"Affiliate-Marketing muss einfacher werden"
28.04.2009 16:00 tga
Wie sieht die Zukunft des Affiliate-Marketings in Deutschland aus? Das war ein Thema einer Diskussionsrunde auf der a4uexpo in Amsterdam, moderiert von Dominik Grollmann, dem Chefredakteur der INTERNET WORLD Business.
"Der Markt in Deutschland kann um hundert Prozent zulegen", glaubt Mediadonis Marcus Tandler. Wie kann das erreicht werden? "Affiliate-Marketing ist unglaublich zeitintensiv, das muss einfacher werden", sagt Alexander Holl von 121Watt. Die Branche müsse professioneller werden.
Neue Player am Markt haben es nicht leicht, sagt Thomas Eisinger von Explido: "Wer heute ein neues Programm auflegt, hat es schwer, gute Affiliate-Publisher zu finden. Die Top-Publisher, das sind ja nur rund 50 Personen in Deutschland, die sind alle bereits involviert." Tandler sieht in diesem Punkt vor allem die Händler in der Pflicht: "Firmen müssen attraktive Konditionen bieten."
Ein Thema war auch das übliche Abrechnungsmodell im Affiliate-Marketing, bei dem das letzte Cookie für die Provision zählt. Während Michal Kruse von ad:C media das Modell aus rein praktischen Gründen weiter für sinnvoll hält, rechnet Eisinger damit, dass künftig mehr Personen an einem Verkauf beteiligt werden: "Da wird dann nicht nur die letzte, sondern die letzten vier Werbemaßnahmen vergütet." Das derzeitige Abrechnungsmodell stärke vor allem Google, da der Kunde oft vor dem Kauf die Suchfunktion nutze.
Wer als Kunde große Reichweite wolle, sollte weiterhin aufs Fernsehen setzen, da ist sich das Podium einig. Dennoch werde sich das Affiliate-Marketing in der Onlinewelt behaupten. "Ich glaube, wir werden in ein paar Jahren gar nicht mehr von Affiliate-Marketing als eigenem Kanal sprechen", sagt Kruse, "sondern nur noch von Performancemarketing, in dem dann alle erfolgsorientierten Kanäle vereint sind."