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4. Zielgruppenorientiert denken

Eindeutige Erfolgsrezepte für E-Commerce-Applikationen in Social Networks gibt es nicht. Vielmehr muss bei jedem Anbieter individuell entschieden werden, welche Features für ihn wichtig sind. Die Akzeptanz einer Applikation hängt auf der einen Seite vom Produkt und auf der anderen Seite von der Zielgruppe des Unternehmens ab. So gibt es beispielsweise gerade im Bereich Mode und Lifestyle einen hohen Austauschbedarf unter den Usern. Auf E‑Commerce-Applikationen in Social Networks zu setzen, ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn die Zielgruppe des Unternehmens in bereits bestehenden und etablierten Communities auch vertreten ist. Das Konzept an sich muss zur Zielgruppe des Shop- oder Portalbetreibers passen und den Nerv und die Bedürfnisse der User treffen. Es gilt, extrem zielgruppenorientiert zu denken. Ist die eigene Zielgruppe affin für technisch neue und innovative Lösungen, ist dieser Marketing- und Vertriebsweg sicher eine gute Chance. Für weniger affine Zielgruppen ist aber eher davon abzuraten.

Um die Affinität und die Bereitschaft der User für neue Techniken zu prüfen, kann der Anbieter beispielsweise durch eine Online-Kampagne in Form eines Foto-Wettbewerbs testen, wie die Beteiligung der User ist und ob sie mit Techniken wie Bild-Upload, Kommentieren, Bewerten oder Taggen vertraut sind. Eine Kampagne hat den Vorteil, dass sie eine abgeschlossene Aktion darstellt und die Kosten überschaubar sind. Auch bei den potenziellen E-Commerce-Anwendungen in Social Networks gilt: mehrere Applikationen zu entwickeln und dann zu testen, welche von ihnen am besten funktionieren, ist nicht die schlechteste Alternative – gerade weil sich dieses Feld noch ganz am Anfang befindet und es bisher nur wenige erfolgreiche E-Commerce-Applikationen gibt. Engagiert sich ein Unternehmen sehr früh in diesem Bereich, sammelt es auch frühzeitig Erfahrungen, die ihm später zugute kommen. Setzen sich die E-Commerce-Applikationen auf Social Networks dann durch, startet der Anbieter nicht bei Null, sondern hat einen entscheidenden Wissens- und Erfahrungsvorsprung.

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