Wie Webhändler mit Widgets in Social Networks Kasse machen
11.11.2008 06:30 Daniela Patrzek
My Style, ein Widget, das aktuelle Trendprodukte von unabhängigen Designern vorstellt, zählt bei Facebook 94 tägliche Nutzer.
Die auf Social Commerce spezialisierte Mainzer Internet-Agentur Netz 98 hat einige Profitipps zusammengestellt, wie Shopping-Widgets konzipiert sein müssen, damit sie von der Zielgruppe auch genutzt werden.
Widgets sind kleine, bannerähnliche Applikationen, die über HTML-Codeschnipsel in eine Website oder einen Weblog eingefügt werden können. Anders als statische Banner beinhalten sie dynamische Daten ihrer Ursprungswebsite, bieten häufig Interaktionsmöglichkeiten und können personalisiert werden. Widgets sind sehr flexibel einsetzbar und erreichen die User auch außerhalb der zentralen Webpräsenz des Anbieters mit Informationen und Funktionalitäten. Eine Spezialkategorie von Widgets stellen E‑Commerce-Applikationen innerhalb von Social Networks wie Facebook oder MySpace dar. Diese können von den Usern in die eigene Profilseite implementiert werden und sind dann für jeden sichtbar, der die Profilseite betritt. Der große Vorteil von Applikationen in Social Networks liegt darin, dass sie die Funktionen innerhalb der jeweiligen Plattform und die bestehende Verknüpfung zwischen den Usern nutzen können. Eine Shopping-Applikation ist allerdings nicht automatisch erfolgreich, nur weil sie existiert. Vielmehr ist sie stark vom Produktangebot und der Zielgruppe eines Händlers oder Marktplatzbetreibers abhängig und muss bestimmte Anforderungen erfüllen:
1. Im Freundeskreis ansetzen
Wichtigstes Kriterium für den Erfolg einer Social Network Application ist, dass sie die Besonderheiten des Social Networks auch nutzt. Denn Werben und Verkaufen in sozialen Netzwerken funktioniert grundlegend anders als sonst im Internet. Es reicht definitiv nicht aus, ein bestehendes Feature ohne Anpassungen an die Gegebenheiten eines Social Networks einfach eins zu eins in eine Applikation zu adaptieren. Die Applikation muss vielmehr für die jeweilige Nutzer-Crowd optimiert sein. Dazu sollte sie auf jeden Fall die Vernetzung der User untereinander nutzen, denn gerade der angeschlossene Freundeskreis, der sogenannte Social Graph, ist die Besonderheit, die andere Plattformen nicht bieten können. Wenn Social Network Applications wirklich Massen von Nutzern erreichen wollen, müssen sie im Freundeskreis ansetzen und dort Anklang finden. Sie sollten in der Gruppe Spaß machen und Kommunikation und Austausch mit Freunden fördern. Denn ein Social Network wie facebook bedeutet vor allem ein Matching mit Freunden. Und genau in diese Kommunikation muss sich eine Applikation einklinken, damit sich ein Viral Loop in Gang setzen kann, der für die zügige Verbreitung der Applikation sorgt.