderungen nach paid content für google beispielsweise zu stellen...Zusammenarbeit ist die Devise- das Internet ist kein statisches Instrumentarium, welches seine eigene Mirkowirtschaft belebt- NEIN- Das Internet lebt durch seine Netzwerkstrukturen und Zusammenarbeit heißt die Devise!

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