Empfehlungstechnologien im Internet
19.06.2009 10:06 dah
Für Suchmaschinen sind alle Webseiten gleich: Die Reihenfolge der Suchergebnisse hängt nur von den eingegebenen Suchbegriffen und der suchmaschineninternen Gewichtung von verschiedenen Eigenschaften der Zielwebseite ab. Adrian Hass, Mitgründer des Produktbewertungsportals Shopotainment, erklärt was Empfehlungssysteme leisten können.
Was sind Empfehlungstechnologien?
Empfehlungs-Systeme brechen radikal mit diesem Paradigma. Für sie ist jeder Nutzer ein Individuum: mit persönlichen Vorlieben und einer eigenen Klick-, Hör- oder Kauf-Geschichte. Diese werden genutzt, um gezielt Inhalte zu empfehlen, die den Geschmack und die Intention des Nutzers möglichst genau treffen sollen.
Dazu gibt es zwei Hauptansätze: Zum Einen werden Informationen über die Inhalte selbst genutzt, um ähnliche Inhalte zu empfehlen („Content-based Filtering“: bspw. Nachrichten zum gleichen Thema) und zum Anderen wird implizites/explizites Feedback der Nutzer genutzt, um relevante Inhalte zu identifizieren („Collaborative Filtering“: Leute mit ähnlichem Geschmack wie Du, finden auch X gut).
Beispiele für Empfehlungssysteme
Amazons Online-Shop ist eines der bekanntesten und erfolgreichsten Beispiele für die Nutzung von Empfehlungstechnologien. Schon früh half die Collaborative-Filtering-Funktion dabei, umsatzsteigernde Zusatzkäufe auszulösen und so beispielsweise mit der Digitalkamera auch eine Speicherkarte zu verkaufen.
Inzwischen begrüßt Amazon jeden erkannten Kunden mit einer eigenen Startseite auf der aktuelle Empfehlungen des Systems einen „persönlichen Shop“ bilden. Außerdem wird jede Produktdetailseite mit Wertungen, Kommentaren und Informationen über Käufe von anderen Kunden ergänzt.
Für Musik-Empfehlungen haben sich derzeit zwei Dienste etabliert: Last.fm und Pandora bieten Ihren Nutzern einen Radio-Stream aus Titeln, die zu den eigenen Hörgewohnheiten passen sollen. Mit jedem übersprungenen beziehungsweise zu Ende gehörten Song werden die Vorschläge durch dieses Feedback verfeinert.
Auch für andere Bereiche gibt es interessante Dienste: von Filmen (www.Netflix.com) über Nachrichten (www.Digg.com) bis hin zu Produkten (www.shopotainment.de).
Marc Nodorft am 23.06.2009
Sprachgebrauch und Inhaltsverfremdung
Ich kann diese Unterhaltung überhaupt nicht verstehen. Geht es nun um das eigentlich Thema vom Autor oder darum, dass wir im Sprachgebrauch besser abertausende von Phrasen oder Wörtern nicht mehr verwenden, nur weil in der Geschichte (ohne das herunterspielen zu wollen) damit "Schindluder" getrieben wurde?
Alle die damit ein Problem haben sollten einfach mal auf ihr persönliches Lebenszeitkonto sehen und vorhandenes Guthaben vielleicht mal für einen Spaziergang im Grünen oder ein gemütliches Käffchen verwenden. Aber bitte: niemanden böse angucken oder ansprechen, weil er das falsche Outfit trägt oder nach ihrer Meinung schräg geniest hat. Nicht die Form macht den Inhalt..
M.S. am 19.06.2009
Vorschlag zur Einigung
Für eine umfassende Diskussion ist dies sicher der falsche Ort.
Halten wir fest, dass es zwei Lager gibt.
Die Einen sehen in der Verwendung des Satzes "Jedem das Seine" kein Problem, da der Ursprung der Wendung noch vor das Aufblühen der römischen Rechtsentwicklung datiert werden kann, nämlich bei Aristoteles (384 v.Chr. - 322 v.Chr.)
Die Anderen stellen auf den Hohn und Spott ab, den dieser Satz sowohl für die Insassen des KZ Buchenwald, als auch für das deutschen Rechtssystem bedeutet.
Um schlussendlich "Einigung" zu erzielen, schlage ich vor, dass beide Lager versuchen den jeweils anderen Standpunkt nachzuvollziehen, gleichermaßen aber auch verstehen, dass ein Umstimmen nicht ohne Weiteres und schon gar nicht hier möglich sein wird.
Lutz Igeniu am 19.06.2009
Antike Zitate
Suum cuique!
imho gab es die Redewendung schon in der griechischen Antike. Umdeutungen gehören in lebendigen Sprachen dazu und beweisen nur, dass die Sprache noch lebt. Diese in meinen Augen übertriebene Vorsicht bei Phrasen ist doch lediglich politische Heuchelei!
Übrigens trägt die Militärpolizei der Bundeswehr (Feldjäger) diesen Ausspruch bis zum heutigen Tag als Motto auch auf dem preußischen Gardestern ihrer Uniform...
Was bedeutet das jetzt für unsere Rechtsstaatlichkeit???
Hermann am 19.06.2009
Diskussion
Was ist das hier bitte für eine besch...... Diskussion?
Hans Pöllmann am 19.06.2009
Totale Geschichtsunkenntnis der IT-Menschen?
Die Kommentare zeugen von noch größerer Geschichtsunkenntnis als der Verfasser der ursprünglichen Headline gezeigt hat. Dieser Satz auf der Innenseite (!) eines KZ-Tors ist an Zynismus und Bösartigkeit nicht zu überbieten.
Admins, ab in den Serverraum, und bitte nicht mehr an einem öffentlichen Diskurs teilnehmen.
Max Heide am 19.06.2009
Titel
Ich kann die Änderung nicht nachvollziehen.
Seit letztem Jahr steht bereits das Wort "Autobahn" auf dem journalistischen Index, wieso jetzt auch noch eine absolut gebräuchliche Rendewendeung.
Vgl. Jedem das Seine, mir das Meiste ( Garfield)
Redaktion am 19.06.2009
Danke für die Hinweise
Ist geändert.
Clemens am 19.06.2009
Kommentar: Wahl des Titels
Die Nazis haben sehr viele Worte benutzt, wenn wir die alle aus unserem Sprachgebrauch streichen würden, dürften wir uns eine neue Sprache ausdenken, um überhaupt noch was ausdrücken zu können.
@Redaktion: Weiter so!
Matthias Steinforth am 19.06.2009
Wahl des Titels...
Liebe Redaktion,
bitte machen Sie nicht den gleichen Fehler, wie schon viele andere vor Ihnen:
http://www.fr-online.de/top_news/1658833_Et-tu-Tchibo.html
Der eigentlich sehr schöne Satz "Jedem das Seine" ist leider von den Nazis missbraucht worden und sollte daher nicht umbedingt verwendet werden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Jedem_das_Seine
Dennoch ein gelungener Artikel...
Gruß
Matthias Steinforth