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"Nutzer sollen Infos über sich selbst kontrollieren"

"Wir arbeiten an unserer Performance"

Verbringt die Hälfte seiner Zeit mit Recruiting: Mike Schroepfer

Interview Als Mike Schroepfer im vergangenen Jahr als Vice President of Engineering begann, hatte Facebook hundert Millionen User. Heute sind es dreimal so viele. Mit internetworld.de sprach der Informatiker über Privatsphäre, die Zukunft des sozialen Netzwerks und warum Facebook für Entwickler so attraktiv ist.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg hält Privatsphäre für nicht mehr zeitgemäß. Wie denken Sie darüber?

Mike Schroepfer: Ich halte es für entscheidend, dass die Nutzer die Informationen über sich selbst kontrollieren können. Bei den Treffern, die Google zu Ihrem Namen anzeigt, ist das nicht der Fall. Wir bei Facebook hingegen geben unseren Mitgliedern Werkzeuge an die Hand, mit denen sie selbst bestimmen können, wem sie welche Inhalte zeigen - und das sogar auf Ebene einzelner Nachrichten.

Welche Privatsphäre-Einstellungen haben Sie bei Ihrem persönlichen Facebook-Account gewählt?

Schroepfer: Ich entscheide bei jeder Nachricht neu, wer sie sehen darf - manche sind öffentlich, andere nur für Freunde gedacht.

Beim DLD Congress ging es viel um die Zukunft des Internets. Wie sieht die Zukunft von Facebook aus?

Schroepfer: Unsere Mission ist es, Menschen weltweit miteinander zu verbinden. Das kann über Facebook.com sein oder über unsere Plattform Facebook Connect. Auf lange Sicht wird sich Facebook zu einem Service entwickeln, der den Usern erlaubt, ihr Netzwerk überall hin mitzunehmen.

Anwendungen sind die Zukunft - ist Facebook.com bald Vergangenheit?

Schroepfer: Nein, das glaube ich nicht. Schließlich ist Facebook.com eine der größten Anwendungen der Facebook-Plattform. Aber niemand von uns weiß heute, wie das Web in zehn Jahren aussieht.

Welche Projekte planen Sie in nächster Zeit?

Schroepfer: Als ich im vergangenen Jahr bei Facebook angefangen habe, hatte das Netzwerk 100 Millionen Mitglieder, inzwischen sind es 350 Millionen weltweit. Deshalb arbeiten wird daran, unsere Performance weiter zu verbessern. Unser Dienst ist heute dreimal so schnell wie vor sechs Monaten. Zudem entwickeln wir weitere Funktionen, die es anderen Websites noch einfacher macht, Facebook bei sich einzubinden.

Facebook ist bekannt für die an der Userzahl gemessen geringe Zahl der Entwickler.

Schroepfer: Im Moment liegt das Verhältnis bei 1,1 Millionen User pro Entwickler.

Wie erreichen Sie diese Effizienz?

Schroepfer: Die Hälfte meiner Zeit verbringe ich damit, die allerbesten Entwickler zu anzuwerben. Wir wollen die top fünf bis zehn Prozent und diesen bieten wir die richtigen Tools sowie eine Firmenkultur, in der sie sich voll entfalten können.

Wie überzeugen Sie diese Spezialisten, für Facebook zu arbeiten?

Schroepfer: Bei uns verantwortet jeder Programmierer seinen Code selbst, von der Idee über die Veröffentlichung bis zu einer etwaigen Fehlerbeseitigung. Das macht Facebook für Entwickler so attraktiv - und nur so können wir besser sein andere.


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