Bewegtbildwerbung in der Mediaplanung
"Es gibt nichts, das online nicht funktioniert"
09.06.2010 12:14 dah
Bewegtbild - online oder im TV
Im Netz wird viel Geld für Reichweite ausgegeben. Die zunehmende Fragmentierung des Mediums Online erfordert es jedoch, die Angebote zur Vermarktung zu bündeln. Das sagt Jean-Pierre Fumagalli von smartclip auf den Audiovisual Media Days 2010.
In diesem Jahr werden netto rund 80 Millionen Euro mit digitaler Bewegtbildwerbung umgesetzt werden, schätzt Paul Mudter von IP Deutschland. Verglichen mit dem Milliardenmarkt TV sei das noch ein sehr kleiner Markt. Unter den Verschiebungen der Werbebudgets hin zu Onlinebewegtbildwerbung werden vor allem die nicht klassischen Medien, auch Below-the-line-Medien genannt, und Print zu leiden haben.
Jürgen Seitz von United Internet Media ist davon überzeugt, dass vor allem die Markenartikler allmählich an Bewegtbildwerbung herangeführt werden - und so neue Gruppen von Werbekunden erschlossen werden. Crossmediale Kampagnen böten dagegen in Kombination mit digitaler Werbung viele neue Chancen. Mudter fordert von der Contentseite her deutlich bessere Inhalte. Einige Angebote seien da sehr fragwürdig, hier müsse ein Umdenken in Richtung Qualität erfolgen.
TV und Online seien keine getrennten Themen mehr, sondern nur unterschiedliche Übertragungswege, argumentiert Fumagalli. Bald werde auch TV-Werbung von Adservern ausgesteuert - und damit die Vorteile von Onlinewerbung auch im TV-Bereich verfügbar. Insbesondere das Frequency Capping erlaube hier viele neue Möglichkeiten.
Grundsätzlich funktionieren alle aus dem TV bekannten Spots genauso gut online. Aber im Internet böten sich noch viel mehr Möglichkeiten, die jedoch einige Anpassungen erforderten, erklärt Mudter. Anfangs seien es vor allem TV-Spots gewesen, die online liefen, weil nichts anderes da gewesen sei, ergänzt Fumagalli. Aber der Trend gehe immer mehr hin zu interaktiver Werbung. Spezielle Spots fürs Web zu produzieren, lohne sich.