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Die Top Web-2.0-Trends für 2008

Das Beratungsunternehmen Optaros hat die wichtigsten Web-2.0-Trends für 2008 eruiert. Darunter finden sich unter anderem hybride Online-Offline-Lösungen sowie Widgets.

2008 wird das Jahr sein, in dem Firmen beginnen, sich oder Teile ihres Geschäfts zu transformieren, um von den Effekten rund um Web 2.0 Nutzen zu ziehen", prognostiziert Bruno von Rotz, Vice President for Strategy and Research beim Beratungsunternehmen und Systemintegrator Optaros. Die folgenden sechs Trends hat er analysiert:

Trend 1: Die Medien-Branche wird durch die ständig steigende Relevanz des Webs immer mehr umgekrempelt. Die Grenzen zwischen den einzelnen Kanälen verschwinden, im Zentrum stehen zunehmend die Inhalte und gleichzeitig die Nutzer, die mit Web 2.0 auch zu Inhalts-Produzenten werden. User Generated Content ist für die Medienbranche eine enorme Herausforderung und bedroht den Wert der traditionellen Assets, wie z.B. Fernsehkanäle oder Zeitungsmarken. Der Bau und die Pflege einer Community (Leser-Gemeinde) werden zur zentralen Aufgabe. Telekommunikationsfirmen drängen mit immer neuen Angeboten in den Markt und nutzen ihre Fähigkeiten zur Verbreitung von Information auf den unterschiedlichsten Kanälen. Die Konvergenz der Medien (Online, Print, Fernsehen, Radio, Telekommunikation, etc.) wird weiter zunehmen und neue Mischformen werden die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich ziehen.

Trend 2: Das Phänomen Social Networking wird weiter an Bedeutung gewinnen. In den USA haben bei Jugendlichen bereits heute Applikationen wie Facebook oder Twitter mehr Gewicht als E-Mail und werden zunehmend als primäre Kommunikationsplattform genutzt. Dieser Trend wird sich ausweiten und 2008 auch Europa verstärkt erfassen, wenn Sprachbarrieren überwunden sind und ein gemeinsames Momentum erreicht wird. OpenSocial als API-Standard für Applikationen auf unterschiedlichen Social-Networking-Plattformen wird diesen Trend weiter forcieren. Die Nutzung des Social Graph (ungefähr: wer kennt wen via wen) wird aber auch außerhalb der Online-Sites wie Facebook, LinkedIn oder Xing immer wichtiger, zum Beispiel im Rahmen von Empfehlungen bei Produktkäufen oder bei der Evaluation und Organisation von Reisen. Ob Facebook selber in Europa eine ähnlich hohe Bedeutung erreichen wird wie in den USA, wo Firmen beinahe manisch in Facebook-Applikationen investieren, wird sich zeigen. Bisher scheinen sich Social-Networking-Applikationen stark entlang Sprach- und teilweise auch Landesgrenzen zu entwickeln.

Trend 3: Nachdem das Web bisher fast ausschließlich eine Online-Welt war und es auch immer einfacher ist, überall online zu sein, haben verschiedene Technologie-Optionen inzwischen auch eine Reife erreicht, die es erlauben, Offline-Anwendungen und hybride Online/Offline-Lösungen ohne erheblichen Mehraufwand zu entwickeln. Technologien wie Google Gears, Adobe Air oder Firefox 3.0 zeigen den Weg auf. Web-Applikationen gelangen damit zum Client und wir werden eine gewisse Verschmelzung von Client-Anwendungen und Web-Applikationen sehen, die Grenze zwischen online und offline wird für den Nutzer bald unsichtbar werden. Trend 4: Werbung wird weiterhin der dominierende Umsatztreiber im Web-2.0 Umfeld sein. Alternative Modelle konnten sich bisher kaum etablieren und werden auch weiterhin einen schweren Stand haben, solange z.B. kein relevanter und breit eingesetzter Standard für Micro-Payments Traktion kommt. Der Trend der Werbeauftraggebenden, von Offline- zu Online-Werbung zu wechseln und zu fokussieren wird weiter zunehmen. In den kommenden Monaten und Jahren werden wir immer besser ausgefeilte Modelle beobachten können, um Werbung noch zielgerichteter, profilgerechter und wirksamer zu platzieren. Auch die Messbarkeit wird ständig steigen. Weil gleichzeitig aber auch die Konsumenten werbemüde werden, finden neue Formen von Werbung wie Co-Produktionen, Sponsorings, interaktives Product-Placement, etc. Eingang. Die Besitzer und Anbieter von Inhalten werden vermehrt direkt mit den Produktanbietern arbeiten, um einen bruchstellenfreien Lead-Generation-Prozess zu implementieren. Trend 5: Mit dem Erfolg von Iphone, Windows Vista, etc. wird auch die Widget-Euphorie weiter zunehmen. Kaum ein großer Anbieter wird darauf verzichten wollen, seine Funktionalitäten und Inhalte auch über Widgets zu verbreiten. Trend 6: Web 2.0 und dessen Entwicklungen wirken sich neben der Medien-Branche auf viele andere Branchen aus. Zunehmende Preistransparenz, allgegenwärtiger Informationsaustausch, einfachere Selbstbedienungsangebote und verbessere Integration vorher nicht kombinierbarer Dienste beeinflussen auch die Ausrichtung von Transport-/Touristik-Unternehmen, Finanzinstituten oder Pharmafirmen. Und nicht zuletzt drängen die Mitarbeiter, die den Nutzen von Web 2.0 in ihrem Privatleben schätzen gelernt haben, die Unternehmen dazu, ähnliche Funktionalitäten und Dienstleistungen auch intern einzuführen. Dies wird im Jahre 2008 zum Durchbruch von Enterprise 2.0 führen. Die Intranets- und Extranets aus den 90er-Jahren werden interaktiven und Zusammenarbeitsfördernden Enteprise-2.0-Plattformen weichen.


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