Teil 2: Performance und psychologische Effekte
Die Geschwindigkeit einer Website hat großen Einfluss auf die Zufriedenheit des Nutzers. Das Internet präsentiert ein nahezu grenzenloses Angebot von Information und Unterhaltung. Wer nicht schnell genug anbietet, verliert den gegenwärtigen Interessenten an einen Konkurrenten. Ein weiterer Effekt, der langfristig schwerwiegende Folgen verzeichnet: Das Markenbild leidet erheblich.
Ein langsames und nicht zufrieden stellendes Onlineangebot vermittelt auf Dauer den Eindruck mangelnder Qualität. Die ästhetische Wahrnehmung leidet genauso wie die Glaubwürdigkeit des Angebots. Besonders neue Nutzer, die eine Website zum ersten Mal aufrufen, versuchen ihr Glück bei der ersten Enttäuschung nicht erneut. Sie bevorzugen das Angebot der Konkurrenz. Die Conversion-Rate sinkt, virale Effekte bleiben sowieso aus und der Nutzer behält nur eines in Erinnerung: Frustration.
Auch eine noch so kurze Nichtverfügbarkeit der Seite wirkt sich stark negativ auf das Benutzerverhalten aus. Insbesondere eine langfristige Bindung des Besuchers an die Seite wird damit untergraben. Die Universität Toledo führte hierzu beispielsweise eine Untersuchung durch, die einen starken Zusammenhang zwischen Besucherloyalität und Verfügbarkeit der Webseite nachweisen konnte.
Ladezeit und Antwortzeit: Der technische Hintergrund
Die Ladezeit einer Website bemisst sich aus dem Moment, in dem ein Nutzer eine Website anfragt und in jenem, in dem die Seite vollständig im Browser angezeigt wird. Dieser in Millisekunden messbare Augenblick setzt sich aus verschiedenen Aktionen zusammen, welche jeweils einzeln optimiert werden können. Diese teilen sich grob in das Abrufen der zur Darstellung der Seite notwendigen Informationen von dem oder den Servern und der konkreten Darstellung der Seite innerhalb des Webbrowsers beim Besucher.
Eine wichtige Rolle beim Abruf der Seite spielt ein korrekt eingerichtetes Caching-Konzept auf dem Server. Dabei werden häufig je nach Ressourcentyp unterschiedliche Methoden eingesetzt. Manche der Ressourcen, wie etwa Bilder oder Javascript lassen sich durch Kompressionsverfahren weiter optimieren.
Ebenso kann das Caching-Verhalten des Browsers beeinflusst und die Reihenfolge der zu ladenden Ressourcen angepasst werden, so dass eine möglichst große Parallelisierung der Abrufe möglich wird. Content Delivery Networks, das heißt eine verteilte Auslieferung der Ressourcen, stellen eine weitere Optimierungsmöglichkeit dar.
Der zweite Schritt innerhalb einer Webseitenanfrage besteht in der konkreten Darstellung der Seite innerhalb des Browsers. Eine moderne Webseite wird dabei durch ein komplexes Zusammenspiel von Javascript und diversen Medien aufgebaut. Die Berechnung dieser Elemente ist dementsprechend zeitaufwendig und schlägt sich in der Gesamtladezeit nieder. Insbesondere eingebundene Werbebanner oder von externen Anbietern bereitgestellte Funktionalitäten sind genau zu untersuchen. Auch hier können durch eine intelligente Reihenfolge der Ausführung Ladezeiten optimiert werden.
Aber auch die Struktur des Codes der eigenen Webseite kann in Bezug auf Geschwindigkeit optimiert werden. So lassen sich Bildgrößen, aber auch die Menge der notwendigen Ressourcen stark beeinflussen. Eventuell nicht auf allen Seiten benötigte Javascript-Dateien können entfernt oder Bilder als sogenannte Sprites, das heißt mehrere einzelne Grafiken werden zu einer einzigen Grafik zusammengefasst, erstellt werden.
Redaktion am 03.08.2010
Andere Faktoren
Um diese Frage umfassend zu beantworten ist dieser Praxistipp nicht der richtige Ort. Allerdings nehmen wir dies als Anregung gern einmal auf und werden einen der nächsten Praxistipps den wichtigsten Google-Erfolgsfaktoren widmen.
Viele Grüße
Zur obigen Thematik: Tanja Kiellisch und Jan Eickmann von der Agentur kernpunkt am 03.08.2010
Zum Thema: Schnelle funktionale Webseiten
Seit April 2010 berücksichtigt Google in seinem Index neben anderen Faktoren auch die Performance von Seiten.
Was sind die "anderen Faktoren?"
Kramp Ramona
http://saraha.mediaquell.com