Woran M-Commerce (noch) scheitert
Forderungen an Technologieanbieter und Politik
07.02.2012 11:33 dz
(Foto: istock/webphotographeer)
Zu hohe Mobilfunkpreise, Sicherheitsbedenken und zu geringe Mobilfunk-Übertragungsraten sind aus Sicht der Verbraucher die größten Hemmschuhe für den mobilen Handel.Das zeigt der abschließende Teil der gemeinsamen repräsentativen Studie "Smart Shopping", die der Online-Marktplatz eBay zusammen mit der Verbraucher Initiative e.V. vorstellte.
Rund 60 Prozent der Verbraucher wünschen sich in diesen Bereichen Verbesserungen, um künftig häufiger mobil nach Produkten und Dienstleistungen zu recherchieren und diese per iPhone und Co. einzukaufen, zeigt die Studie. Befragt nach den wichtigsten allgemeinen Voraussetzungen, um Produktrecherche und –einkauf noch öfter mobil durchzuführen, nannten die Verbraucher vor allem sinkende Kosten für das mobile Surfen (69 Prozent) sowie die kostenlose Nutzung von W-LANs außerhalb des Eigenheims (ebenfalls 69 Prozent). Insgesamt ergab die Befragung, dass 74 Prozent der Besitzer von Smartphones oder Tablet-PCs sich schon mindestens einmal vor dem Kauf mobil über ein Produkt oder eine Dienstleistung informiert haben. Ein Drittel aller Besitzer von Smartphones und Tablet-PCs (36 Prozent) hat gemäß der Untersuchung schon mindestens einmal mit dem Mobilgerät eingekauft.
„Die Verbraucher gehen mit den neuen Möglichkeiten des mobilen Informierens und Einkaufens aktiv um. Sie erwarten allerdings im Gegenzug Verbraucherinformationen, die über die mobilen Geräte maßgeschneidert abrufbar sind sowie verbraucherfreundliche, handhabbare und sichere Angebote“, sagt Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der Verbraucher Initiative e.V. In einem gemeinsamen Positionspapier fordern eBay und die Verbraucher Initiative e.V. daher klare Schritte von Infrastrukturanbietern, Diensteanbietern und Politik: Die Herausforderungen für die Telekommunikationsunternehmen bestehen aus Sicht der Partner der Smart-Shopping-Initiative vor allem im nachhaltigen Ausbau schneller mobiler Netze, in der Förderung öffentlich zugänglicher WLAN-Hotspots sowie in der Schaffung einer größeren Preistransparenz durch die Mobilfunkanbieter.
Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Verbraucher beim mobilen Informieren und Einkaufen sollten aus Sicht der Kampagnenpartner Verbraucherinformationen auf Mobilgeräte zugeschnitten und konsequent auf die Einhaltung datenschutzrechtlicher Grenzen geachtet werden. Um die allgemeine Medienkompetenz weiter zu stärken, sollte ein breites Angebot an Medienbildung aus privater und öffentlicher Hand zur Verfügung stehen, aber auch die digitale Sachkompetenz auf der politischen Ebene und in der Verwaltung ausgebaut werden. Ebenso sollten IT-bezogene Studien-, Weiter- und Ausbildungsangebote attraktiver gestaltet und vor allem Informatik und Ingenieurswissenschaften verstärkt gefördert werden.