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"Säbelrasseln gegen SEO-Dienstleister"

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"Säbelrasseln gegen SEO-Dienstleister"

Sperrt Google SEO-Spider aus?

(Foto: Photodisc)

Das Geschäftsmodell von Tool-Anbietern für die Suchmaschinenoptimierung könnte vor dem Aus stehen, behauptet SEO-Experte Vincent Schmalbach. Er sieht Anzeichen dafür, dass Google Anbietern wie Sistrix, Seolytics und anderen die APIs sperren könnte. US-Anbieter SEOmoz klagt bereits über Probleme. 

"2013 wird ein schwarzes Jahr für die Anbieter von SEO-Tools" befürchtet SEO-Experte Vincent Schmalbach in einem am heutigen Mittwoch veröffentlichten Blogbeitrag. Grund dafür sind die Nutzungsbedingungen von Google, gegen die Tools wie Sistrix, Seolytics oder Searchmetrics mutmaßlich verstoßen. Die Funktionsweise dieser Tools basiert auf massenweise automatisiert ausgeführten Suchanfragen, mit denen die Postion von Websites im organischen Ranking bei verschiedensten Suchanfragen erfasst und statistisch ausgewertet wird. Dieses Vorgehen, im SEO-Fachjargon "Scraping" genannt, kostet Google viele Ressourcen ohne im Gegenzug Umsatz zu generieren - ein SEO-Spider klickt keine Adwords-Anzeigen an.

Schmalbach erwartet, dass Google 2013 die Anbieter von SEO-Tools auf breiter Front aussperren wird, entweder technisch oder gar juristisch – Schadensersatzklagen nicht ausgeschlossen. Denn wer die Google-Tools zur Website-Analyse nutzt, muss den Geschäftsbedingungen des Suchmaschinenkonzerns zustimmen, die maschinell generierte Suchanfragen ausschließen. Wörtlich heißt es da: 

"Verwenden Sie unsere Dienste nicht in missbräuchlicher Art und Weise. Sie sind beispielsweise nicht berechtigt (…) in anderer Weise als über die von Google bereitgestellte Benutzeroberfläche und gemäß unseren Vorgaben auf die Dienste zuzugreifen." 

In den USA zeigt das Google-Verdikt gegen die SEO-Tools bereits Folgen. Die Tool-Anbieter SEOmoz, Raven und Ahrefs erhielten Aufforderungen, das Scraping zu unterlassen. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus: SEOmoz-Gründer Rand Fishkin will auch weiterhin auf automatisierte Analysen nicht verzichten, allerdings scheint SEOmoz derzeit keinen Zugriff auf die Google-API zu haben. Bei Raven will man sich der Google-Aufforderung beugen und bis Anfang nächsten Jahres entsprechend angepasste Services präsentieren. Und das Keyword-Analysetool von Ahref soll am 11. Januar 2013 gar eingestellt werden - bis dahin ist die Nutzung kostenlos möglich. Stefan Köhn, Head of SEO bei der Popularity Reference GmbH hatte zunächst in einem Blog-Beitrag berichtet, dass Sistrix in Deutschland Probleme mit seinem Service habe. Im Gespräch mit der Redaktion berichtigte Köhn jetzt diese Darstellung. Ob die technischen Probleme, die in den vergangenen Tagen bei Seolytics aufgetreten sind, im Zusammenhang mit der Google-API stehen, ist unklar - Seolytics hatte einen Wasserschaden im Serverraum gemeldet.  Searchmetrics-Chef Marcus Tober wird im IT-Newsportal Golem.de mit der Aussage zitiert, dass sein Unternehmen keine Daten aus Google-APIs verwendet, so dass Searchmetrics ein solcher Zugriff nicht entzogen werden könne.   

Ralf Zmölnig, Geschäftsführer der Münchner Agentur Rockit Internet, hält das Vorgehen von Google für "Säbelrasseln gegen SEO-Dienstleister". Es könne nicht im dauerhaften Interesse des Suchmaschinenbetreibers sein, Tools wie Sistrix komplett zu unterbinden. Seine Begründung: "Dann werden wieder alle SEOs anfangen, wie früher herumzutricksen und alle möglichen Sachen auszuprobieren, und die Geschichte wird für Google noch unübersichtlicher." Nach Einschätzung des SEO-Fachmanns geht es Google weniger darum, unnötigen Traffic zu vermeiden: "Ich glaube, dass Google vor allem den Datenzugang auf die eigenen Dienste wie Analytics und Webmaster Tools kanalisieren möchte." 


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