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sueddeutsche.de bezahlt für Lob im Web

sueddeutsche.de kauft sich Lob im Web

sueddeutsche.de hat für ihre neue iPhone-Applikation positive Bewertungen in Blogs gekauft. Nachdem das Vorgehen offenkundig wurde, hat das Portal die Kampagne gestoppt. Jetzt heißt es: Alles ein Missverständnis.

Über den Schweizer Social-Media-Dienstleister Trigami hat sich sueddeutsche.de Lob für ihre iPhone-App in Blogs und im iPhone-AppStore gekauft, berichtet Upload. Dabei wurden gleich Vorschläge mitgeliefert, was die beteiligten Blogger loben sollten - unter anderem deren hohe journalistische Qualität. Trigami nennt diese Form des Marketings Advertorial: "Advertorials sind redaktionelle Werbetexte, geschrieben von Bloggern, 100% positiv durch Inhaltskontrolle Ihrerseits", heißt es auf der Website.

Das sei jedoch nicht gewollt gewesen, so Peter Bilz-Wohlgemuth aus dem sueddeutsche.de-Marketing in einem Blogbeitrag. Man habe eine virale Kampagne lancieren wollen, die keinesfalls nur positive Kommentare beinhalten sollte.

Trigami hat die Verantwortung für den PR-Gau übernommen: Es sei lediglich zum Ausdruck gebracht worden, dass das Wunschresultat der Kampagne möglichst viele positive Berichte und Kommentare (auch im Apple Store) wären", schreibt Geschäftsführer Remo Uherek. Diese Information sei dann ins öffentliche Bloggerbriefing übertragen worden. "Außerdem wurde aufgrund dieses Kommunikationsfehlers dem Kunden empfohlen, eine Advertorial-Kampagne zu machen, obwohl eine Text-Review-Kampagne die deutlich bessere Wahl gewesen wäre."

sueddeutsche.de hat die Kampagne inzwischen gestoppt.


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Kommentare

Tom am 19.01.2010

Süddeutsche Social Media Flop - wie konnte das passieren?

Nun, Social Media Marketing ist nicht Werbung (siehe auch: http://blog.werbeplanung.at/stories/5995563/). 93% der Social Media User denken, dass ein Unternehmen eine Social Media Präsenz haben sollte und 85% denken, es sollte in Social Media auch interagieren (Cone, Business in Social Media Study, 2008). Allerdings nicht auf werbliche Art sondern im Rahmen der Konsumenteninformation, Öffentlichkeitsarbeit, Public Relations und allenfalls des Lobbying. Erwünscht sind Informationen, Interaktion und Abbildung von Kommunikationsprozessen. Beispielsweise wird die Verlagerung von Kundenservice-Prozessen in Social Media von den Konsumenten durchaus sehr positiv aufgenommen. Social Media ist also kein Werbekanal, sondern ein neues Kommunikationsphänomen, dessen Marketingeinsatz Strategie und Konzept voraussetzt.

Ralf Zmölnig am 18.01.2010

Trigami

Das Trigami hier die Schuld auf sich nimmt ist edel, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass so ein Umstand für die Reputation dieser Zeitung ein Supergau ist. Und als regelmäßiger Leser und jetzt.de-Beitragschreiber wird man dort bei solchen Vorgehen auch gleich ermahnt. Tja, hoffentlich bekommt die SZ damit so viel Gegenwind, dass andere Zeitungen sich nicht auch noch berufen fühlen, solche Wege zu gehen!

roman roell am 18.01.2010

sueddeutsche bezahlt für positve blog pr

die spinnen jetzt komplett bei sueddeutsche.. wahnsinn...

Knut Barth am 18.01.2010

Trigami Kampagnen werden als "Werbung" ausgelobt

ich kann die Aufregung nicht ganz verstehen, werden die Trigami Berichte doch immer als Werbung bzw. als Trigami bezahlter Beitrag ausgewiesen. Es wird also deutlich darauf hingewiesen und Trigami prüft diese Auslobung sehr streng.

Uwe Hiltmann - Spezialist für Referenzen-Marketing® am 18.01.2010

Gekaufte Beiträge sind der Tod jeder Referenzen-Glaubwürdigkeit

Es ist extrem wichtig, dass die Referenzen eines Produktes nicht "gekauft" werden. Wenn so etwas passiert, ist die Glaubwürdigkeit der Referenzen eines Unternehmens auf Jahre hinaus beschädigt. Verwenden Sie daher immer verschiedene Aussagen von Kunden, die Ihr Produkt bewerten und lassen Sie die Kunden spezifische Aussagen über das Produkt treffen, damit auf jeden Fall die entsprechenden Vorteile eines Produktes zur Geltung kommen. Dann kann sich aber jeder Leser einer Referenz ein eigenes Urteil bilden, ob das bewertete Produkt für ihn in Frage kommt.

Beste Grüße
Uwe Hiltmann
www.referenzen-marketing.de

Iskander am 18.01.2010

Macht das nicht jeder?

Ist es schlimm, dass die SZ dies gemacht hat, oder dass sie sich hat erwischen lassen?

Ralf Heinrich am 18.01.2010

Ziel erreicht ^^

"Man habe eine virale Kampagne lancieren wollen, die keinesfalls nur positive Kommentare beinhalten sollte."

Na DAS hat doch geklappt! *g*

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