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"Wir wollen unser Lizenzgeschäft ausbauen"

"Wir wollen unser Lizengeschäft ausbauen"

Interview Die Gesundheitswebsite Netdoktor.de feiert am Sonntag ihren zehnten Geburtstag. internetworld.de sprach mit Geschäftsführer und Gesellschafter Philipp Montgelas über die Finanzierung und seine Pläne für Zukunft.

Zehn Jahre sind in der Onlinewelt eine lange Zeit. Wie finanziert sich Netdoktor?

Philipp Montgelas: Netdoktor steht wirtschaftlich auf zwei Säulen: die Vermarktung, über die wir rund 70 Prozent der Einnahmen erwirtschaften, und die Content-Lizensierung. Wir stellen unsere Inhalte über 20 Krankenkassen zur Verfügung, im November ist die Deutsche BKK als neuer Partner hinzugekommen. Für gesundheitsportal-privat.de übernehmen wir neben den Inhalten auch noch die Technik.

Auf Ihrer Website findet man überall Textanzeigen von Google. Wieviel Prozent der Vermarktungserlöse kommen durch AdSense zustande?

Montgelas: Wir sind mit AdSense sehr sanft gestartet, weil wir erst testen wollten, wie unsere User reagieren. Nachdem es kaum Proteste gab, haben wir die Anzahl der Textanzeigen erhöht.

Und im Bereich Display?

Montgelas: Bei der grafischen Werbung arbeiten wir im Agenturbereich mit Tomorrow Focus zusammen, das Direktgeschäft mit der Pharmaindustrie läuft über die healthier AG. Die Pharmakonzerne geben zwar bisher nur einen einstelligen Betrag ihres Werbebudgets online aus, aber der Anteil steigt stark.

Bietet Netdoktor Pharmaunternehmen auch die Möglichkeit, redaktionelle Inhalte zu platzieren?

Montgelas: Nein, redaktionell sind wir absolut unabhängig. Wir trennen Werbung klar von redaktionellen Inhalten. Für Werbekunden gibt es die Möglichkeit, ganze Bereiche exklusiv zu belegen.

Behavioral Targeting wäre bestimmt für einige Firmen interessant.

Montgelas: Wir erheben auch keine Nutzerdaten, alles ist anonym. Unsere User sollen uns vertrauen können, schließlich kommen 70 Prozent auf unsere Seite, nachdem bei ihnen eine schwere Krankheit diagnostiziert wurde.

Was planen Sie für die Zukunft?

Montgelas: Wir wollen unsere Qualität weiter verbessern, sowohl in der Breite als auch in der Tiefe. Wir wollen unser Lizenzgeschäft erweitern. Und wir möchten Bewegtbild anbieten, aus Kostengründen gemeinsam mit einem Partner. Da wird es Anfang kommenden Jahres ein Pilotprojekt geben, mehr kann ich leider im Moment dazu noch nicht sagen.

Vertikale Netzwerke waren einer der Trends dieses Jahres. Im Gesundheitsbereich gibt es noch keins. Wäre das für Netdoktor attraktiv?

Montgelas: Ein solches Gesundheitsnetzwerk kann ich mir sehr gut vorstellen, vor allem, wenn dabei die Qualitätskriterien von Netdoktor.de gewahrt bleiben.


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