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Nicht auf den Krisenfall beschränken

Aktuelle Diskussionen um Social Media und Unternehmensreputation hängen sich meist an Negativbeispielen und damit verbundenen Gefahren für Marken auf. Negative Themen werden stärker verbreitet und lösen eher Netzwerkeffekte aus. Anders als in klassischen Medien werden im Social Web jedoch auch positive Stimmen laut. Warum nicht stärker reagieren, wenn Nutzer sich positiv äußern und auf Anregungen eingehen? So haben Unternehmen für den Fall von Negativdiskussionen Gespräche, an die sie anknüpfen können, und Stakeholder, die sich womöglich auf ihre Seite stellen.

Akzente setzen und Persönlichkeit zeigen

Die anonyme und neutrale Sprache der klassischen PR ist im Social Web meist fehl am Platz. Spontaneität und Kreativität sind gefragt. Die Interaktivität des Netzes ermöglicht neue Formen der Unternehmenskommunikation, die bei weitem noch nicht ausgeschöpft werden. Insbesondere bei intensiven Diskussionen müssen Unternehmen Farbe bekennen, um Aufmerksamkeit zu bekommen und in der Vielzahl der Stimmen nicht unterzugehen. Die Reaktion muss jedoch zum jeweiligen Unternehmen passen und darf nicht aufgesetzt wirken. Kommunikation sollte die Unternehmenskultur - auch kritisch - reflektieren.

Ein guter Gesprächspartner sein

Dialoge bestehen aus Reden und Zuhören. Unternehmen müssen auf ihre Stakeholder eingehen und sie ernst nehmen. Sympathische Kommunikation auf Augenhöhe macht ein gutes Gespräch unter anderem aus. Für die bislang stark formalisierte Kommunikation großer Unternehmen ist dies eine zentrale Herausforderung: An den Gesprächen ihrer Zielgruppen teilnehmen und sich deren Kommunikationsregeln anpassen.

Sich Informationen zu Eigen machen

Webanalyse nutzen die meisten Unternehmen bereits. Ein systematisches Social-Media-Monitoring steht bei vielen noch am Anfang. Das Social Web ist auch (partiell) ein Spiegel der Reputation, der Meinungen und Einstellungen der Stakeholder. Statt sich auf Social Media als Marketingtool zu konzentrieren, sollten sich Unternehmen stärker fragen, wo sie an die Inhalte, die ohnehin im Web über sie publiziert werden, anknüpfen können. Das Social Web ist ein Informationspool für Unternehmen, in dem sie mehr über ihre Stakeholder und deren Bedürfnisse erfahren können.

Die Studie kann kostenlos per Mail angefordert werden.

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Kommentare

vondereltz.NET am 19.08.2010

sozialen Ruf per Mitarbeiter in social Media aufbauen?

Diese Theorie wird von den Facebook Machern und einige social Media Junkies vertreten ohne zu bedenken, was das für ein renomiertes Unternehmen für Folgen haben kann.

Wenn überhaupt nötig, dann sollte das einigen wenigen Personen aus dem Marketing vorbehalten bleiben.

1.) Mitarbeiter vergammeln Arbeitszeit in externen Netzwerken
2.) Interne Unzufriedenheiten und Probleme werden nach außen getragen
3.) aktive Mitarbeiter signalisieren nicht selten Abwerbungsbereitschaft
4.) Für was gibt es denn eine Marketing & PR Abteilung, wenn danach jeder - Minischulung hin oder her - den Unternehmensruf mitgestalten soll?

Aus unserer Sicht sind Unternehmen gut beraten, wenn sie die Durchwahl in externe Netzwerke während der Arbeitszeit unterbinden und dafür intern ein funktionierendes social Intranet aufbauen. Dann lernen sich die Mitarbeiter wenigstens gegenseitig kennen, die Kommunikation untereinander wird verbessert, Abläufe werden transparenter und Ein- und Ausarbeitungsphasen werden kürzer.

Wer glaubt externe Netzwerke für interne Belange nutzen zu können wird schnell so gläsern, wie man sich nur vorstellen kann.

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