Hacker attackieren visa.com
Cyberangriffe von Wikileaks-Anhängern
09.12.2010 05:54 ns
Hacker haben die Webseiten der Kreditkarteninstitute Mastercard und Visa angegriffen, nachdem diese alle Zahlungen an das Enthüllungsportal WikiLeaks eingestellt haben.
Die Internetpräsenz von Mastercard war für mehrere Stunden nicht erreichbar, visa.com konnte sogar erst am frühen Donnerstag Morgen wieder aufgerufen werden. Die Hackergruppe, die sich selbst "Anonymous" nennt, hatte zuvor offenbar über Twitter zu dem DDOS-Angriff gegen Visa aufgerufen.
Weitere Ziele von Hackerangriffen in Zusammenhang mit dem Enthüllungsportal waren nach Informationen von mashable bislang unter anderem die Internetseite der US-Politikerin Sarah Palin, die Schweizer Postbank Postfinance, die das Konto von Wikileaks-Sprecher Julian Assange gesperrt hatte, sowie die Webseite der schwedischen Staatsanwaltschaft, die ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet hat. Assange war am Dienstag in London festgenommen worden. Dem 39-Jährigen werden in Schweden zwei Fälle von Vergewaltigung vorgeworfen.
Wikileaks ist derzeit starker Kritik von Politik und Öffentlichkeit ausgesetzt. Nach dem Drängen des US-Senators Joe Lieberman hatte Amazon bereits in der vergangenen Woche das Hosting der Seiten beendet. Auch der Domainname-Systemanbieter EveryDNS hat seinen Service für das Portal eingestellt. Als Grund wurden zahlreiche Denial-of-Service-Attacken genannt. Wikileaks.org ist nach wie vor offline, die Seite ist jedoch unter wikileaks.ch erreichbar.
Shinobi42 am 09.12.2010
Vielleicht nur ein Vorgeschmack ...
Wenn man sich anschaut, mit welchem Engagement aus der Netzgemeinde die Vorgänge rund um Cablegate bei Wikileaks begleitet, dann kann man sich vorstellen, dass zur Eskalation der ganzen Geschichte noch reichlich Potenzial besteht.
Es ist nicht sonderlich schwierig, sich ein nur wenige Kilobyte großes Tool für Server-Penetrations-Tests zu besorgen (LOIC zum Beispiel) und ganz privat sich in den Reigen der angeblichen Hacker einzureihen. Es wäre vorstellbar, dass man damit beispielsweise einem großes Buchversandunternehmen mit angeschlossenem Webhosting eine Menge an wirtschaftlichem Schaden zur Vorweihnachtszeit bereiten könnte. Und wo es um Geld und Macht geht, da hört dann der Spaß schnell auf (oder fängt für manche auch erst recht an...)