Teil 2: Beschränktheit, Faulheit und Egoismus
Daniel Gremm über die größten Fehler im Social Media Marketing
Beschränktheit
Kommunikationsplattformen sprießen seit einiger Zeit wie Pilze aus dem Boden. Während gestern Secondlife hipp war, sind es heute unter anderem Facebook und Twitter. Welche Plattformen morgen den Puls der Zeit widerspiegeln kann noch niemand seriös vorhersagen. Sicher ist nur, dass man sich heute als Unternehmen und Werbetreibender nicht mehr nur auf wenige Kommunikationsplattformen mit festen Kommunikationsstilen und -strategien beschränken kann. Die Verbraucher bewegen sich flexibel auf immer neuen Plattformen, die jeweils eine individuelle Ansprache und Strategie bedürfen. Andernfalls laufen die eigenen Marketing-Bemühungen ins Leere und man wird nicht wahrgenommen. Das genannte Beispiel Jack Wolfskin zeigt zudem deutlich, welche massiven negativen Auswirkungen bislang funktionierende eindimensionale Strategien im Internet dank Social Media entfalten können.
Faulheit
In keinem Medium verbreiten sich Informationen schneller als im Internet. Viele Unternehmen und Werbetreibende glauben nun, dass ihre einmal im Internet kommunizierte Botschaft sich kontinuierlich von selbst verbreitet. Im Gegenteil: Das Informationsangebot im Internet erhöht sich von Tag zu Tag exponentiell, sodass eine einzelne Information immer unbedeutender und schwerer auffindbar wird. Wenn Unternehmen und Werbetreibende nicht ständig auf den für sie relevanten Kommunikationsplattformen kommunizieren, werden sie im Internet deutlich schneller vergessen als in der realen Welt.
Egoismus
Social Media Marketing trägt nicht umsonst das Wort sozial im Namen. Auf den heutigen Kommunikationsplattformen geht es nicht nur um das Austauschen von Nichtigkeiten, sondern hier werden auch unzählige Fragen geklärt und Herausforderungen gelöst. Wenn sich Unternehmen hier nicht als versierte Gesprächsteilnehmer in ihrem Bereich uneigenützig als Helfer anbieten, dann überlassen sie ihren Mitbewerbern diese wichtige Reputationschance.
Austauschbarkeit
Einer der schwersten Fehler im Internet ist es, wenn man keine USPs beziehungsweise Alleinstellungsmerkmale für die eigenen Produkte kommuniziert, also komplett austauschbar ist. Dann gerät man meist zwangsläufig in einen Preiskampf, der im Internet wegen der großen Konkurrenzsituation nicht selten ruinös endet.
Fazit
Wer in Zukunft als Unternehmen oder Werbetreibender nur mit klassischen Marketinginstrumenten und -strategien agiert, wird es immer schwerer haben, seine Zielgruppe zu finden, zu erreichen und damit seine Produkte letztlich zu verkaufen. Social Media Marketing führt ständig zu neuen Kommunikationsplattformen und Formen, schafft klassische Hierarchien ab und fördert die offene Kommunikation. Wer hier als Unternehmen und Werbetreibender seine Marketingmaßnahmen nicht ständig anpasst und mit aktuellen Entwicklungen Schritt hält, der wird schnell überrannt.
Chris am 02.12.2009
Stichpunkt Täuschen und Tarnen
"Da das Internet nichts vergisst, hängt den Unternehmen diese negative PR sehr lange nach."
Wenn ich das richtig beobachte, scheint die Internet-Community aber zB. dem Baumarkt Hornbach die Ron Hammer Kampagne keineswegs nachzutragen. Für gut gemachte Virals lässt man sich ja auch gerne mal hinters Licht führen. :)
franz wanner am 05.11.2009
Die sieben Todsünden im Social Media Marketing
konsequent weitergedacht hieße dies, daß zukünftig mehr Zeit für Marketing und Werbung investiert wird als möglicherweise in die Produktentwicklung...
Dies mag unvermeidlich sein... aber freuen muß man sich darüber nicht und der Respekt vor einer mündigen Käuferschaft wächst auch nicht, wohl aber die Angst....
Gute Produkte empfehlen sich durch den Gebrauch... da kann Community-Abstinenz schon wieder Exklusivität bedeuten.